Alltagsbegleitung §87b

E

ewiger Optimist

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17.11.2011
45475
Hallo,
ich bin seit einem Jahr Alltagsbegleitung §87b, Präsenzkraft, zusätzliche Betreuungskraft (wir haben ja viele Namen) und dem sozialen Dienst zugeordnet.
Es war ziemlich schwierig einen Fuß in die bestehenden Strukturen meines Hauses zu bekommen und das was ich in meiner Ausbildung gelernt habe einsetzen und umsetzen zu dürfen. Wie sieht es denn in anderen Einrichtungen aus? Manchmal denke ich unser Haus ist noch gar nicht reif für eine Umsetzung wie es der § 87b eigentlich vorsieht. Es ist schwierig sich zu behaupten oder Ideen umzusetzen da man ja erst so kurz dabei ist und alle mehr Berufserfahrung haben oder die bessere Ausbildung/ Examen . Die Arbeit mit meinen Bewohnern ist toll und von der Seite habe ich meine Entscheidung noch keinen Tag bereut. Welche Aufgaben bei der Pflegeplanung/AEDL Beschäftigung werden von wem bearbeitet? In der Ausbildung kamen solche Abläufe von Einzugsbegleitung bis Fallbesprechung und Pflegeplanung/Evaluation usw. ein bißchen kurz und manchmal fällt mir sowas noch schwer.
Welche Tätigkeiten gehören denn bei Euch so zum Tagesablauf? Nur mal als Vergleich für mich.
Freue mich auf Antworten
 
Qualifikation
Zusätzliche Betreuungskraft
Fachgebiet
Senioreneinrichtung
M

Marple

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29.02.2012
25358
AW: Alltagsbegleitung §87b

Hallo,
ich finde die "Geschichte" mit den sog. 87b -Kräften etwas schwierig.
Vom Grundsatz her ist die Idee, kognitiv eingeschränkten Menschen und Menschen die durch das allg "Betruungsraster" fallen eine individuelle HIlfe zur Seite zu stellen prima. Allerdings denke ich, dass die sog. Ausbildung dieser Präsenskräfte sehr zu wünschen lässt. Das beinhaltet meiner Meimnung nach Konfliktpotential, weil es dazu führen kann, dass die Präsenskräfte überfordert sind. Sehr schade. Im weiteren muss ich leider bemängeln, dass viele Pflegekräfte und Pflegehelfer in der Altenpflege mit den Präsenskräften nichts "anzufangen wissen", nochmal schade. Präsenskräfte werden in vielen Häusern als "Hilfstruppen" für Pflege und Ergotherapie eingesetzt. Die eigentliche Aufgabe dieser Menschen besteht darin die Lebensqualität derer die sie betreuen zu erhöhen. Leider kommt ausgerechnet das oft zu kurz.
:cry:
 
Qualifikation
Krankenschwester, Lehrerin für Pflegeberufe
Fachgebiet
Altenheim
Speerkaempferin

Speerkaempferin

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22.10.2011
87549
AW: Alltagsbegleitung §87b

Hallo,
ich nehme an, dass du in einer integrativen Einrichtung arbeitest? Wie sind denn die Strukturen?
Es müsste doch ein Betreuungskonzept geben und wenigstens eine gerontopsych.Fachkraft, die den Betreuungsdienst koordiniert, euch einplant, weiterführende FO macht, euch in Team- und Fallbesprechungen einbezieht?
PP/Evaluation macht die gerontopsych. Fkrft. in den Bereichen Beschäftigung/Aktivierung, Sturzprophylaxe (Gymnastikangebot) und in allen anderen AEDL`s übergreifend mit Pflege mittels Fallbesprechung (berufsübergreifend)
die Vernetzung hat in unserem Haus aber auch einige Jahre gedauert, bzw. dauert noch an.
Tätigkeitsfelder sind bei uns Gruppenangebote (spontane und geplante), Einzelbetreuungen, Integration von neuen Bewohnern, Feste mitgestalten, Mit-Ansprechpartner, weil "präsent" für Angehörige. Pflegerische kleine Tätigkeiten nur ausnahmsweise wenn`s in der Pflege "brennt"
 
Qualifikation
AP-gerontopsych.Fkr., PalliativFkr., Mentor,Gerontotherap.Dipl.Sozialbetr.
Fachgebiet
gerontopsych.Betreuung
Speerkaempferin

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22.10.2011
87549
AW: Alltagsbegleitung §87b

ach ja, Dokumentation: Verlaufsberichte, Biographie ergänzen, Trink/Ernährungsprotokoll führen natürlich auch.
 
Qualifikation
AP-gerontopsych.Fkr., PalliativFkr., Mentor,Gerontotherap.Dipl.Sozialbetr.
Fachgebiet
gerontopsych.Betreuung
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Gerhild

AW: Alltagsbegleitung §87b

Alltagsbegleiter müssen mindestens eine Ausbildung von 160 Stunden haben und jedes Jahr neu geschult werden. Sie sind übrigens nicht nur für kognitiv eingeschränkte Menschen da. "Eingeschränkte Alltagskompetenz" haben wir auch bei Bewohnern die einfach nur alt ... und eingeschränkt im Alltag sind.

Das "Deutsche Pflegeportal" schreibt :Alltagsbegleiter/innen nach § 87b des SGB XI sind Betreuungskräfte in der Altenhilfe, welche nach den Regelungen des Paragraphen 87b des 11. Sozialgesetzbuches ( Pflegeversicherungsgesetz) im Rahmen der dort geregelten Bestimmungen zusätzlich für die Betreuung demenziell veränderter älterer Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz in der stationären Altenhilfe eingesetzt werden dürfen. Sie sind je nach Organisation dem Pflegedienst oder dem Sozialen Dienst der Einrichtung zugeordnet und übernehmen zusätzliche, besondere Aufgaben in der Betreuung für die laut Gesetz berechtigte Personengruppe. Diese Aufgaben umfassen in erster Linie Betreuungs- und Begleitungsleistungen für demenziell veränderte Menschen in der Form von Freizeitgestaltung
(singen, basteln, Spaziergänge, etc.), hauswirtschaftliche Aufgaben, welche in direktem Zusammenhang mit der Betreuung stehen (Zubereitung kleiner Mahlzeiten wie Obstsalat, Waffeln backen, etc.) oder auch die Mithilfe und Unterstützung bei der Nahungs- und Flüssigkeitsaufnahme sowie die zugehörigen Arbeiten des Geschirrauf- und abtragens und Säuberung der Tische.

Begleitungen zu Arztbesuchen oder Therapiemaßnahmen, Kontaktpflege zu den Angehörigen sowie Unterstützung beim Heimeinzug sind weitere Tätigkeiten der Alltagsbegleiter. Auch die Durchführung von kleineren Pflegetätigkeiten, welch in direktem Zusammenhang mit der Betreuungsleistung der demenziell veränderten Bewohnergruppe stehen oder Voraussetzung für Durchführung der Betreuung sind ( Toilettengänge, Hilfestellung beim Aufstehen aus dem Bett, etc. ) , gehören zu den Aufgaben der Alltagsbegleiter nach § 87b.
 
Speerkaempferin

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22.10.2011
87549
AW: Alltagsbegleitung §87b

Sie sind übrigens nicht nur für kognitiv eingeschränkte Menschen da. "Eingeschränkte Alltagskompetenz" haben wir auch bei Bewohnern die einfach nur alt ... und eingeschränkt im Alltag sind.
Alltagsbegleiter/innen nach § 87b des SGB XI sind Betreuungskräfte in der Altenhilfe, welche nach den Regelungen des Paragraphen 87b des 11. Sozialgesetzbuches ( Pflegeversicherungsgesetz) im Rahmen der dort geregelten Bestimmungen zusätzlich für die Betreuung demenziell veränderter älterer Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz
widersprichst du dir da nicht selbst?
..und einfach "nur alt" stimmt definitiv nicht. Du stellst den PeA Antrag ja nur, wenn die Kriterien, die erfüllt sein müssen zutreffen.
Die sind ganz klar formuliert. Dazu gibt es das Screening und das Assesment.
 
Qualifikation
AP-gerontopsych.Fkr., PalliativFkr., Mentor,Gerontotherap.Dipl.Sozialbetr.
Fachgebiet
gerontopsych.Betreuung
G

Gerhild

AW: Alltagsbegleitung §87b

Momentan läuft das Screening relativ unkompliziert. Ich stelle den Antrag fast generell für alle Bewohner und lasse dann die Kasse nach Aktenlage entscheiden. Bewilligt wird auch bei Depressionen, der Unfähigkeit den Tagesablauf selbst zu strukturieren, Selbstgefährdung durch Nichterkennen von Situationen. Demenz steht nicht immer als Diagnose dabei.
G.
 
Speerkaempferin

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22.10.2011
87549
AW: Alltagsbegleitung §87b

Demenz steht nicht immer als Diagnose dabei.
ja, das ist schon klar. Eingeschränkte Alltagskompetenz heisst ja nicht zwangsläufig dementielle Einschränkung. Aber ohne Einschränkung nur auf Grund des Alters wird i.d.R. nicht genehmigt.

PS: ich hab übrigens im Oktober erstmals eine Reihe Anträge gestellt. Weder Ablehnung noch Zustimmung. Einfach nix!keine Antwort. Dann hab ich die ganze Chose im Januar nochmal gemacht. Immer noch nix. Kennst du solch Gebaren von den kassen? Was kann ich da nun wohl unternehmen? hast du eine Idee?
Gr.Sp.
 
Qualifikation
AP-gerontopsych.Fkr., PalliativFkr., Mentor,Gerontotherap.Dipl.Sozialbetr.
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gerontopsych.Betreuung
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Gerhild

AW: Alltagsbegleitung §87b

kenn ich nicht, alle Anträge sind bei uns (Sachsen) binnen 8 Wochen bearbeitet,
hilft anrufen und nachfragen ???
G.
 
Speerkaempferin

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22.10.2011
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AW: Alltagsbegleitung §87b

Danke.
Tja, werd ich mich halt ans Telefon klemmen.

Vielleicht hilft ja auch der Hinweis auf die Regelungen der Pflegereform 1-2012 geht hier zwar um Feststellung der Pflegebedürftigkeit, wobei die eingeschränkte Alltagskompetenz ja in diese integriert ist.

Das Verfahren zur Feststellung von Pflegebedürftigkeit wird durch die Änderungen in § 18 insgesamt

so gestaltet, dass es den Interessen und Ansprüchen der Antragsteller hinsichtlich einer
zügigen Bescheiderteilung und einer umfassenden Information besser gerecht wird. Hierzu wird
den Pflegekassen die Möglichkeit zur Beauftragung anderer Gutachter eingeräumt,
den Pflegekassen die Pflicht zur Leistung einer Zusatzzahlung bei Nichteinhaltung der gesetzlichen
Frist zur Erteilung eines Bescheides auferlegt,
das Recht der Antragsteller auf die gleichzeitige Zusendung der Gutachten des Medizinischen
 
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AP-gerontopsych.Fkr., PalliativFkr., Mentor,Gerontotherap.Dipl.Sozialbetr.
Fachgebiet
gerontopsych.Betreuung
L

Lisy

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03.04.2008
SCHWÄBISCH GMÜND
AW: Alltagsbegleitung §87b

Hallo Speerkämpferin,
wie immer, ich kann nur für BW berichten. Bei uns ist so, das die Angehörigen die Anträge stellen müßen. Anträge von Heimen oder Pflegedienste werden nicht berücksichtigt.
Logo, man kann das Ganze etwas "entzerren", in dem man die Anträge im Namen der Angehörigen und mit deren Unterschrift erstellt.
Grüßle von einer total müden
Lisy
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
pdl
Speerkaempferin

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AW: Alltagsbegleitung §87b

die Anträge im Namen der Angehörigen und mit deren Unterschrift erstellt.
ach, gute Idee, danke

von ebenfalls einer umfall-kaputt Speer-hinter-sich-her-schlepp
 
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Fachgebiet
gerontopsych.Betreuung