Intensiv "Altenpfleger/innen auf Intensiv/stroke unit / IMC oder im Krankenhaus ?"

rescuecenter

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Hallo und guten Tag zusammen,

ich bin heute auf das o.g. Thema vom 09.08.2007 gestoßen.

Wir haben auch das "Problem" das bei uns auf der Intensivstation Altenpfleger als "voll exam. Kräfte" eingesetzt werden.

Leider hat dies zu massivem Unmut unter den anderen Mitarbeitern geführt, nicht allein aus dem Grund das Situationen immer mal wieder falsch gedeutet wurden und es zu schlimmen Zwischenfällen kam.

Darauf hat sich eine Mitarbeiterin, diese arbeitet aus persönlichen Gründen, nun nicht mehr bei uns an das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales gewand.

Darauf hin bekam Sie folgende Stellungsnahme:

" Übertragung von Aufgaben an das Pflegepersonal im Krankenhaus

Sehr geehrte Frau .......

vielen Dank für Ihr Schreiben. Dazu nehme ich wie folgt Stellung:

Altenpfleger/innen sind aus beruflicher Sicht Gesundheits- und Krankenpflegerinnen nicht gleich gestellt. Gegenüber der Ausbildung der Gesundheits- und Krankenpflege ist die Altenpflegeausbildung auf die Betreuung in der Regel gesunder alter Menschen ausgerichtet. Die medizinisch-pflegerischen Ausbildungsanteile sind mit Blick auf die fachlichen Anforderungen im Krankenhaus o.d.R. zu gering."

Die Stellungsnahme liegt mir in Kopie vor.

Ich würde mich jetzt sehr für Eure Meinungen interessieren.

Danke

P.S.: Die Stellungsnahme ist vom 22 August 2008
 
Qualifikation
Anästhesiepfleger
Fachgebiet
Notfallmanagment / Traumamanagment / Gerätemanegment
Weiterbildungen
Reanimationsteam, Kliniknotfallversorgung,
Wundmanagment nach ICW/ Hygenementor/ ATCN
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Manu74

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Hallo

Was genau möchtest du von uns wissen? Nur unsere Meinung?
Meine Persönliche Meinung ist das in ein Krankenhaus egal welche Station eine Krankenschwester/ Pfleger gehört. Aufgrund der sehr dünnen Personal decke brauchen die Patienten dort Personal das eine Notsituation auch als solche erkennt. Was leider auch nicht alle können, denn dafür braucht es auch Erfahrung und leider gibt es einige KH die Ihre Stationen mit frisch Exam. besetzten, die haben die Erfahrung auch nicht.



Ich kenne auch bisher keine ITS auf der AP beschäftigt worden sind. ( Zumindest da wo ich war nicht)
Könnte mir aber vorstellen das einige KH unter Personalmangel leiden und aus diesen Gründen AP einstellen.

Ich denke aber wir sollten uns Fragen ob wir tatsächlich zwei Ausbildungen brauchen?
 
Qualifikation
KS / Weiterbildung zur PDL
Fachgebiet
Ambulante Pflege
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alessia030

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hallo,

kann mich manu anschließen. ich finde im krankenhaus gehören krankenschwestern /krankenpfleger hin. die altenpflegeausbildung hat einen anderen schwerpunkt als krankenpflege.

herzliche grüße
alessia
 
Qualifikation
krankenschwester
Fachgebiet
KH
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Hallo noch einmal,

ja ich möchte wirklich eure Meinung hören oder auch gerne erfahren wo es so etwas noch gibt und auch wie Ihr drauf reagieren würdet wenn das bei eucheingeführt werden würde.

Ach ja, meine PDL und auch die GF ist immer noch der Meinung das beide Examen gleichwertig sind.:heul:

Einen schönen abend noch.
 
Qualifikation
Anästhesiepfleger
Fachgebiet
Notfallmanagment / Traumamanagment / Gerätemanegment
Weiterbildungen
Reanimationsteam, Kliniknotfallversorgung,
Wundmanagment nach ICW/ Hygenementor/ ATCN
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Sittichfreundin

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Hallo!
Also, ich habe sowohl auf Intensivstation gearbeitet als auch, wo ich zur Zeit bin, auf einer Station für Aktugeriatrie, auf der teilweise auch Altenpfleger eingesetzt sind. Bei uns auf der Aktugeriatrie dürfen Altenpfleger(innen) nur geriatrische Patienten versorgen, auch allein Nachtdienst machen. Die bis vor kurzem noch in unserem Bereich integrierten gynäkologischen Betten gehörten nicht zu den Aufgaben der Altenpfleger(innen).
Wobei die Altenpflege-Ausbildung ja nicht "weniger" ist und auch keinesfalls "minderwertig". Aber sie hat einen anderen Schwerpunkt. Sicher einen stärkeren Schwerpunkt auf Alterskrankheiten, soziale Aspekte, Beschäftigungstherapie, usw. usf. Es sind einfach Äpfel und Birnen.
Meine persönliche Meinung: Reha-Bereich Geriatrie im Krankenhaus ok, aber kein Einsatz bei akut erkrankten Patienten :nono: . Schon gar nicht auf der Intensivstation. :spinner: Denn gerade in der Akutmedizin und Notfallversorgung weist doch die theoretische und auch die praktische Ausbildung gewichtige Unterschiede auf. Ich finde das auch den Mitarbeitern selber gegenüber verantwortungslos, da es keine den Fähigkeiten entsprechende Tätigkeit ist und dauernde Überforderung vorprogrammiert ist.
Was ich tun würde? Gar nichts, außer jegliche Verantwortung ablehnen. Es wäre Aufgabe der Stationsleitung, mit der Pflegedienstleitung zu sprechen, wenn sie den Eindruck hat, die Mitarbeiter seien nicht geeignet für die Abteilung und können ihrer Verantwortung nicht entsprechen.
Letztendlich seid Ihr ja nicht für die Altenpflegekräfte und deren Tun verantwortlich. Da müßt Ihr Euch frei machen. Verantwortlich sind diese selbst bzw. noch mehr die Personalleitung, die diese Arbeitsplätze mit Altenpflegepersonal besetzt hat. Wenn etwas passiert, ist in erster Linie Euer Chef dran. Er trägt die Verantwortung für die Organisation. Kommen Patienten dabei zu Schaden, so haftet Euer Chef voll im Rahmen eines Organisationsverschuldens. Kein Gericht würde sicherlich den Einsatz von Altenpflegekräften auf der Intensiv- oder Intermediate-Care-Station nachvollziehen können, nicht einmal auf einer akutmedizinischen Allgemeinstation:nono: . Euer Chef schneidet sich damit ins eigene Fleisch. Also: Sprecht mit Eurer Statonsleitung, weist auf Mißstände hin und ansonsten legt alle Verantwortung ab. Mehr könnt Ihr nicht tun.
Was mich mal interessieren würde: Wie sehen das denn die Altenpflegekräfte selbst? Merken die, dass ihnen in der einen oder anderen Hinsicht das Wissen fehlt?
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere, Stroke Unit
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SchwesterHyper

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Guten Morgen,
Also ich finde das sich die beiden Ausbildungen sehr stark unterscheiden. Ich bin Praxisanleitung und bekomme bei jeder Prüfung mit das die Schwerpunkte in der Altenpflege Ausbildung ganz anders gelagert sind. Führe fast nach jeder Prüfung diskusionen mit den Dozenten. Eine Dozentin wollte sogar die palpatorische RR Messung als falsch bewerten weil sie sowas gar nicht kannte.Und einmal hat ein Schüler Punkt Abzug bekommen weil er nach der i.m. Injektion das Recaping vergessen hat..... das fand ich so krass! Auch muss in der Prüfung grad mal ein Bewohner betreut werden. Also in meiner Prüfung hatte ich einen Hauptpatienten und zwei Nebenpatienten. Bei mir auf Arbeit werden fast alle Altenpfleger panisch wenn es um eine Port Versorgung oder um Katheterlegen geht. Und ich arbeite in einem Seniorenheim. Wie soll das nur auf einer ITS sein? Möchte hier keinen Altenpfleger anreifen aber in ein Krankenhaus gehören Fachkräfte für die Krankenpflege und nicht für die Altenpflege!!!

Gruß Schwester Hyper :eek:riginal:
 
Qualifikation
Krankenschwester/Wohnbereichsleitung/ Praxisanleitung
Fachgebiet
Seniorenheim
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pdlandy

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Hi,
also ich selbst bin ex. AP und habe selbst Intensiverfahrung. Parallel zu meiner Ausbildung damals , machte meine Schwester die Ausbildung zur ex. KP und wir stellten fest , das sich unsere Ausbildungen kaum unterschieden. Einster Unterschied:sie Pädiatrie und ich dafür Ergo. Auch im Hinsicht der medizinischen Behandlungspflege steht die AP der KP nicht mehr nach.2003 kam das neue AP-Gesetz mit veränderten Schwerpunkten in der Ausbildung. Sicher bleibt nun abzuwarten , bis alle ex. AP´s das gleiche Niveau erreicht haben , denn die Qualität der Ausbildung ist leider noch sehr unterschiedlich. Der KP profitiert nur von mehr Krankenhauserfahrung während der Ausbildung ind kommt deshalb mehr in den Kontakt medizinischer Aufgaben. AP´s sind i.d.R. nur 4-6 Wochen im KH. Auch die Aufgaben auf ITS sind erlernbar - learning by doing - quasi. Ob AP oder KP:kein Beruf ist qualifizierter, wichtiger oder schwerer. Auch wir haben in den Pflegeheimen Leute mit porth-a-cath-Systemen oder Beatmete und die Qualität der Leistungen ist richtig gut , obwohl nur ex. AP´s da arbeiten. Viel lustiger finde ich das AP´s da wären um gesunde alte Leute zu betreuen,lach!!!!!!!!!!!!!!!!Multimorbidität ist ja wohl Grund Nr.1 für Pflegebedürftigkeit. Mein Fazit:ex. AP´s auf ITS->anfänglichst gut unterweisen und dann ganz normal arbeiten lassen. Wir sind ein Beruf! Oder will ein KP gern hören , dass seine Qualifikation für die Altenpflege nicht ausreicht?
mfg
 
Qualifikation
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Fachgebiet
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Lisy

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Hallo pdlandy,
ich bin auch AP. Wir arbeiten auch mit Intensivpatienten, aber halt ambulant, das heißt die sind meist stabil. Ich möchte nicht auf einer ITS arbeiten, weil dafür bin ich nicht ausgebildet. auf einer normalen Station im KH hätte ich sicher kein Problem.
Im Gegenzug sind viele K.S, in der Altenpflege überfordert. Stichwort Validation.
Ich denke AP und KP sind beide gleichwertig aber nicht universell einsetzbar.
Lisy
 
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pdlandy

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Hi Lisy,
hast Recht , jeder wie er sich das zutraut. Bloß sind ex. AP nur unerfahrener , da viele Pflegeheime nur die Konsequenzen bei inadäquat durchgeführter Behandlungspflege sehen und von daher viele Behandlungspflegen ablehen. In Folge dessen , kommen viele AP weniger in den Kontakt diese durchzuführen und sind deshalb manchmal etwas verängstlicht , was jedoch nicht heißt das diese das nicht können.
mfg
 
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Lisy

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Hallo pdlandy,
jetzt muß ich echt ein bischen lächeln.
Katheder legen beim Mann stand bei uns an. Alle AP riefen die KS an mit der Bitte das Legen zu übernehmen. Keine KS war bereit dazu, nicht mal unsere Aushilfen aus dem KH.
Soweit zum Thema keine Übung.
ich habs dann schlieslich selbst gemacht und Logo gabs eine Fortbildung zum Thema.
Gruß Lisy
 
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pdlandy

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Hi Lisy,
jetzt muss ich aber auch lachen. Was sind denn das bitte für Fachkräfte , die Angst haben ein Katheder zu legen. Ich frag mich echt , wo das noch hinführen soll. Professionalisierung steckt realsitisch gedacht , wohl echt noch in den Kinderschuhen.
mfg
 
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kleinergizmo

kleinergizmo

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Huhu,

@pdlandy:

Nun, drüber lachen ist das Eine... Aber ganz ehrlich, was soll man machen? Ich erinner mich noch gut, als meine Kursleitung (die Vierte, das war Mitte des 3. Jahres) meinen Tätigkeitsnachweis durchblätterte und völlig begeistert-fasziniert war, dass ich doch eben eine DK-Anlage beim Mann schon gemacht hätte. Das hätte außer mir im Kurs ja noch keiner und überhaupt. Das Legen von einer MS ebenso, das hab ich im allerersten Einsatz (!!) gelernt, weil es eben Neuro war und meine PA mir eben gleich gesagt hat, die Gelegenheit käme nie wieder.

Dafür kann ich i.m.-Injektionen an einer Hand abzählen, hab nie offiziell eine Blutabnahme gelernt (in einer Ambulanz bei einfachen Patienten nach kurzer Einweisung halt einfach gemacht) und hätte nach Schule immerhin schon Mitte des dritten Kurses (haha!!) BZ messen dürfen.

Das Professionalisierungsgequatsche haben wir uns drei Jahre lang bis zum :sick: anhören dürfen, während unsere tägliche Arbeit immer mehr zur Funktionspflege wurde, Service-Kräfte einen "ganzheitlicheren" Blick hatten als wir und alles oft genug im Chaos endete, weil man verzweifelt versuchte, neben seinen normalen Aufgaben den Ärzten klarzumachen, dass gerade ein Patient ins Nierenversagen und einer ins Lungenödem rutscht.

Ich denke nicht, dass man sich über angeblich nicht kompetente Fachkräfte (ob nun AP oder KP) lustig machen sollte, sondern neben Schadensbegrenzung endlich mal was an der Basis verbessert werden sollte.

Schüler sind keine vollen Planstellen, Fußabtreter und keine Waschstraße - dann klappt's vielleicht auch mit den DK-Anlagen... :blushing:

Vielleicht sollte einfach mal die Einstellung der Lehrenden überdacht werden, dass Waschen die Kernkompetenz eines Pflegeberufes ist. Möglichst invasive Maßnahmen die schön kritisch sind, sind es bestimmt auch nicht - aber eine gesunde Mischung sollte es scheinbar schon sein.
Dass man mit zukünftigen Kollegen arbeitet, deren Inkompetenz man im Zweifel kompensieren muss, bedenken irgendwie die Wenigsten....


Liebe Grüße,
Gizmo

PS: *hust* "Themaverfehlung" triffts irgendwie auch, aber es ist mit mir durchgegangen... :blushing: Ich denke wie Einige nicht, dass AP auf Intensiv oder IMCs am richtigen Ort sind - neben dem Problem, das die Patienten letztlich haben, trägt aber die PDL die Verantwortung... So traurig das mal wieder ist. *seufz*
 
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Lisy

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Hallo kleinergizmo,
nein nicht Thema verfehlt, ich unterschreibe jeden Satz von dir.
Genau das hab ich gemeint.
Gruß Lisy
 
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pdlandy

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Hi kleinergizmo,
dann lies dir bitte mal bitte ein paar Einträge zuvor durch und dann weißt du weshalb ich lachen geschrieben habe. Und genau richtig , wir als PDL tragen die Verantwortung für unsere Verrichtungsgehilfen und deshalb kontrollieren wir auch , in wieweit Personal für bestimmte Bereiche geeignet sind oder eben auch nicht und wenn ich ein paar TOP-AP´s dabei habe , dann spricht nichts dagegen diese auf ITS einzusetzen. Jeder hat so seine Erfhrungen gemacht , ich akzeptiere auch eure , also warum nicht nachvollziehen können , weshalb ich so denke? Es gibt hier kein vehementes ,,Dagegen-sprechen" .
mfg
 
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kleinergizmo

kleinergizmo

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Hallo pdlandy,

ich habe also nochmals Einiges hier durchgelesen (und keine Sorge, das hab ich im ersten Durchgang durchaus auch gemacht).
AP´s sind i.d.R. nur 4-6 Wochen im KH. Auch die Aufgaben auf ITS sind erlernbar - learning by doing - quasi.
Ich formuliere es mal so - ich als Patient möchte nicht auf dieser Intensiv liegen. Das soll keine Abwertung sein, es entspricht lediglich meinem Empfinden.
Das ist übrigens der Grund, weswegen ich mich frisch examiniert auf einer Intensiv grauenvoll fühlen würde, einfach weil Erfahrungswerte mit Schwerstkranken (!!) fehlen - und außer "Anlernen" eben nix Theoretisches läuft. Also heißt es zuhause Nacharbeiten - wenn man die Motivation und die Grundlagen dazu hat.

Ob AP oder KP:kein Beruf ist qualifizierter, wichtiger oder schwerer.
Das hat hier auch niemand behauptet - aber es sind verschiedene Berufsbilder mit unterschiedlichen Einsatzgebieten.

Sicher bleibt nun abzuwarten , bis alle ex. AP´s das gleiche Niveau erreicht haben , denn die Qualität der Ausbildung ist leider noch sehr unterschiedlich.
Darum ist in meinen Augen die Aussage "Da reicht ein bisschen Anlernen" etwas... kritisch zu betrachten.

Oder will ein KP gern hören , dass seine Qualifikation für die Altenpflege nicht ausreicht?
Ich persönlich hätte und habe damit kein Problem - ich hab's nämlich nicht gelernt.
Bloß sind ex. AP nur unerfahrener , da viele Pflegeheime nur die Konsequenzen bei inadäquat durchgeführter Behandlungspflege sehen und von daher viele Behandlungspflegen ablehen. In Folge dessen , kommen viele AP weniger in den Kontakt diese durchzuführen und sind deshalb manchmal etwas verängstlicht , was jedoch nicht heißt das diese das nicht können.
Ich hab vorher beschrieben, dass selbst "wir" einige behandlungspflegerische Dinge nicht gelernt haben - und ich unterstelle, dass das bei AP nicht anders läuft. Und "einmal gemacht, den Standard im PC nachgucken und dann rumwurschteln" ist für mich nicht "können".
Aber vielleicht seh ich das zu eng...
Ich hatte das Beispiel i.m.-Injektion oder Blutabnahme angesprochen - ich würde mich auch nicht drum reißen, weil mir nunmal die Übung fehlt... Also kann ich es nicht. Bei uns sind alle Tätigkeiten in "Fähigkeit erlangen", "Fertigkeit erlangen" eingeteilt... Die Fertigkeiten fehlen mir beim MS legen und Blutabnehmen, bei einer der angesprochenen AP halt bei DK-Anlage oder Portversorgung.

Und genau richtig , wir als PDL tragen die Verantwortung für unsere Verrichtungsgehilfen und deshalb kontrollieren wir auch , in wieweit Personal für bestimmte Bereiche geeignet sind oder eben auch nicht und wenn ich ein paar TOP-AP´s dabei habe , dann spricht nichts dagegen diese auf ITS einzusetzen. Jeder hat so seine Erfhrungen gemacht , ich akzeptiere auch eure , also warum nicht nachvollziehen können , weshalb ich so denke? Es gibt hier kein vehementes ,,Dagegen-sprechen" .
Nachvollziehen kann ich es, aber Du sagst selbst, dass es Sonderfälle sind. Und ich weiß, wie es in so einigen Kliniken zugeht - und wenn die PDLs es nicht auf die Reihe kriegen, Personalengpässe zu regeln ohne Leute aus dem Urlaub zu holen, Schüler voll einzuplanen und mit über 100 Überstunden zieren, dann haben die keinen Nerv, die Kompetenz ihrer Mitarbeiter zu überprüfen. Gehandelt wird, wenn Beschwerden kommen - und auf Intensiv geht es da unter Umständen um echt heftige Sachen. Drum will ich da als Patient auch nicht liegen...

Ich käme auch nicht auf die Idee, auf einer Kinderintensiv oder Neonatologie arbeiten zu wollen... Ich hab es nicht gelernt. :innocent:

Ich aktzeptiere Deine Meinung übrigens absolut, aber ohne Diskussionen könnte man sich ein Forum ja auch sparen :wink:

LG,
Gizmo
 
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Sittichfreundin

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Also ich habe in meinem nun 20jährigen Berufsleben mit den verschiedensten Pflegeberufen zusammengearbeitet, mit Krankenschwestern (was ich ja selber bin), Altenpflegern und auch Kinderkrankenschwestern.
Meine Erfahrung ist, dass es durchaus Bereiche gibt, auf welchen sowohl die einen, als auch die anderen gut arbeiten können. Doch kann man die Berufe - meiner Meinung nach - nicht ohne weiteres komplett austauschen. Zum Beispiel würde ich mir, als Allgemein-Krankenschwester, nicht zutrauen, auf einer Frühgeborenen-Intensivstation zu arbeiten. Ich habe Erfahrung auch in der Intensivmedizin, aber für Säuglinge habe ich nur eine Ausbildung am Rande, sozusagen einen Grundkurs in Säuglingspflege. Das Wissen würde bei weitem nicht ausreichen, denn meine Ausbildung hatte einen anderen Schwerpunkt. Dadurch fühle ich mich aber doch nicht "minderwertig", aber es kann und muß doch nicht jeder alles können! :ka:
Auch arbeiten Kinderkrankenschwestern häufig bei Erwachsenen, was ich schon ok finde, aber auch nicht auf allen Bereichen. Nach meiner Erfahrung können Kinderkrankenschwestern gut im operativen Bereich arbeiten, weil sie postoperative Pflege auch ausführlich in der Kinderkrankenpflege gelernt haben. Schwieriger wird es schon in der Inneren Medizin, besonders bei Krankenheiten, die in der Regel Kinder weniger betreffen, z.B. KHK usw.
Und Altenpfleger auf der Intensivstation? Tut mir leid, da gehören sie nicht hin, weil die Ausbildung, sowohl die theoretische als auch die praktische, dafür nicht zugeschnitten ist. Es gibt Bereiche im Krankenhaus, wo auch Altenpflegekräfte gut eingesetzt werden können, aber doch bitte nicht ausgerechnet auf der Intensivstation! Dorthin gehören - nach meiner Ansicht - Krankenschwestern/pfleger mit mehrjähriger Erfahrung auf einer allgemeinen Akutstation. Ich würde mich als PDL hüten, ehrlich gesagt, tut mir leid. Und ich würde es auch als Patient nicht wollen und auch als Angehörige, dass mein 47jähriger Mann nach einem Herzinfarkt mit beispielsweise Rhythmusstörungen auf der Intensivstation von einer Altenpflegekraft betreut wird. Tut mir leid. Und auch als Richter oder Gutachter hätte ich sicherlich Bauchschmerzen. Das hat nichts mit "minderwertig" oder "höherwertig" zu tun, es ist einfach die falsche Ausbildung dafür. Das wäre das Gleiche, wenn ich mich als Krankenschwester im Kreisssaal als Hebamme bewerben wollte, weil ich ja schließlich auch eine 3jährige medizinisch-pflegerische Ausbildung habe.
Krankenpflegekräfte im Altenheim? Ja, denn auch Altenpflege und Alterskrankheiten sind Bestandteil der Grundausbildung und in der praktischen Ausbildung hat man häufig - insbesondere in der Inneren Medizin - alte Menschen zu betreuen. Was einer Krankenpflegekraft im Altenheim fehlt, ist die spezielle soziale Komponente, Gestaltung des sozialen Umfelds, Beschäftigungstherapien, Rehakonzepte, Lebensgestaltung, spezielle rechtliche Fragen usw. Deshalb finde ich gut, wenn im Altenheim beide Berufe vertreten sind. Der eine hat mehr den Schwerpunkt, der andere mehr einen anderen. Allerdings ist es Quatsch, dass Altenpflegekräfte "gesunde alte Menschen" pflegen. Wer das behauptet, hat sich den Ausbildungskatalog nicht angesehen. Ich glaube sogar, dass eine Altenpflegekraft alte Menschen mit speziellen Alterskrankheiten optimal versorgen kann, denn dies ist ein Schwerpunkt in der Ausbildung. Eine Krankenschwester mit Erfahrung in der Akutmedizin hat vielleicht in akut lebensbedrohlichen Notfällen Vorteile.
Fakt ist: Beide betreuen gesunde und kranke Menschen (deshalb ja auch die neue Berufsbezeichnung "Gesundheits- und Krankenpfleger/in", da ein erheblicher Schwerpunkt auf Prävention und Beratung gelegt wurde.) Und beide Berufe sind gleichwertig in dem Sinne, dass der eine oder andere nicht "höherwertig" oder "minderwertig" wäre. Ich habe mich in meiner Arbeit in der Mitarbeitervertretung auch dafür eingesetzt, dass Altenpflegekräfte genauso wie Krankenpfleger(innen) eingruppiert werden, wenn sie bei uns auf der Geriatrie arbeiten. Doch beide Berufe sind einfach nicht inhaltsgleich und nicht identisch und sind deshalb nicht einfach austauschbar.
 
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pdlandy

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Hi Sittichfreundin,
vom Prinzip hast du einen schönen Beitrag geschrieben. Nur hat ein KP in seiner Ausbildung ausreichende Kenntnisse in Theorie hinsichtlich Intensiv-u. Anästhesiepflege erlernt?Ich hab mich bei meinen Freunden erkundigt , die aus der KP kommen. Einheitliche Antwort: NEIN! Also plädiere ich nun dafür , das auch AP mit der Zusatzqualifikation für Intensiv-u. Anästhesiepflege auf ITS problemlos arbeiten können , im Gegenzug haben diese auch die KP`s zu absolvieren , da sie ja auch meist nur über angelernte ITS-Kräfte sind. Die Zeit der Ausbildung ist leider zu knapp um auch diesen Bereich adäquat zu beleuchten. Ich kenne eine die AP neu lernt , das geht 3 1/2 Jahre und nennt sich Alten-u. Gesundheitspfleger. Dort ist 6 Monate mehr Zeit , auch solche Bereiche intensiver zu beleuchten.
mfg
 
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Huhu!
Natürlich hast Du recht, dass auch die Krankenpflege-Ausbildung keine Intensiv-Ausbildung ist. Aber es geht nicht nur um erlernte Techniken. Es geht auch um die praktische Ausbildung in der Akutmedizin, um postoperative Pflege usw. Wenn ich in meiner Ausbildung mal einen einzigen Einsatz im Krankenhaus hatte und sonst in Pflegeheimen und ambulanten Pflegedienten gearbeitet habe, dann gehöre ich nicht auf eine Intensivstation. Dann sollte man bitte die allgemeine Krankenpflege lernen, Berufserfahrung auf einer Akutstation sammeln und dann auf Intensiv wechseln. Genauso wenn ich unbedingt auf einer neonatologischen Intensiv arbeiten will, würde ich halt Kinderkrankenschwester werden bzw. das Examen noch nachholen. Auch weiß ich nichts von einer "Altenpflegekraft für Intensiv und Anästhesie", sondern die Voraussetzung für die Fachweiterbildung ist eine Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege !(http://www.pflegewiki.de/wiki/Fachweiterbildung_An%C3%A4sthesie_/_Intensivpflege). Dafür gibt es aber Fachaltenpfleger für geriatrische Rehabilitation, und das ist auch sinnvoll. Auch können Altenpfleger langzeitbeatmete alte Menschen pflegen, ja, aber nicht auf der Akut-Intensivstation. Und auch keine polytraumatisierten Patienten, Schädelhirntraumen, Patienten nach Herztransplantation, höhergradige Rhythmusstörungen usw. Also, nicht universell einsetzbar! Denn dann bräuchten wir ein allgemeines Studium wie in den USA, da ist dann alles abgedeckt. Und wenn ich sage, man kann ja alles noch lernen, "learning by doing", dann bräuchten wir gar keine Ausbildung mehr. Was man auf einer Intensivstation lernt, baut auf einer soliden Grundausbildung auf und profitiert von Erfahrung in der Akutmedizin.
 
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rescuecenter

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Hallo pdlandy,

bitte nehme es mir nicht übel und ich finde es wirklich gut das Du für Deine Kollegen eine Lanze brichst. Ich habe hier nach den Meinungen gefragt und dies nicht ohne Grund und ich möchte auch nicht sagen oder behaupten das AP weniger qualifiziert sind. Ich bin auch sehr froh das dies hier keiner getan hat!!!!!

Ich habe auf der Intensivstation drei Altenpfleger/innen und die sind der gleichen Meinung wie Du "Ich kann das und ich bin schon gar nicht Überlastet, ich kann das gleiche wie ein KP ".

Leider merken alle drei nicht wann Sie an Ihre Grenzen kommen und sind auch schon mit kleinen Notfällen und Anweisungen massiv überfordert oder poduzieren massive Notfälle. Hier mal ein / zwei Beispiele

-Alarmgrenzen für Art. Druckmessungen werden raus genommen und man merkt nicht das der Pat. sich die AVK gezogen hat,

- NIV Beatmetet Pat. bekommen beim Sättigungsabfall Ihre Maske aufgesetzt obwohl sie so verschleimt sind oder erbrochen haben so das Sie sich nicht beatmen lassen und kurz darauf sind sie Reanimationspflichtig,

- Pat soll 1mg Tavor bekommen, leider haben wir nur Lorazepam, man schlägt in der Roten Liste nach und nimmt Loperamid aus dem Schrank.

-Anweisung: eine Ampulle Belok aufziehen! Frage AP: 5 ml oder 25 ml, Rückfrage: wie 25 ml, was hast Du da? Ampullen werden gezeigt und AP hat Midazolam in der Hand.

Das sind nur einige wenige Beispiele aber ich denke wer jetzt nicht einsieht das meine AP massiv überforder sind der hat doch ein Problem.

Ich möchte dies wirklich nicht auf alle münzen, aber ich denke jeder von uns kommt in der heutigen Situation irgenwann mal an seine Grenzen, doch ich bin auch der Meinung man sollte es erkennen und einsehn.

Also ich lese nun gerne eure Meinung weiter und bin wirklich für jede Anregung offen.
 
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Sag mal Rescuecenter, was sagt denn Eure Stationsleitung dazu? Das würde mich mal interessieren!
 
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