Arbeitsrecht Alte Kamelle - neu aufgerollt

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Chef de Saucier

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Hallo!

sind folgende Aussagen richtig?

a. Der Dienstplan ist ein Dokument und kann von der PDL/ HL nach dem Aushang nicht beliebig verändert werden.
b. Änderungen, welche nach dem Aushang auf dem Dienstplan vorgenommen werden, sind nicht ohne weiteres verbindlich. Der Dienst kann abgelehnt werden ( Stichwort z.B. Grenzen des Direktionsrechtes?!).
c. Der AG darf Überstunden (wenn kein Betriebsrat/ MA) verbindlich anordnen, wenn... (welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden?).

Für kompetente Hilfe bin ich immer dankbar.

Mit besten Grüßen C.
 
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AW: Alte Kamelle - neu aufgerollt

Hallo CDS,

welche Rechtsgrundlage gibt es für die Überstunden?
Wann Ihr Arbeitgeber von Ihnen Überstunden verlangen darf - Arbeitsrecht.org

Wenn also kein Tarifvertrag gilt, im Arbeitsvertrag nichts geregelt ist, kann er Überstunden überhaupt nicht anordnen.

Aber das weisst du auch, oder? Es geht nicht darum, was der AG darf, sondern was er tut. Und die entscheidende Frage ist: lasse ich mir das gefallen oder nehme ich mir notfalls einen Anwalt.

Warum gibt es keinen Betriebsrat? Auch eine alte Kamelle, aber wenn ich gegen meinem AG in den Krieg ziehe, wäre das mein Ansatz.
 
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AW: Alte Kamelle - neu aufgerollt

klar ist der DP ein Dokument, aber er darf im Notfall(Krankheitsausfälle usw.) abgeändert werden. Der abgeänderte Dienst muss aber auf dem Original DP (Soll-Ist) unter die Soll-Zeile von PDL eingetragen werden.
Allerdings werden Dienständerungen vorher mit den MA besprochen.
Auf jeden Fall MUSS die PDL ihre Schichten besetzen und die Pflege MUSS gewährleistet sein.
Ist über längere Zeit mit Krankheitsausfällen zu rechnen, muss HL/PDL dafür sorgen, dass z.B. über Vermittlungsfirma Personal angefordert wird.
Der AG darf BEGRÜNDETE Überstd. anordnen.
 
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AW: Alte Kamelle - neu aufgerollt

Hallo Chef de Saucier

Zu a. u. b. braucht man nicht viel zu sagen, außer das es so stimmt.

Zu c. wird es schon interessanter, führ mein Empfinden
Grundsätzlich kann man sagen: das Vereinbahrungen zw. AG u. AN nach denen der AN verpfllichtet wird über die vereinbarte Zeit hinnaus zu arbeiten nach § 134 BGB unwirksam sind.

In welchen Umfang der AN zur Dienstleistung verpflichtet ist, wird im Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder Einzelvertrag geregelt.
Aber:
Das sogenannte Direktionrecht ist etwas schwammig, denn es besagt, das der AG bis zu 25% an Arbeitsleistung mehr anordnen kann.
Wenn folgende Vorraussetzungen eingetreten sind.
a. Das Ereignis war nicht vorhersehbar
b. die Situation liegt nicht im Verantwortungsbereich des AG
c. wenn ein finanzieller Schaden droht
Und jetzt ist es wieder oftmals eine Auslegungssache

Als letztes Instrument, hätte der Arbeitgeber noch die Änderungskündigung im Ärmel
 
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AW: Alte Kamelle - neu aufgerollt

@Speerkämpferin, Krankheitsausfälle sind kein Notfall - da gibt es Entscheidungen dazu vom BAG! Das wird uns jedoch regelmäßig eingeredet, weil die eigentliche Ursache darin liegt, dass das Personal gerade so ausreichend ist - und wenn mal ein AU-Schein kommt, dann bricht alles zusammen. Letztlich führt das jedoch zum Verschleiß der Pflegekräfte. Ich stimme Dir zu: die PDL muss die Schichten besetzen - aber bitte nicht mit den Leuten, die sich an ihren freien Tagen von der anstrengenden Arbeit erholen müssen. Dafür, dass sie sich Gedanken macht, wie sie das bewerkstelligen kann (Rufbereitschaft, Pool von Aushilfskräften u.a.) bekommt sie mehr Lohn, als die "normalen" Pflegekräfte. Nur meistens bekommen sie dieses mehr an Lohn unberechtigt, weil ihr einziges Krisenmanagement darin besteht, Leute aus ihrem wohlverdienten Frei zu holen . . .
 
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Tilidin

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AW: Alte Kamelle - neu aufgerollt

Schwester Wolfgang
Du hast ja sowas von Recht, aber ich möchte auch mal für die PDL sprechen, denn sie ist für viele AG überflüssig, sitzt auf dem Stuhl weil die Heim/Pers.- Gestzgebung es vorschreibt.
Sie muss mit den wissentl. zu geringen Stellenschlüssel arbeiten, der Führungsstiel wird ihr diktiert u. die Bezahlung ist auch oftmals nicht so doll.
Also letzendlich ist sie ein ganz armes Schw., zwischen den Stühlen.
Wie viele PDL werden auch wieder gegangen, weil sie eigentllich eine andere Führungskultur haben möchten.
Ich glaube, das in vielen Einrichtungen die Qualität der PDL zu niedrig eingestuft wird u. das der Heimleitung als zu hoch.( Keine generelle Aussage)
Dazu kommt noch, wenn der Betreiber viele Einrichtungen hat, deine Entfaltungsmöglichkeit noch weiter beschnitten wird.
Ich glaube, das die meisten PDL wollen, aber sie können nicht.
Aber nichts destro Trotz: hast Du recht
 
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AW: Alte Kamelle - neu aufgerollt

. . . okay, ich stimme Dir zu, es ist ein undankbarerer Posten - wenn man nämlich PDL sagt, meint man damit eigentlich indirekt mehr den Arbeitgeber und die PDL als dessen ausführendes Organ. Ist sie ja irgendwie auch. Andererseits: hat jemand eine PDL zu dem gezwungen, was sie ist? Für PDL trifft das gleiche zu, wie für die Pflegekräfte auch: wenn ich mit Entscheidungen des AG nicht einverstanden bin, muss ich mir einen anderen suchen. Ist zwar für ne PDL nicht so leicht, wie für Pflegekräfte, aber nicht unmöglich . . .
 
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AW: Alte Kamelle - neu aufgerollt

In 10-15 Jahren sprechen wir vieleicht nicht mehr über die PDL

Uns hat man vor vielen Jahren schon erzählt/gelehrt, das die PDL wegrationalisiert wird.
Die Funktion wird dann von Pflegemanagern in den Häusern erfüllt, wobei der Stellenwert/ Verantwortungsbereich einer ST.- Leitung aufgewertet werden soll.
Das würde bedeuten, das die mittlere? Führungsschiene ( Bereichsl. Pflegedienstl.) wegfällt. ( auch die klassische Heimleitung)
Unter dem Gesichtspunkt der Kostenminimierung kann ich es sogar nachvollziehen.
 
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thorstein

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AW: Alte Kamelle - neu aufgerollt

Na ja, die Notwendigkeit einer verantwortlichen Pflegekraft ist in SGB 11 geregelt.

Und spätestens auf PDL-Ebene hält sich mein Mitleid in Grenzen. Dafür schlagen sich zu viele offensichtlich problem - und konfliktlos auf die Arbeitgeberseite. Es gibt durchaus engagierte Leitungskräfte, die auch Ausfallzeiten kalkulieren können und entsprechende Lösungen entwickeln. Was ja eigentlich auch ihre Aufgabe wäre. Statdessen argumentiert man gerne wie Speeerkämpferin. Oh, es ist Freitag und jemand ist krank geworden. Also damit konnte ja niemand rechnen, da musst du jetzt einspringen. Es ist ein NOOOOtfall. Die Bewohner müssen ja versorgt werden. Dann ab ins Wochenende. Hat man sich ja als PDL verdient, nachdem wieder alles so gut organisiert hat.

Leider ist das nicht die Ausnahme, vielleicht auch nicht die Regel. Den Schuh darf sich jeder anziehen, dem er passt. Bei den engagierten Leitungen bitte ich um Entschuldigung.
 
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AW: Alte Kamelle - neu aufgerollt

Oh, es ist Freitag und jemand ist krank geworden. Also damit konnte ja niemand rechnen, da musst du jetzt einspringen. Es ist ein NOOOOtfall. Die Bewohner müssen ja versorgt werden. Dann ab ins Wochenende. Hat man sich ja als PDL verdient, nachdem wieder alles so gut organisiert hat.
Ist wirklich ne alte Kamelle. Aber solange die Pflegekräfte nicht "nein" sagen wird sich nichts ändern!
Ist es nicht so das die meisten PK an alten Strukturen hängen, keine Änderungen zulassen wollen? Und wenn auch nur die Dienstzeit um ne 1/4 Stunde verschoben werden soll
Warum soll sich ne PDL zusätzliche Arbeit machen wenn sie schon im vorhinein weiß das sowieso jemand einspringt.

Gruss Silversurfer
 
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AW: Alte Kamelle - neu aufgerollt

. . . ooooch - das mit dem nix-verändern-wollen - das ist doch eine urmenschliche Eigenschaft! Der Mensch strebt nun mal im Normalfall nach Beständigkeit und Ruhe ;-) Und manche Kleingeister fühlen sich erst so richtig wichtig, wenn sie wieder mal "springen" durften - da bekommt der Ego so richtig Auftrieb . . .
 
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AW: Alte Kamelle - neu aufgerollt

. . . aber mal zurück zum angeschnittenen Thema:

sind folgende Aussagen richtig?
a. Der Dienstplan ist ein Dokument und kann von der PDL/ HL nach dem Aushang nicht beliebig verändert werden.

Wenn man das Wort Dokument so auslegt, dass mit dem Aushang des Dienstplanes die Verteilung der vereinbarten Arbeitszeit auf die Wochentage dokumentiert wird, dann ist es ein Dokument. Und ein solches kann man nicht ständig und beliebig abändern, denn es ist nicht nur ein Dienstplan, sondern auch unser Freizeitplan. Nach diesem Plan plane ich meine Freizeitaktivitäten, mache die Termine bei der Fußpflege, beim Facelifting, beim Frisör, beim Facharzt, verabrede mich mit Freunden, Bekannten und Familie, bestelle Eintrittskarten für Konzerte, Kino und Theater, oder Plätze im Restaurant, nach diesem Plan bestelle ich den Kühlschrankmonteur, oder ich gebe mein Auto in die Werkstatt. Und in diese, meine persönliche Planung darf ohne wirkliche nachvollziehbare Notsituation wie Naturkatatstrophen, Epidemien u.ä. niemand eingreifen. Eine beliebige Veränderung des einmal bestehenden Planes stellt einen solchen Eingriff dar, der sogar vertragsrechtliche Folgen haben könnte (Handwerker angereist, musste unverrichteter Dinge wieder abziehen, weil mein Plan kurzfristig geändert wurde - der stellt mir auf jeden Fall die vergebliche Anreise in Rechnung).
Der Arbeitgeber hat nach § 106 GewO die Möglichkeit im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben, Tarifverträge usw. festzulegen, wann ich meine Arbeitsleistung zu erbringen habe. Mit dem Aushang eines gültigen Dienstplanes hat er dieses Recht wahrgenommen, kann es dann aber nicht unendlich wieder und wieder und wieder (durch Änderungen) in Anspruch nehmen . . .

b. Änderungen, welche nach dem Aushang auf dem Dienstplan vorgenommen werden, sind nicht ohne weiteres verbindlich. Der Dienst kann abgelehnt werden ( Stichwort z.B. Grenzen des Direktionsrechtes?!).
Die Grenze des Direktionsrechts habe ich oben beschrieben. Mit dem Ablehnen des Dienstes wäre ich als "kleiner"Arbeitnehmer jedoch vorsichtig, auch wenn ich damit im Recht wäre. Denn wie sagt man so schön? Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand. Und wenn ich Pech habe, erwische ich einen Richter, dessen Frau gerade in der Nacht vor der Verhandlung abgelehnt hat, geschlechtlich zu kollidieren, wohne dazu noch in einer Region, in der es wenig Arbeitslosigkeit gibt und habe einen Anwalt, den der Richter eh nicht so gut leiden kann . . . dann läuft es dumm für mich!
Also empfiehlt es sich stets im Zweifelsfall, den angeordneten Dienst erst mal zu leisten, danach jedoch die Rechtsabteilung der Gewerkschaft, oder einen Fachanwalt für Arbeitsrecht (je nachdem, wo man seine Beiträge zahlt) aufzusuchen und dem Arbeitgeber klar machen zu lassen, dass das ein Einzelfall war und bleiben muss.

c. Der AG darf Überstunden (wenn kein Betriebsrat/ MA) verbindlich anordnen, wenn... (welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden?).
Arbeitnehmer sind nur verpflichtet, Überstunden zu leisten, wenn:
* es sich um einen dringenden Notfall (aus betrieblicher Sicht) handelt oder

* die Bereitschaft zur Leistung bereits im Arbeits- oder Tarifvertrag festgelegt ist.

Ist im Arbeitsvertrag nicht vereinbart, dass man Überstunden leisten muss, kann man auch nicht dazu gezwungen werden! Ist also eine 35-Stunden-Woche vereinbart, muss man auch nur diese 35 Stunden arbeiten. Die einzige Ausnahme besteht in wirklichen Notsituationen, wie Überschwemmungen, Bränden und ähnlichen absoluten Ausnahmefällen (normale Krankheitsausfälle gehören dazu nicht - nur Epidemien)


Überstunden müssen darüber hinaus rechtzeitig angeordnet werden. Das Arbeitsgericht Frankfurt hat hierfür eine Wochenfrist als angemessen angesehen (Urteil vom 20.06.2010, Az.: 7 Ca 514/99).

Reicht das an sachlicher Information? ;-)
 
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AW: Alte Kamelle - neu aufgerollt

...Und wenn ich Pech habe, erwische ich einen Richter, dessen Frau gerade in der Nacht vor der Verhandlung abgelehnt hat, geschlechtlich zu kollidieren, wohne dazu noch in einer Region, in der es wenig Arbeitslosigkeit gibt und habe einen Anwalt, den der Richter eh nicht so gut leiden kann . . . dann läuft es dumm für mich!
Sehr weise. :super:
Und wie heißt es weiter? Bei Gericht bekommst du kein Recht. Du bekommst nur ein Urteil....
 
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AW: Alte Kamelle - neu aufgerollt

also meine Lieben, ihr müsst ja alle ausschließlich schlechte Erfahrungen gemacht haben. Thorstein, hast du schon mals versucht einen Notstand hinzukriegen? NOVO usw......?
Aber klar, wir sagen den Bewohnern, heute bleibens im bett und 1 Mahlzeit am Tag reicht auch. Wenn ich, egal was ist auf meine geregelte AZ bestehe, dann such ich mir einen Job im Büro.
Ganz was anderes ist aber die generelle Ausnutzung der PK. Da geb ich silversurfer recht: Immer weniger PK rennen wie blöd und leisten trotzdem alle Arbeit. Da bin ich der Meinung, dass tatsächlich Pflegekräfte sich zusammentun müssten zum geschlossenen NEIN! Aber bitteschön, organisiert und nicht wie in Fällen, wie in vorherigen Beiträgen beschrieben.
Und noch was lieber thorstein: es gibt solche und solche. Aber ich kann dir versichern, bevor ich jemand aus dem Frei oder WE hole, übernehme ich Dienst und noch was: ich arbeite generell genauso an WE wie meine MA. Und ich kenn Einige PDL und WBL die das auch tun
 
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AW: Alte Kamelle - neu aufgerollt

sorry wegen der Rechtschreibfehler, komm grad vom Frühdienst übernommen für eine MA die sich gestern abend krank gemeldet hat.
 
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. . . zur Thematik deutscher Gerichtsurteile passt die folgende Meldung:

07.11.2011 Zeitbrief
Arbeitsrichter urteilen nach Konjunkturlage

Urteile deutscher Arbeitsgerichte sind abhängig von der wirtschaftlichen Lage der jeweiligen Region: Je geringer die Arbeitslosigkeit am Standort des Gerichts, desto wahrscheinlicher ist eine Entscheidung gegen den Arbeitnehmer. Das ergab eine Studie des Wirtschaftswissenschaftlers Michael Neugart von der TU Darmstadt.

Im Rahmen einer ökonometrischen Studie berechneten die Wissenschaftler Michael Neugart und Helge Berger von der FU Berlin den Einfluss verschiedener Faktoren auf die Entscheidungen deutscher Arbeitsrichter. Dabei stellten sie weiterhin fest, dass die Richter dazu tendieren, zugunsten klagender Arbeitnehmer mit Kindern zu entscheiden, während das Alter, die Dauer der Betriebszugehörigkeit, der Familienstand oder das Geschlecht einen deutlich geringeren Einfluss auf die Erfolgsaussichten einer Klage hatten. Allerdings profitierten in den untersuchten Fällen klagende Frauen von mehrheitlich weiblich besetzen Kammern, klagende Männer von mehrheitlich männlich besetzten Kammern. Ebenso erhöhten sich die Chancen gekündigter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, ihren Arbeitsrechtsprozess zu gewinnen, wenn sie von einem Gewerkschafts-Anwalt vor Gericht vertreten wurden.

Für ihre Studie haben Neugart und Berger insgesamt 221 Arbeitsrechtsprozesse ausgewertet, die zwischen August 2003 und September 2006 an 33 Arbeitsgerichten in zwölf Bundesländern entschieden worden waren. Da in allen untersuchten Fällen den klagenden Arbeitnehmern von einer großen Elektronik-Handelskette betriebsbedingt gekündigt worden war und die Elektronik-Handelskette zudem in allen Prozessen von derselben Anwaltskanzlei vertreten wurde, stellen die Fälle eine hervorragende Datenbasis für eine vergleichende Studie dar.
 
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@Speerkämpferin,
wie oft im Jahr wütet denn so der Norovirus? Bei manchen scheint mir, an 365 Tagen ;-)
 
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An Hand dieser Studie, könnte/sollte/ dürfte man ja wirklich die Neutralität gewisser Körperschaften in Frage stellen.

Es währe jetzt ja Interessant, ob man an Hand des Alters, politischer Gesinnung, Lebenseinstellung, Vergangenheit ( 1980 Hausbesetzer) Rückschlüsse ziehen kann.???????
Denn dieses Phänomen ist doch nicht anerzogen, gewollt, überlegt, gelehrt oder gar im Auftrag in Erscheinung getreten.???????

Mit ein wenig Phantasie, kennen wir solche Mechanismen vieleicht auch aus dem Strafrecht. ( Schwerstverbrecher bekommen eine Strafe, die das normale V. nicht verstehen kann)

Aber jede Studie muss von vielen Seiten beleuchtet werden.

Es könnte auch sein, das Du eine sehr interessante Tür aufgestossen hast.
 
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Vielen Dank für die kompetente Hilfe.

P.s.: @ Schwester Wolfgang: Es ist immer wieder ein Vergnügen Deine Ausführungen zu lesen!
 
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stern3007

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Schwester Wolfgang
Du hast ja sowas von Recht, aber ich möchte auch mal für die PDL sprechen, denn sie ist für viele AG überflüssig, sitzt auf dem Stuhl weil die Heim/Pers.- Gestzgebung es vorschreibt.
Sie muss mit den wissentl. zu geringen Stellenschlüssel arbeiten, der Führungsstiel wird ihr diktiert u. die Bezahlung ist auch oftmals nicht so doll.
Also letzendlich ist sie ein ganz armes Schw., zwischen den Stühlen.
Wie viele PDL werden auch wieder gegangen, weil sie eigentllich eine andere Führungskultur haben möchten.
Ich glaube, das in vielen Einrichtungen die Qualität der PDL zu niedrig eingestuft wird u. das der Heimleitung als zu hoch.( Keine generelle Aussage)
Dazu kommt noch, wenn der Betreiber viele Einrichtungen hat, deine Entfaltungsmöglichkeit noch weiter beschnitten wird.
Ich glaube, das die meisten PDL wollen, aber sie können nicht.
Aber nichts destro Trotz: hast Du recht
Eine PDL ist eine arme Socke, das sehe ich auch so. Ihre Aufgabe ist unter anderem, dass Personal arbeitsfähig zu halten. Das geschieht sicher nicht, indem sie immer wieder alle einspringen läßt.

Sie ist nicht der Hampelmann des AG sondern eher Vermittler zwischen AG und AN. Wenn ihr das nicht gefällt oder sie dem Druck von oben nicht standhalten kann, darf sie den Posten nicht bekleiden.

Leider sind die meisten PDLs genauso "Duckmäuser" wie viele AN. So wird das nix mit besseren Arbeitsbedingungen in der Pflege.
 
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