Altenpflege Aktivierung einer Dementen Bewohnerin

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Mel H.

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Hallo an alle,

Ich mache meine Ausbildung zur Altenpflegehelferin und habe am Montag meine Abschlussprüfung. In dieser muss ich eine demente Bewohner aktivieren. Die Bewohnerin ist völlig desorientiert, spricht kaum noch und zeigt an nicht´s Interesse. Ich habe verschiedene Sachen ausprobiert. Bilder malen, ein Sandbild herstellen, eine Kiste zum wühlen, einen heißen Kakao machen da sie den sehr gerne trinkt ect... Die Bewohnerin hat alles abgelehnt, blickte stur aus dem Fenster und reagierte wenn dann nur mit Kopfschütteln. Basale Stimulation bei der Grundpflege lehnt sie auch ab, da sie dann sagt, sie friert oder will das nicht. Aktivierendes Frühstück darf ich von der Schule aus nicht machen.

Habt ihr vielleicht noch eine Idee, was ich probieren könnte? ich bin am verzweifeln...
 
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Azubi Altenpflege
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Pflegestift/ schwerstbehinderten Station
dacoach

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AW: Aktivierung einer Dementen Bewohnerin

Hallo Mel,

versuch es mal mit Musik, aber bitte nicht die aktuellen Charts, sondern Lieder aus ihrer Zeit, z.B. Volkslieder. Wenn Montag die Sonne scheint, sing doch mal leise "Alle Vögel sind schon da", wenn du ins Zimmer gehst.
KollegInnen, die sich das nicht trauen, nehmen dazu den CD-Player, den ihr hoffentlich auf Station habt.

Hat die Dame ein Lieblingstier oder eine Puppe? Nutze diese als indirektes Kommunikationsmittel, in dem die Figur Moderator zwischen Dir und Bewohnerin ist (Du in der Doppelrolle), oder Du selbst die Puppe sprechen lässt. Funktioniert auch oft.

Noch mehr Tipps:
1. Lass dir und ihr Zeit!
2. Gehe bitte mit allem Ernst auf die Aussagen der Bewohnerin ein. Akzeptiere es - nicht direkt vom Gegenteil überzeugen!
3. Stelle immer nur eine Frage und lass ihr Zeit zu antworten, nicht ungeduldig nachfragen!
4. Wenn Sie es zulässt, massiere ihr leicht die Finger, besonders Zeige- und Mittelfinger rund um die Kuppen (kann man mit dem Waschen verbinden); kommt aus der Akupressur und öffnet eine Türe zur Umwelt (Ich-Du-Beziehung).
5. Sollte sie weinen, lass es zu! Wisch ihr die Tränen fort, zeige Anteilnahme.

Soweit meine Erfolgsrezepte in Kürze. Vielleicht hat noch jemand etwas aus seiner Praxis?

Viel Erfolg!
dacoach
 
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Fachpfleger u. Therapeut; der mit der roten Nase
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Sonnensturm

Sonnensturm

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AW: Aktivierung einer Dementen Bewohnerin

Hätte man nicht eine andere Person aussuchen können, bei der die Desorientierung noch nicht so weit fortgeschritten ist? Der Prüfungstermin wird doch wohl nicht von einen auf den anderen Tag festgelegt?
:ermm:Wasserfrau
 
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Mel H.

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AW: Aktivierung einer Dementen Bewohnerin

Hallo Wasserfrau,

die Bewohnerin wurde von der Schule ausgesucht. (Drei standen zur Auswahl). Ich habe bereits versucht eine andere Person für die Aktivierung nehmen zu dürfen, die Schule lehnte ab.

@dacoach

Ihre dementielle Erkrankung ist wirklich stark fortgeschritten, sie hat auch absolut keinen Bezug mehr zu ihrer Biographie ect, zur eigenen Person, verkennt ihre Kinder. Früher hatte Ihr Vater eine Hundezuchtstation, von dem Sohn weiß ich, das sie die Tiere liebte und viel Zeit mit den Hunden verbrachte. Bei uns kommt einmal im Monat eine Hundeschule zu den Bewohnern. Meine besagte Bewohnerin guckt den Hund lediglich kurz an und starrt dann wieder zu Boden. Sie ist in jeder Hinsicht völlig desinteressiert.

Den Umgang mit Dementen, der macht mir keine Sorgen. Also auch bei der waschung. Hier gehe ich validierend vor, wobei da bei ihr auch nicht viel kommt. Sie spricht eben gaaaanz selten. Aber das ist nicht mein Sorgenpunkt, da habe ich einen guten Draht zu ihr da ich ihre Bedürfnisse und Wünsche gut kenne.
 
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Sonnensturm

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AW: Aktivierung einer Dementen Bewohnerin

Dann mal viel Glück! Die Prüfer wollen ja bestimmt nicht nur sehen, dass die Bewohnerin sich wirklich aktivieren lässt, sondern, welche Massnahmen Du ergreifst bzw. anwendest.
Der Weg ist das Ziel!
:super:Wasserfrau
 
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Mel H.

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AW: Aktivierung einer Dementen Bewohnerin

Wasserfall,
ganz ehrlich - dann lieber keine Antwort als so eine. Man muss nicht noch jemanden ironisch begegnen wenn derjenige um Hilfe fragt.
 
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Alraune

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AW: Aktivierung einer Dementen Bewohnerin

"Dann mal viel Glück! Die Prüfer wollen ja bestimmt nicht nur sehen, dass die Bewohnerin sich wirklich aktivieren lässt, sondern, welche Massnahmen Du ergreifst bzw. anwendest."


Hallo mel,
da hast du wohl was in den falschen Hals bekommen. Die Antwort ist doch völlig in Ordnung. Manchmal liegt der Schwerpunkt mehr auf dem (Pflege)Prozess und der Pflegebeziehung als auf dem Ergebnis. Es ist doch sehr aussagekräftig
w i e eine künftige Fachkraft mit der Situation umgeht.

Aktivierungsmassnahmen so wie du sie dir vorstellst für diese Bewohnerin vielleicht viele zu hoch gefasst. Wenn sie gerne heissen Kakao trinkt, kann es auch Aktivierung sein, wenn du die Situation so gestaltest, dass sie sich die vielleicht nach der Tasse greift.

Überleg dir was sie kann, und was das Ziel sein könnte. Du fängst es von hinten an. Du scheinst ein Repertoir an Massnahmen zu haben die nicht zu den Reccourcen und möglichen Zielen dieser Bewohnerin passen.

Viel Erfolg

 
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thorstein

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AW: Aktivierung einer Dementen Bewohnerin

Hallo Mel,

der Beitrag von dacoach beginnt mit: versuch es mit Musik.

Das wäre auch mein Rat gewesen. Wenn drei BewohnerInnen zur Auswahl standen: wer hat sie ausgesucht? Hast du eine Praxisanleiterin? Was sagt sie dazu bzw. wie unterstützt sie dich?

Bei einer dementen Bewohnerin sollte auch die "Waschung" aktivierend sein. Macht sie mit oder lässt sie die Grundpflege über sich ergehen mit Hilfe der Validation?

Falls die BewohnerIn für die Prüfung ungeeignet ist, wurden hier Fehler im Vorfeld gemacht, die hier niemand lösen kann.

Grüsse
 
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thorstein

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AW: Aktivierung einer Dementen Bewohnerin

Hallo Astrid,

Es ist doch sehr aussagekräftig w i e eine künftige Fachkraft mit der Situation umgeht.


Es handelt sich um die Prüfung für Einjährige. Steht im ersten Satz.

Unabhängig davon ist es ein offensichtliches Armutszeugnis für die betreuende Einrichtung, das ein Auszubildender sich wenige Tage vor der Prüfung mit solchen Fragen herumschlagen muss.

Grüsse
 
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Alraune

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AW: Aktivierung einer Dementen Bewohnerin

Hallo Thorstein,
ich weiss , dass es um eine Prüfung für Einjährige geht.

DAs "wie" gehört aber doch zu jeder Ausbildung und Prüfung dazu. Ich gehe davon aus, dass es für das Bestehen der Prüfung nicht relevant ist, ob hinterher ein Bild gemalt oder ein Kakao gekocht wurde, sondern, dass eine Aktivierung erkennbar ist.

Was soll hier geprüft werden ? Geht es um das Präsentieren von bestimmten Aktivierungsmethoden ? Falls ja, dann muss auch die Bewohnerein entsprechend ausgesucht werden. Ansonsten ist hier wirklich einiges schief gelaufen.

Vielleicht soll aber auch geprüft werden wie die Schülerin mit der hochdementen Seniorin umgeht und ihre Massnahmen auf die Bewohnerin abstimmt.
Da die Schule andere Bewohner anscheinend abgelehnt hat, halte ich diese Option auch für möglich. Dann wird Mel sie mit der von dir angeführten Waschung oder sicher mehr punkten können als mit einem Malangebot.
@ Mel, Aktivierung könnte dann schon sein, wenn sie beispielsweise das Handtuch nimmt oder mit Creme in den Fingern spielt, sich bewegt, dreht, vertieft atmet.., du kennst sie und weisst was gehen könnte.

gruß
Astrid
 
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Sonnensturm

Sonnensturm

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AW: Aktivierung einer Dementen Bewohnerin

@Mel,
kein einziges Wort war ironisch gemeint.
:smile:Wasserfrau

 
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josi83

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AW: Aktivierung einer Dementen Bewohnerin

Was hast du denn zum Thema Biografiearbeit gemacht.
Ist ja nicht unbednigt sinnvoll sich irgendwelche Maßnahmen auszudenken, die ihr vielleicht gefallen oder halt auch nicht.
Was sagen Angehörige zu ihrem früheren Leben? Was hat sie gearbeitet? Womit hat sie ihre Zeit verbrach? Was waren ihre Interessen? Schulbildung, Freunde?
Hat sie vielleicht gern gebacken? Hat sie einen Garten gehabt? Oder hat sie in einer Kneipe gearbeitet?
Aus solchen Informationen kannst du mögliche basale Reize ableiten, die sie in welcher Form auch immer aktivieren. Vielleicht öffnet sie beim Duft von Keksen einfach die Augen, die sie sonst geschlossen hält?! Oder kann Kinderlachen sie dazu bewegen, dass sie ihren Kopf zur Seite dreht? Du sollst keine Wunder vollbringen, musst aber das, was du tust reflektieren können.
Musik kann, wie meine Vorredner schon sagten, häufig ein Türoffner sein, um in die Welt von Menschen betreten zu können. Vielleicht sind es dann auch bekannte (ihrer Generation/ Kultur entsprechende) Kinderlieder. Was hat sie ihren Kindern vorgesungen? Könnte aber auch sein, dass es da überhaupt keine Affinität zu Musik gibt.

Nun mal zu deiner Prüfung:
Ist jetzt schon wenig Zeit um deine Prüfung zu planen. Was sagen deine Anleiter? Für Unterstützung von dieser Seite, ist es wahrscheinlich wirklich zu spät. Hilft aber nix, ist schließlich deine Prüfung und du willst zeigen, dass du empathisch, reflektiert und geeignet bist.
Jetzt brauchst du einen Plan!
Vorarbeit:
Welche Ziele hast du? Ist die Bewohnerin unruhig und angespannt- du willst sie beruhigen und entspannen? Ist sie teilnahmslos und abwesend- du willst Teilnahme an der gemeinsamen Situation (Blickkontakt....)
Überlege dir, welche biografischen Informationen du hast zu der Frau hast. Schreibe sie stichpuniktartig auf
Überlege, welche basalen Reize/ Sinnesreize ( riechen, schmecken, hören, sehen, fühlen ) zu diesen Informationen passen könnten. Schreibe sie neben die Informationen
Überlege, welche der möglichen basalen Reize/ Sinnesreize bei der Patientin realistisch durchzuführen sind.
Beschränke dich auf wenige/ einzelne.
Brauchst du dafür noch Material?
Sind alle informiert (Alltagsbetreuer, Krankengymnasten, Kollegen) über deine Prüfung, so dass dich und die Bewohnerin niemand "stört"?

Überlege, was du dem Prüfer vor der Prüfung sagen musst, damit er auf deine Maßnahme vorbereitet ist:

  • zur Biografie der Person (wichtig: der Teil, der auf den sich deine Maßnahme bezieht)

  • zum Ist- Zustand der Person (Wieviel Aktivität zeigt sie? Welche regungen zeigt sie wann. Wie kommunizierst du mit ihr. Wie kommuniziert sie mit dir)
  • zu deiner Maßnahme (Welches Ziel verfolgst du s.o.? Hast du es schon mal ausprobiert? Ist es das erste Mal)
  • zu vorangegangenen Maßnahmen (Welche (kleine) Erfolge hattest du? Wie hat sie bei vorangegangenen Maßnahmen reagiert.)
  • zu den möglichen Reaktionen ( Könnte es sein, dass sie gar nicht reagiert, keine Regung zeigt/ Welche Regung würde sie zeigen, wenn sie auf etwas anspringt (Blickkontakt, Kopf drehen, Weinen, Nesteln, Nervosität, ruhiges Artmen, angestrengtes Atmen, Augenzwinkern, AUgen schließen.........................................................) Welches davon sind eher positive Regungen, welches eher ungewollte)
Sei während der Prüfung auf vieles gefasst:

  • Wie nimmt deine Bewohnerin die Anwesenheit der Prüfer wahr. Könnte das die Maßnahme beeinflussen? (Wichtig für die Reflektion nach der Maßnahme)
  • Wie nimmt die Bewohnerin deine eigene Nervosität wahr? Könnte sie das beeinflussen? ( Wichtig für die Reflektion)
  • Vielleicht zeigt sie trotz deines Bemühens keinerlei Regung. Vielleicht weint sie (muss nicht unbedingt negatives bedeuten!). Lass dich davon mal nicht aus der Ruhe bringen. Sollte sie Unruhe zeigen oder weinen, reagiere auf diese Regung (hat schon oben jemand geschrieben).
Reflektiere mit dem Prüfer nach der Maßnahme im Gespräch:

  • Hat die Maßnahme Reaktionen der Frau hervorgebracht? Welche? Positive? Ist dein Ziel erreicht?
  • Hat deine Nervosität oder die Prüfungssituation deine Bewohnerin beeinflusst? Wie? Wann?
  • Wie wirst du weiter verfahren mit der Bewohnerin entsprechend des Erfolges deiner Maßnahme?
Und denke daran, du sollst keine Wunder vollbringen. Auch Kleinste Regungen der Bewohnerin können ein großer Erfolg sein! Du musst sie nur erkennen und reflektieren. Blickkontakt, Kopf neigen, beruhigte Atmung, leichte Zunahme der Atmenfrequenz, öffnen des Mundes, leichter Gegendruck, wenn du ihre Hand hälst- je nachdem, welche Regungen die Bewohnerin gewöhnlich zeigt, welches Ziel du dir für deine Maßnahme gesetzt hast.

Wichtig, mach dir jetz mal nen Plan, die Uhr tickt! :coff:
LG Josi
 
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Mel H.

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AW: Aktivierung einer Dementen Bewohnerin

Hallo an alle und vielen Dank für die vielen antworten!

So, also das Heim sollte 3 Bewohner für die Prüfung der Schule vorschlagen, die Schule hat dann entschieden. Was in der Prüfung rankommt wusste auch das Heim nicht. Meine Prüfungsaufgaben habe ich am Mittwoch bekommen. Seitdem sitze ich dran, ich muss ja noch mehr machen. Aber da habe ich keine Sorgen/Probleme, denn ich bin im Grunde sehr selbstsicher und habe ja auch meine anderen Anleitungen/Prüfungen mit 1 immer bestanden.

ich denke ich werde eine Massage machen, das empfand sie vorhin als relativ angenehm. Denn da sie absolut keinen Bezug mehr zu ihrer Biographie hat macht alles in dieser Richtung kein Sinn mehr.
 
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AW: Aktivierung einer Dementen Bewohnerin

Verstehen du und deine Prüfer das unter einer Aktivierung verstehen? Wenn ja, ist es ja gut.
Obwohl ich bezweifle, dass die Bewohnerin absolut keinen Bezug zu ihrer Biografie mehr hat, bzw. sie ihr bekannte Reize absolut kalt lassen würden.
Du kennst deine Bewohnerin aber am Besten, so dass ich hier eh nur mutmaßen kann.
Was ist denn das Ziel dieser Massage?
LG Josi
 
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AW: Aktivierung einer Dementen Bewohnerin

Ziel der Massage: Den eigenen Körper wahrnehmen, Körpergrenzen spüren, Sinne aktivieren durch leichte Berührungen, durch stärkeren Druck ect. Ich hatte das Gefühl das die Bew. vorhin dadurch auch einmal aus ihrer Grübelei bzw ihrer Apathie ein bisschen holen zu können.

Joshi, leider ist es so, das diese Bew. absolut keinen Bezug mehr hat. Sie ist im 4 Stadium der Erkrankung.
 
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josi83

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AW: Aktivierung einer Dementen Bewohnerin

Hallo Mel,
darum hat ich ja gesagt, du kennst sie am Besten.
Noch eine Frage: Wie/ Wodurch hast du gespürt, dass du die Bew. aus ihrer Apathie herausholen konntest? Gab es Anzeichen dafür, die du sehen, hören oder erfühlen konntest?
LG
 
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Mel H.

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AW: Aktivierung einer Dementen Bewohnerin

Ja, sie schaute ganz interessiert auf ihre Hände, schaute dann zu mir, suchte Augenkontakt und umfasste immer wieder meine Hand und hielt sie fest, während ich die andere Hand massierte. Zwischendurch legten wir unsere beiden Hände gemeinsam auf ihren Schoß und schwiegen einfach. Sie lächelte auch ein bissl, was sie sehr selten tut. Auch auf meine Nachfragen sagte sie sogar, "schön." Ich liess sie an ihren Händen riechen, strich jeden Finger einzeln und benannte ihn, sie nickte immer.
 
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josi83

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AW: Aktivierung einer Dementen Bewohnerin

Ok, das klingt vor allem auch nach Beziehungsarbeit, Vertrauensbasis etc.
Zeigt sie sonst bei der Grundpflege, Intimpflege, Körperpflege usw. Abwehverhalten, oder Anzeichen dafür, dass ihr etwas unangenehm ist?
Wäre ja ein weiteres Argument, warum der Körperkontakt zwischen Euch beiden an Bedeutung gewinnt. Daher könnte ein entferntes Ziel/ Nebeneffekt sein, dass sie den Körperkontakt bei der Körperpflege durch solche positiven Erfahrungen nicht als Bedrohung empfindet... naja, da interpretiere ich jetz viel, wo ich die Frau nicht kenne.
Will dich aber nur auf Gedanken bringen, deine Tätigkeit nicht bewerten, sondern dich darauf vorbereiten, dass du bei deiner Prüfung viel reflektieren, bewerten, erklären, selbstkritisch sein und beobachten musst. Macht ja erstmal den Eindruck, dass du das durchaus kannst, supi.
Beachte nebenbei noch die Hygienregeln und es kann nicht viel schief gehen.
Würde mir aber trotzdem nochmal Notizen machen, was du dem Prüfer im Vorgespräch erzählen willst und musst, was du noch alles vor der Prüfung erledigen musst usw.
LG Josi
 
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Mel H.

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AW: Aktivierung einer Dementen Bewohnerin

Bei der Bewohnerin ist es sehr wichtig, Körperkontakt zu suchen da sie sich dadurch sicherer fühlt und auch immer stehen bleibt und wartet, das jemand da ist, mitkommt. Zum Beispiel beim Transfer von Toilette zum Stuhl vor dem Waschbecken streckt sie immer Ihre Hände aus nach mir ect. Wenn ich sie aus dem Bett hole setzte ich mich Grundsätzlich neben sie, da ihr immer erst schwindelig ist und so kann ich sie halten und stützen ohne von oben herab stehend dies zu tun. Auch da zeigt sie kein Hinweise, das es ihr unangenehm ist ect. Bei der Grundpflege ebenfalls, ich frage sie auch immer ob sie ihren Arm z.B. selber waschen möchte, dies verneint sie immer und nickt wenn ich frage, ob ich dies tun soll.
Deine Interpretation und die daraus gegebenen Denkanstöße für meine Begründung zur Wählung der Massage sind sehr gut, ich Danke dir!!
 
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AW: Aktivierung einer Dementen Bewohnerin

Hallo mel,
deine Beschreibungen lesen sich sehr einfühlsam.Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es mit einem so körperorientierten Angebot gut klappen kann.
Im Vorfeld könntest du alles in den von Josi in Post 14 beschriebnen Plan ( der mich übrigens sehr beeindruckt hat )aufnehmen.

Ich würde mir noch überlegen, was du machst, wenn sie das Angebot unter den Prüfungsbedingungen verweigert. Also gedanklich mal durchspielen.
Ich weiss jetzt nicht deine Vorgaben von der Schule, aber wenn du statt Aktivierungsmassnahme Aktivierungsangebot sagen würdest bist du nicht so unter Druck und zeigst deinen Respekt für die Wünsche der Bewohnerin, kannst auf was anderes Umschwenken (z.B nur Handmassage , oder Haare kämmen ......und dann je nach Reaktion dich deiner ursprünglichen Absicht annähern.

LG
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