Akut Palliativ subkutane infusion?

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Tombombalin

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Hallo an alle, ich hab mal eine Frage die mir aufgetan hat. Ich beschreibe mal kurz den Fall

Demenzkranker Bewohner im Endstadium. Ist Bettlägrig. Konnte vor ca 1 Monat noch gut Essen und Trinken. Seid ein Paar Wochen wird das essen und trinken immer weniger da das essen im Mund behalten wird und nicht geschluckt wird. Beim trinken verschluckt sich der Bewohner trotz Andickung. Jetzt kam es öfters vor das er einzelne Tage hatte wo er über 38,5 Temp rectal hatte. Die Bedarfsanordnung vom Arzt sagt da , 20 Novalgintropfen 4x/24h und 500mg Paracetamol sup 4x/24h
Jetzt ist das so das er die letzten zwei Tage sehr geschwächt ist, noch weniger oder gar nichts mehr Schlucken konnte. Durch das Wetter und der mangelnde Aufnahme von Flüssigkeit hatte er jetzt teilweise Temp von 39,3 rect und auch Schnapatmung haben gelegentlich eingesetzt, Trotz Einsatz von Bedarf ging die Temp meist nicht weiter runter als bis 38,8. Ich hab da immer wie Angeordnet eine Infusion gelegt da bei einer Trinkmenge unter 1000ml eine 500ml NaCL s.c gelegt werden soll. Mit der Ehefrau und dem Arzt wurde besprochen das alle Medikamente abgesetzt wurden bis auf die Bedarfsmedikamente. DIe Ehefrau möchte auch das ihr Mann nicht mehr ins Krankenhaus kommt.

Jetzt zu meiner eigentlichen Frage. Ich war der Meinung das die Infusion ein wenig das leiden was durch FLüssigkeitsmangel entsteht reduziert wird. Eine andere Kollegin hat da mit mir darüber diskutiert das man Diesen Mann doch gehn lassen soll und warum ich ihn ständig die s.c Infusion anhängt da es eh nichts bringt. Da stellt sich jetzt die frage, Verlänger ich das leiden des Bewohners durch die Infusion?. Bin da gerade sehr unsicher was das richtige ist.
 
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supetrosu

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Es ist sogar moeglich, das du damit das Leiden des Bewohners verschlimmerst. Denn wenn seine Nieren nicht mehr in der Lage sind die Fluessigkeit auszuscheiden, dann bleibt es im Koerper und evtl in der Lunge. Versuch eine gute Mundpflege wenn er zulassen kann. Also befeuchten mit Wasser oder Tee oder anderen Fluessigkeiten die ihm frueher geschmeckt haben so haeufig wie moeglich. Wir reduzieren die Fluessigkeit immer auf ein Minimum. Und nur das, was der Patient/Bewohner noch moechte/kann.
Was ich nicht ganz verstehe ist die Kombination aus Novalgin und Paracetamol. Bringt eigentlich nicht wirklich was. Aber solange der Mann ohne Schmerzen ist....
Gegen Das Fieber koennt ihr versuchen ihn mit lauwarmen Wasser vermischt mit Pfeffermintee abzuwaschen oder kalte Waschlappen auf die Stirn. Pfefferminz kann ziemlich gut kuehlen. Allerdings immer darauf achten das es dem Bewohner dabei gut geht. Wenn ihr das Gefuehl habt, es ist ihm unangenehm, dann lasst es.
 
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Was genau möchtest du mit der subkutanen Flüssigkeitsgabe erreichen, bzw. welches therapeutische Ziel verfolgt der Arzt, der sie angeordnet hat? Um die Stoffwechselvorgänge aufrecht zu erhalten, genügen 500 ml nicht (die Niere wird allenfalls noch ein wenig durchblutet). Mundtrockenheit linderst du damit auch nicht, dafür ist eine gute Mundpflege viel besser geeignet, wie im vorigen Beitrag schon gut erklärt wurde. 500 ml sind zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel. Es ist schwierig zu beurteilen, in welchem Zustand dein Bewohner sich befindet. Wenn er auf dem letzten Weg ist, belaste ihn nicht mit Flüssigkeit, die sein Körper nicht mehr verarbeiten kann. Außerdem weiß man inzwischen, dass durch den Verzicht auf Flüssigkeit die Schmerzen reduziert werden.
 
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Tombombalin

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Danke Micca für die gute Antwort. Hat mir auf jedenfall geholfen es mehr zu verstehn.
Gegen 20 Uhr ist der Besagte Bewohner eingeschlafen.
 
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