Kardiologie Akute Herzinsuff. nach Infarkt

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jon.ass

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Bin grad an einer Pflegeplanung und frage mich folgendes:

Besteht 2-3 Tage nach einem Infarkt noch die Gefahr der akuten Herzinsuffizienz?

Habe leider nie auf Kardiologie gearbeitet, aber das käme mir irgendwie logisch vor....

Danke! Gruß Jonas
 
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pdlandy

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Hi jon.ass,
innerhalt der ersten 72h nach einem Myocardinfarkt kann eine Linksherzinsuffizienz mit Lungenödem auftreten - bis hin zum cardiogenen Scock. Habe zwar auch nie auf Cardio gearbeitet, aber das weiß ich noch von meiner Ausbildung.
mfg
 
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jon.ass

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aber danach ehr nicht mehr?
oder doch?
Die Patienten werden doch danach auch noch sehr engmaschig überwacht (was ist eigentlich Telemetrie genau?)?
Warum? Was kann da noch passieren?

Danke, Gruß Jonas
 
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pdlandy

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Es gibt noch ne ganze Reihe von Akut-und Spätkomplikationen, weshalb die engmaschige Kontrolle unisono ist. Zu ersteren zählen z.B. nebst der bereits erwänhten Linhsherzinsuffizienz auch cardiale RhytmStör wie VT/Kammerflimmern,AV-Blockierung usw.-> ich denke mal daurch begründet dass es beim transmuralen Infarkt auch zu Reizleiterfaserschäden kommen kann. Desweiteren kann es zu Rupturen der Herzwand oder des septum interventriculare kommen -> durch den lokalen Untergang des Myocards denke ich. Spätkomplikationen sind z.B. Reinfarkt, art. Embolien bis hin zur Lungenembolie , die Pericarditis natürlich und das Herzwandaneurysma->durch diese verminderte Beweglichkeit und daurch Gefahr der Herzwandruptur.
Unter Telemetrie verstehe ich die Fernübertragung von Messgrößen - ich denk also mal das Monitoring ist damit gemeint , bin mir hier aber nicht ganz sicher.
mfg
 
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jon.ass

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ok, Danke mal
 
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HBR69

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Hallo Jonas,

nach einem HI bleibt oftmals eine Form der Herzinsuffizienz zurück. Ist eigentlich auch logisch. Herzmuskelzellen werden bei einem HI nicht mehr mit sauerstoffreichem Blut versorgt und sterben somit ab. Diese Zellen "wachsen" nicht mehr nach und je nach Erfolg der Akutbehandlung (PTCA, Stenteinlage ect.) bleibt also ein, unterschiedlich großer, Bereich am Herzen zurück der nicht mehr vollständig arbeitet. Je früher das betroffene Koronargefäß wieder rekanalisiert wird umso weniger Probleme (evtl. Herzinsúff.) bleiben bestehen. Deshalb fahren die RD zügig in die nächste Kardiologie, wo ein Herzkatheterlabor die invasiven Eingriffe durchführen kann.

Unter Telemetrie versteht man eine Monitorüberwachung, wo die Patienten mobil im KH sich bewegen können und die "EKG-Kurven" auf den entsprechenden Stationen überwacht werden. In meinem voherigen Haus hatten wir die Überwachung bei uns auf der ITS. Die Patienten lagen auf den "normalen" inneren Stationen. Wenn es zu Rhythmusstörungen gekommen ist, konnte schnell eingegriffen werden.
Linksherzinsuff. ist nicht immer das Hauptproblem. Kommt drauf an, wo der Infarkt stattgefunden hat bzw. wie groß der betroffene Bereich ist. (wieviel Gefäße betroffen sind)

Gruß
Heike
 
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Fachkrankenschwester I/A, freie Dozentin
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Lungenfachklinik Intensivstation, Stationsleitung
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