Altenpflege: täglich Favoriten seit mindestens 7 Monaten

Ben Zion

Ben Zion

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Guten Abend,

zunächst möchte ich mich schon mal im Voraus entschuldigen, falls es zu diesem Thema schon einen hilfreichen Thread gibt. Ich habe auf die Schnelle nichts passendes gefunden und habe deshalb ein neues Thema erstellt.

Nun zur Sachlage: Ich bin seit Oktober letzten Jahres in der Ausbildung zum Altenpfleger; im Dezember letzten Jahres begann mein erster Praxiseinsatz. Seit ein paar Tagen bin ich in meinem zweiten Praxiseinsatz. In meiner Einrichtung gibt es eine Bewohnerin mit demenzieller Symptomatik und Einschränkungen in der Mobilität. Sie bewohnt mit ihrem Ehemann ein Zimmer in der Einrichtung. Mindestens seit dem ersten Tag meines ersten Praxiseinsatzes bekommt die Bewohnerin jeden Abend eine Tablette Tavor Expidet 1mg, also mindestens schon seit 7 Monaten durchgehend. Auf Nachfrage meiner Seite, ist dies aufgrund nächtlicher Unruhe und Einschlafstörungen und der behandelnde Arzt hätte das abgesegnet. Die Bewohnerin selbst benennt jedoch keinerlei Angstzustände oder sonstige Problematik, für die Tavor indiziert wäre. Gut, sie ist Dement aber ich fürchte, dass dies eher ein Mittel ist, dass die Pflegekräfte bei mir einsetzen, um Probleme einfach zu lösen. Darüberhinaus, ist sie zu keiner Tageszeit unruhig. Sie zeigt Symptome wie nesteln etc. Aber ich kenne sie zu jeder Tageszeit und nie wirkt sie aufgeregt oder unruhig etc. Bei meinen Kollegen stoße ich jedoch bei dem Thema nur auf taube Ohren.

Ich freue mich über hilfreiche Informationen und Tipps und euer Wissen.
 
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Altenpflege / Palliativpflege
Weiße Rose

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"ich fürchte, dass dies eher ein Mittel ist, dass die Pflegekräfte bei mir einsetzen, um Probleme einfach zu lösen"

Nun hoffe ich zuerst mal, dass nicht Du das Medikament bekommst ;)

Ansonsten weiß ich nur, dass Tavor abhängig macht und keine Dauermedikation-
schon gar nicht als Schlafmittel- sein sollte. Wird aber auf Onko auch so gegeben.
Wirken tut es bei Eurer Bewohnerin offenbar, denn sie nestelt "nur".
Im Falle, dass jmd. auf Deine Hinweise reagieren sollte und es abgesetzt
wird: Langsames Ausschleichen wegen Entzugserscheinungen!!

Aber wir sind halt nicht die Ärzte.- Das haben Deine Kollegen und Vorgesetzte
wohl sehr verinnerlicht.
Bleibt uns nur, uns um unsere Baustellen zu kümmern, spez. in der Ausbildung.

Gute Diskussionen wünscht
WR
 
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Ambulante Pflege
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AndreamitHerzundHand

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Liebe Ben Zion,
ich frage mich gerade wie alt die BW denn ist? müssen wir uns Gedanken über eine Abhängigkeit machen? Oder steht die Lebensqualität im Vordergrund. Das Ehepaar wohnt zusammen in einem Zimmer. Also ist es wichtig, dass die Ehefrau, mit demenzieller Entwickung, einigermaßen ruhig ist in der Nacht. damit der Ehemann auch zur Ruhe kommt. Klar macht Tavor abhängig, aber 1mg ist nichts. Und wie gesagt, müssen wir uns ab einem bestimmten Alter da noch Sorgen machen? Wenn es ihr doch gut geht, tagsüber und in der Nacht. Sie nicht "abgeschossen" ist und sie tagsüber am Tagesgeschehn teilnehmen kann find ich es vollkommen in Ordnung.
Übrigens...hast Du schon mal gefragt, wie es zu der Verordnung kam? War besagte BW vorher sehr unruhig? Vielleicht besteht ja die Möglichkeit etwas zu reduzieren? Vielleicht kommt sie ja auch mit 0,5 mg hin?
Ich find es auf jeden Fall gut, das du die Gedanken machst ob gewisse Medis noch nötig sind.

Weiterhin viel Erfolg bei der Ausbildung
herzliche Grüße
Andrea
 
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Willy_Wuff

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Ich finde es extrem Positiv das Du Dir auch die Medikation Deiner Bewohner anguckst und hinterfragst.

Wäre vielleicht im Rahmen der Ausbildung auch ganz interessant ob Du zugriff auf die Pflegedokumentation hast, zu der Zeit als sie das Tavor noch nicht genommen hat.

Wie meine Vorredner schon geschrieben haben, sie ist ja nicht „Abgeschossen“ und richtig eingesetzt ist Tavor ein wirklich feines Medikament.

Häufig ist es ja bei Dementen Patienten so das sie vor allem in der Nacht extrem unruhig werden, wenn sie zum Beispiel dazu neigt nachts Ängste zu entwickeln und dann unruhig geworden ist, wäre Tavor schon ein feines Medikament, vor allem weil es auch relativ schnell wieder abgebaut ist, und ob 1x 1mg zur nacht Abhängig machen weiß ich nicht, da muß ich Passen.

Aber selbst wenn …... Ich muß ehrlich gestehen ….. Wäre das so schlimm ?

In dem Fall würde ich definitiv die Lebensqualität über die Suchtgefahr setzen.

Wenn ich mir überlege das bei Dementen Patienten die nachts unruhig werden, oft Melperon reingeschüttet wird, was lange braucht bis es anfängt zu wirken und dementsprechend lange bis es aus dem Kopf wieder raus ist …...

Da vermute ich zumindest einmal das sich jemand ausnahmsweise bei seinen Medikamenten Verordnungen Gedanken gemacht hat.

Und das das Personal da mit den Antworten „Sparsam“ ist …..

Möglicherweise wissen sie selbst nicht warum sie das bekommt, können es nur nicht zugeben ?

Alternativ würde ich empfehlen ….. wenn der Behandelnde Arzt mal wieder da ist, dann Frage ihn einfach warum sie das bekommt. Als Auszubildender ist es Dein vorrrecht “Dumme“ Fragen zu stellen :)

Wobei dies keine Dumme sondern ne ziemlich schlaue Frage ist :)
 
Qualifikation
Fachpfleger für Intensiv Medizin
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