Altenpflege...Stellenwert in der Gesellschaft

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florabiene

Mitglied
Basis-Konto
20.05.2007
25746
Hallo,
Ich habe bis vor einem Jahr meine Oma( 96 Jahre,demenz) bis zu ihrem tode gepflegt.Ich habe damals trotz der anstrenung gemerkt wieviel Spaß mir der Beruf macht.Und auch wie interessant die Krankheit Demenz ist.Als meine Oma verstorben war,habe ich dann einen Pflegehelferkurs besucht.Natürlich reicht diese Ausbildung bei weitem nicht aus,aber es ist ein Anfang.
Mir gibt das arbeiten mit alten oder Kranken Menschen unheimlich viel.
Was ich nur sehr schade finde das der Beruf Altenpfleger/helfer so eine schlechten Stellenwert in der Gesellschaft hat.Viele glauben doch tatsächlich das das jeder werden kann und jeder der keinen Job findet ins Altersheim geht.:mad_2:
Ich persönlich finde das es ein sehr anspruchsvoller Job mit sehr viel Verantwortung ist.Von der körperlichen Anstrengung will ich jetzt gar nicht erst anfangen...
Früher wurde kein alter Mensch ins Heim abgeschoben,da hielten die Familien noch zusammen,aber heute...Ich finde es einfach nur traurig wie sich das alles in den letzten Jahren entwickelt hat.
Mich würde mal interssieren wie Ihr das so seht

Liebe Grüße von der Nordsee
Florabiene
 
Qualifikation
Pflegehelfer
Fachgebiet
Ambulanter Pflegedienst
weissbrk

weissbrk

Unterstützer/in
Basis-Konto
07.03.2006
Münster
Hallo Florabiene,
du sagst, früher wurde kein alter Mensch ins Heim abgeschoben...
Oft, sehr oft haben die Familien selbstverständlich und gut die alten Leute versorgt. Aber es gab (und gibt) auch immer wieder Fälle, wo sie vernachlässigt werden, Schmerzen haben, nicht genug zu essen oder zu trinken haben, weil sie nicht ausreichend betreut werden.
Und es gibt Angehörige, die seelisch und körperlich am Ende sind, die von dem zu Pflegenden seelische und körperliche Gewalt erfahren müssen.
Selbst diese Angehörigen werden in der Gesellschaft oft noch unter Druck gesetzt, weil es sich ja so gehört, die Eltern nicht abzuschieben.... Das als Angehöriger zu erfahren ist schlimm.
Glaubst Du nicht, dass jemand wie Du, mit Freude und Engagement Profi in seinem Beruf, den Bedürfnissen der Pflegebedürftigen besser gerecht werden kann als überlastete Angehörige?
Ich bin bei dem Begriff des "Abschiebens" sehr ermpfindlich, weil ich schon selbst Erfahrungen mit dem Druck der Gesellschaft sammeln durfte.
Ich denke, dass in vielen Fällen, selbst wenn das Pflegen zu Hause möglich wäre, die Angehörigen es aber nicht wollen, der "Abgeschobene" in einem guten Heim besser untergebracht sein kann, wenn die Hilfe eines Pflegedienstes nicht mehr ausreicht.
:motzen:Sorry, das musste mal raus und ist auch überhaupt nicht persönlich gemeint! :cry:


Zum Thema Stellenwert.... Ich habe hier im Board erst deutlicher erfahren, was Altenpflege überhaupt alles heißt.
Was bekommt man mit als Besucher? Man ruft die Pflegekräfte, wenn eine Vorlage gewechselt werden muss, sieht, dass ein Tablett gebracht oder ein Bett bezogen wird. Und denkt einfach nicht weiter darüber nach...
All die vielen, wichtigen und verantwortungsvollen Tätigkeiten, Beobachtung und Bewertung des Gesundheitszustandes, Validation, Medikation, soziale Kontakte in der (viel längeren) Zeit ohne Besuch und und und....
Man macht sich als Außenstehender keinen Kopf darum, wenn man nicht betroffen ist.
Guck doch mal hier: :suche:
http://www.pflegeboard.de/forum/27594-image-der-pflege.html
Ich denke schon, dass der Stellenwert der Pflege in der Gesellschaft wächst, aber ihr müsst euch auch besser "verkaufen".
Bis jetzt wird z. B. in der Werbung für Heime oder betreutes Wohnen nur auf Lage, Ausstattung, Ärztliche Versorgung und evtl. die Tatsache, dass ein Frisör im Haus ist, hingewiesen.
Wo bleibt Ihr? Ihr haltet den Laden am Laufen, in Euren Händen liegt die Lebensqualität der Bewohner. Für die ambulante Pflege gilt ähnliches.

Tut Gutes und redet darüber!!!

So, jetzt reichts aber......:blushing:


eine (heute mal wieder sehr kommunikative :rotwerd:)
weissbrk
 
Qualifikation
Verwaltung
Fachgebiet
privat
F

falcrum29

Mitglied
Basis-Konto
23.04.2007
10178
Hallo Florabiene

Was soll ich sagen.Ein unendliches Thema.Ich denke das es nicht nur ein "gesellschaftliches" Problem ist sondern auch ein Internes.Alle Nase lang was neues , anderes und das unter dem Vorwand der subjektivität und induvidualität des Einzelnen.Und es stimmt ja auch eigendlich.Aber genau da liegt die Krux .... es gibt nicht diesen Zusammenhalt wie in anderen Branchen. Sei es aus Angst den Job zu verlieren , oder weil man ja den Menschen schadet die auf uns angewiesen sind. Sei es aus desinteresse, überlastung oder Frust. Aber wann sind das letzte mal die Altenpfleger auf die Strasse gegangen mit samt der Heimaufsicht und den Angehörigen ? Wo ist die Gewerkschaft die ach so tolle ?? Öffentlicher Dienst , Bauarbeiter , Metaller alle bekommen was hin , Lohnabschlüsse über 5 % , verbesserung der Arbeitsbedingungen. Und wir ?? Wir könne doch die "Alten" nicht allein lassen . Nur letztendlich leiden diese jetzt länger und ohne perspektive ( uns eingeschlossen )unter diesen jetzigen Bedingen. Dann lieber mal kurz verzichten um es dann besser zu haben. Ich bin der Meinung das zu viel geredet wird und zu wenig getan. Ich meine nicht die Einzelnen die immer wieder versuchen das ihnen mögliche zu tun. Nein mal was großes das wäre stark.Ein Kirchentag nicht um Armut in der dritten Welt sinder über die Bedingungen in der Pflege z.B.

Und leider ist es doch so das selbst die Leitungen die Arbeit der Angestellten kaum zu würdigen wissen ... wie sollen es dann andere?? Ist doch so. Seht euch um in den Foren wo Leiter aller Hirarchieebenen uns nicht die Arbeit erleichtern oder uns rückendeckung geben sondern stress machen , sinnlose Verordnungen raushauen oder sich Bezugspflege auf die Fahnen schreiben mit nem Personalschlüssel der ( so ist es von den Kassen gewollt ) sich an der Funktionspflege orientiert. Ich weis , viele geben sich mühe (und manches mal noch mehr) und diese werden sich auch nicht angesprochen fühlen. Wenn wir nicht anfangen uns gegenseitig selbst zu achten und uns ( wie es weisbrrk so schön sagte) ordentlich zu verkaufen , wenn die Leitungen nicht gegen uns sondern mit uns arbeiten . wenn die Gesellschaft nicht umdenkt ( oder durch die Betroffenen ) dazu gezwungen wird , so lange wird sich nicht viel im Großen Spiel der Pflege tun.Ich bin auf die "neue" Pflegeversichung gespannt.

Aber Kopf hoch Leute vielleicht wird es ja noch mal.
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Altenpfleger / Caritas
V

Vroni

Mitglied
Basis-Konto
18.04.2007
97993
Hallo Florabiene!

Ich denke das die Altenpflege sich schon dtl. verbessert hat, was das Bild nach ausen angeht. Es wird warscheinlich immer Menschen geben, die meinen sie müssten jetzt mal in der Altenpflege arbeiten, weil sie gerade keine andere Idee haben. Wenn dieser Fall eintrifft, entweder halten sie es nicht lange durch ,erhalten dienstliche Konsequenzen oder werden mitgezogen.

Schlussendlich liegt es an jedem selbst, wie er seinen Beruf vertritt!!!!!!!

Zu dem Thema, häusliche Pflege fällt mir eigendlich nur unsere schnelllebige Zeit ein. Es ist nun mal so, das derzeit jeder gucken muss, wo er bleibt, was ihm wichtig ist, finanzielle Aspekte ect.... und wenn jetzt in der Familie ein Pflegefall eintritt, ist die entscheidung der Angehörigen nach ihrer wichtigkeit zu treffen.

Bei uns werden derzeit in 20 km abständen Altenheime gebaut und die Bauträger sind sich sicher das diese voll werden mit den Jahren.
Ich bin eine absolute Vertreterin der ambulanten Pflege, aber ich kann im Moment nicht sagen ob ich meinen Vater mal Zuhause pflegen kann, aufgrund irgendwelchen privaten Gründen!!!:ka:

Gruß....Heike
 
Qualifikation
Altenpflegerin/ gerontopsychiatrische Fachkraft
Fachgebiet
ambulante Pflege
Pflegeboard.de

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Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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