ärztliche Anordnung

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4

4joerg2

Neues Mitglied
Basis-Konto
05.03.2005
24601
Hallo,

immer wieder ergeben sich an meinem Arbeitsplatz Diskussionen,ob ärztliche Anordnungen schriftlich erfolgen müssen.
Soweit ich informiert bin,gibt es keine vom Gesetzgeber geregelte Notwendigkeit einer schriftlichen Anordnung und kann dem entsprechend auch mündlich erteilt werden.
Ist das so oder gibt es Vorschriften,Gesetze,Verordnungen,die nähres regeln?

Mit vielen Grüßen

Joerg
 
Qualifikation
krankenpfleger für psychiatrie
Fachgebiet
preetz
J

Jungsmama4

Mitglied
Basis-Konto
03.02.2008
95030
Hallo,


aus der Altenpflege kenne ich es so:


ärztliche Anordnungen können auch telefonisch erfolgen, man sollte sie dann aber zur Sicherheit nochmals wiederholen um sicher zu gehen alles richtig verstanden zu haben. Beim nächsten Besuch wird die Anordnung vom Arzt schriftlich bestätigt bzw. unterzeichnet.
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Alten- und Pflegeheim
M

miezelein

Mitglied
Basis-Konto
06.03.2008
96346
Genauso kenne ich das auch. Der Arzt gibt telefonisch etwas durch oder verordnet etwas und schickt dies gleich in die Apotheke. Beim nächsten Hausbesuch wird die Anordnung unterschrieben.
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
ambulante Pflege
Weiterbildungen
Leider nicht, würde gerne im Qualitätsmanagement mitarbeiten.
zebro

zebro

Mitglied
Basis-Konto
04.06.2005
Duisburg
Hallo @4joerg2,

wenn ich dein Profil richtig deute, arbeitest du in einem Krankenhaus ... auf einer Psychiatrie.

Auf einer Station im Krankenhaus sollten möglichst alle ärztlichen Anordnungen durch den Arzt schriftlich erfolgen. Sollte es im Einzelfall mal notwendig sein, eine telefonische Anordnung entgegen zu nehmen, sollte diese sofort in der Kurve schriftlich fixiert und nachträglich (möglichst auch zeitnah) vom anordnenden Arzt mit Namenszeichen bestätigt werden.

Mündliche Anordnungen haben keine Rechtskraft. D. h., wenn du Pech hast und etwas schief geht, kann der Arzt jederzeit behaupten, dir niemals die Anordnung gegeben zu haben. Ich bin auch immer an einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Ärzten interessiert. Aber ich bin diesbezüglich auch schon mal auf die Nase gefallen. Also mein heißer Tipp: lasse dir nach Möglichkeit alles schriftlich anordnen ... :wink:

In Altenheimen oder vergleichbaren Einrichtungen sieht es etwas anders aus.
Dazu hier mal ein Link:
http://www.wernerschell.de/Rechtsalmanach/Diagnostik%20und%20Therapie/dokumentation122003.pdf

Stefano
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Interdisziplinäre Intensivstation
Weiterbildungen
WB Praxisanleitung, WB Respiratory Therapist, WB Stationsleitung
M

ms-sophie

Aktives Mitglied
Basis-Konto
14.03.2007
Mannheim
Hallo

im Altenheim ist es deshalb so, dass wenn telefonische AO´s gegeben werden, eine zweite PK zum zuhören dazugeholt wird (der Gesprächspartner muss darüber informiert werden, dass der Lautsprecher eingeschaltet wird). Bei der nächsten Visite wird die AO dann vom Arzt unterzeichnet.

Am Besten ist, dass man sich die AO´s faxen lässt.

Bei der Visite kann er neue AO´s gleich abzeichnen.


Liegen AO´s nicht schriftlich vor wird der MDK wohl das bemängeln.
Sophie
 
Qualifikation
QM
Fachgebiet
ambulante und stationäre Altenhilfe, Hospiz
zebro

zebro

Mitglied
Basis-Konto
04.06.2005
Duisburg
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Interdisziplinäre Intensivstation
Weiterbildungen
WB Praxisanleitung, WB Respiratory Therapist, WB Stationsleitung
Sahawe

Sahawe

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Hallo zebro,
ist mir tatsächlich nicht aufgefallen, peinlich, peinlich.
Danke für den Hinweis und sorry für die Verwirrung.
LG sabine
 
Qualifikation
Lehrerin für Deutsch und Pflege
Fachgebiet
Berufliche Schule
Weiterbildungen
Studium der Germanistik und Pflegewissenschaften mit dem Schwerpunkt Gerontologie
Gizmo2

Gizmo2

Mitglied
Basis-Konto
Hallo,
ich kenne aus der Altenpflege auch die Variante, sich die Anordnung vorab per Fax zukommen zu lassen. Diese wird dann mit in die Doku geheftet und beim nächsten Hausbesuch eingeschrieben und abgezeichnet.

Einen schönen Abend noch.

Gruß
Gizmo2
 
Qualifikation
exam. Altenpflegerin
Fachgebiet
stationäres Altenheim
Weiterbildungen
Weiterbildung bei TERTIA Bonn als WBL, PDL, HL
Weiterbildung bei Cekib Nürnberg als Pain Nurse
Weiterbildung bei IAFW Regensburg als Hygienebeauftragte Stationäre Pflege
O

okris

Mitglied
Basis-Konto
02.07.2007
14469
Anordnungen haben im Krankenhaus immer schriftlich zu erfolgen. Da ja immer der AVD im Haus sein muß dürfte es da wenig Probleme geben. Auch bei uns gibt es die Situation das der AVD gerade auf einer Station beschäftigt ist und nicht kommen kann. Dann wird erst vom Pflegepersonal dokumentiert und dann wird's nachgetragen. Auch des Nachts kann man mal davon gebrauch machen da die Anordnung dann den Patienten schneller Hilft (Schmerzmed) als wenn ich auf den Arzt warte. Aber dazu brauch ich auch eine Vertrauensbasis.
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Orthopädie
P

pinksheep

Hallo,
nach meiner Kenntniss gibt es keine Vorschrift, die eine schriftliche Anordnung vorgibt.

Aber... aus dem ureigensten Interesse des Pflegepersonals sollte gerade in einem sensiblen Bereich, wie der Medizin, eine lückenlose Dokumentation stattfinden. Nur so lässt sich die Historie verfolgen, forensischen Ansprüchen begegnen. Telefonische Anordnungen gehen daher natürlich auch, sollten aber aus genannten Gründen ebenfalls bekannten Regularien unterliegen.
Schönes Wochenende
 
H

haduloha

Mitglied
Basis-Konto
04.01.2007
21745
Hallo 4joerg2

ich kenne es aus meiner Krankenhauszeit genau so wie zebro.
Auf einer Station im Krankenhaus sollten möglichst alle ärztlichen Anordnungen durch den Arzt schriftlich erfolgen. Sollte es im Einzelfall mal notwendig sein, eine telefonische Anordnung entgegen zu nehmen, sollte diese sofort in der Kurve schriftlich fixiert und nachträglich (möglichst auch zeitnah) vom anordnenden Arzt mit Namenszeichen bestätigt werden.
Allerdings haben wir zusätzlich in diesen Fällen so gehandelt:
Der Arzt ist irgendwo "unabkömmlich", wir nehmen die Anordnung telefonisch entgegen und dokumentieren sofort!!! in der Kurve mit Datum und Uhrzeit unter "ärztliche Anordnungen" - laut telefonischer Anordnung von Dr. .... - und dann das Kürzel der Pflegekraft.
Die Ärzte, mit denen es eine gute Kooperation gab, die sind dann irgendwann später auf die Station gekommen und haben gegengezeichnet.
Damit wird das Ganze nicht unbedingt richtiger:nono:, da dann immer noch die unverzügliche Arztunterschrift fehlt.
Aber so erzwingt man eine Beweislastumkehr zu Gunsten der Pflege.

Gruß
haduloha
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger Psychiatrie
Fachgebiet
ambulante psychiatrische Pflege
Weiterbildungen
BAPP - Vorstand und Regionalgruppe Nord
L

Lenie

Mitglied
Basis-Konto
18.04.2008
90427
Guten Abend zusammen
Ärztliche Anordnungen müssen bei uns immer am Patientenbett angeordnet werden und vorallem dokumentiert. Später konnten Ärzte sich oftmals nicht mehr an tel. Anordnungen erinnern und als Pflegekraft stehst dann da.. Deshalb fand ich diese Aussage von unseren Chefärzten sehr erfreulich
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Phase F Einrichtung
Allround

Allround

Aktives Mitglied
Basis-Konto
27.01.2008
65779
Deshalb fand ich diese Aussage von unseren Chefärzten sehr erfreulich
Ja, das Ergebnis ist wirklich erfreulich.

Aber, dass wiedermal die Chefärzte das sagen mussten, das zeigt mal wieder, dass wir keine Lobby haben.

Nur dann wird "gekuscht". :angry:

LG, Allround
 
Qualifikation
Stationsleitung Krankenschwester
Fachgebiet
Interdisziplinäre Station
O

orbity

Mitglied
Basis-Konto
07.06.2008
81675
Hi.

Hallo 4joerg2
...

Aber so erzwingt man eine Beweislastumkehr zu Gunsten der Pflege.
...

Stimmt das? Muss der Arzt trotz fehlender Unterschrift beweisen, dass er die Anordnung nicht gegeben hat? Gibt es dazu ein Urteil?
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
Nephrologie / Dialyse
Allround

Allround

Aktives Mitglied
Basis-Konto
27.01.2008
65779
Stimmt das? Muss der Arzt trotz fehlender Unterschrift beweisen, dass er die Anordnung nicht gegeben hat? Gibt es dazu ein Urteil?
Hi Orbity,

glaube das war so gemeint:

durch die nachträgliche, wenn auch nicht unverzügliche, Unterschrift unter den Eintrag "tel. AO .." der Pflege, muss der Arzt beweisen, dass er die AO nicht mdl. gegeben hat, oder nicht so. Damit Beweislastumkehr zugunsten der Pflege.

Wenn gar keine Unterschrift vom Arzt gezeichnet wurde, dann ist es nach dem Posting wohl so, dass die Pflege beweisen muss, dass die AO so mdl. erfolgte.

Ein Urteil kenne ich jetzt auch nicht. Könnte man vielleicht suchen, wer wollte und viel Zeit hat....

LG, Allround
 
Qualifikation
Stationsleitung Krankenschwester
Fachgebiet
Interdisziplinäre Station
O

orbity

Mitglied
Basis-Konto
07.06.2008
81675
:grin: So viel Zeit habe ich nicht. Drum ja auch die frage ob jemand eins kennt.

Ich habe es aber eben so verstanden, dass der Arzt die Beweislast trägt, egal ob er unterzeichnet hat oder nicht, solange ich nur dokumentiere.:kopfkratz:

Das zu glauben fällt mir schwer.

Hier habe ich ein bisschen was gefunden.
Inhalt (siehe Punkt 5.8)

Frau Pies macht aber leider auch keine Angaben dazu, ob der Arzt nachträglich unterschreiben muss oder nicht.

Unser Dienstarzt ist nachts für fünf Intensivbetten, einen Wachraum und sechs Normalstationen (alle im ganzen Klinikum verteilt) zuständig. Manchmal noch als zweiter Arzt für die Notaufnahme.
Wenn der am morgen noch über alle Stationen gehen und alle Anordnungen gegenzeichnen soll ist er total erledigt. Vor zehn kommt er sowieso nicht aus dem Haus. Bei Uns kommt es daher sehr häufig zu mündlichen Anordnungen.
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
Nephrologie / Dialyse
W

Words.myth

Das die Geschichte mit den ärztlichen Anordnungen im Jahr 2008 immer noch ein solches Problem darstellen muss bringt mich immer wieder zum Grübeln und liegt mit daran, das die EDV in vielen KH's immer noch im letzten Jahrtausend festsitzt und der PC noch immer als "Eindringling" und nicht als Werkzeug gewertet wird.

Wie wär's denn mit diesem Szenario:

Schwester X nimmt telephonisch eine Anordnung entgegen, dokumentiert diese zeitnah in der elektronischen Patientenakte im PC, wobei sowohl ihre Identität (via paswortgeschützem Login) als auch die Dokumentationszeit (interne Serverzeit, die nicht ohne erheblichen Aufwand und Kenntnis geändert werden kann = kriminelle Energie) hinterlegt wird.
Arzt Z bestätigt diese Anordnung auf dem gleichen Wege von irgendeinem PC im System - oder wenn man es ganz weit treiben möchte via Dienst-PDA/Handy/Laptop und wird bei entsprechendem versäumen stündlich bzw. bei jedem login auf noch fehlende Freigaben für Anordnungen hingewiesen.

Tada - Rechtssicherheit für beide Seiten.

Gleiches gilt natürlich auch für die Pflege/Ärztedokumentation und, gerade auf Intensiv, die automatische zeitgenaue Übernahme von Vitalparametern u.ä. nicht zu vergessen das man sich nun nicht mehr lange in Kryptographie üben muss ("100mg?, 1000mg? - ach egal, Morphin ist Morphin!") um bestimmte Schritte nachzuvollziehen.

Sicherlich ist das in KH's deutlich leichter umzusetzen als ambulant oder als zuständiger Hausarzt für ein Heim, aber es ist ebenso möglich und ich staune jedes Mal was meine Freunde aus der EDV-Ecke so alles mit einem aktuellen Handy und einem WLAN-fähigen Laptop machen - man muss eben Ahnung davon haben und entsprechende Leute einstellen bzw. Firmen beauftragen.

Natürlich sind hohe Kosten mit der Anpassung der EDV verbunden, wenn man's nicht von Anfang an sinnvoll getan hat: neuer Server, zusätzliche Hardware, neue Mitarbeiter, aktuelle Sicherheitssoftware mit entsprechenden Serviceverträgen, Mitarbeiterschulungen, etc. die sich allerdings langfristig rechnen werden - und sei es nur dadurch, das Arbeistabläufe beschleunigt werden können ohne aufwendiger zu werden.

Abner wenn mir jemand mit Initialkosten kommt, so würde ich dann auch dafür plädieren das man Dinge wie z.B. V.A.C-Therapie und die ganzen Sonderschulungen für Bobath oder Kinästhetik neu überdenkt - kostet nämlich initial auch eine Menge...bis es sich langfristig und vor allem zum Wohl des Patienten anfängt "zu rechnen".

Gruss,

Words.myth
 
L

Lisy

Unterstützer/in
Basis-Konto
03.04.2008
SCHWÄBISCH GMÜND
Hallo Words,
wir sind mit dem Thema durch, auch ohne PC, der Arzt verordnet mündlich und faxt uns die Anordnung zu, ist für uns ambulanten der einfachste Weg.
Gruß Lisy
(funktioniert übrigens sehr gut)
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
pdl
Allround

Allround

Aktives Mitglied
Basis-Konto
27.01.2008
65779
Das die Geschichte mit den ärztlichen Anordnungen im Jahr 2008 immer noch ein solches Problem darstellen muss bringt mich immer wieder zum Grübeln und liegt mit daran, das die EDV in vielen KH's immer noch im letzten Jahrtausend festsitzt und der PC noch immer als "Eindringling" und nicht als Werkzeug gewertet wird.
Hallo!

Ja. So ist das bei uns. Und ich fühle mich ganz schlecht, wenn ich lese, was eigentlich schon alles möglich ist. Wie in der Steinzeit.

Und habe das ungut sichere Gefühl, dass die mangelnde Investitionsbereitschaft ein schlechtes Zeichen ist. Dass sie zum Bumerang mutieren könnte.

Weil immer mehr "Kleinigkeiten" auf den Dokumenten gefordert werden. Denke dabei auch an die neuen lebenslangen Arztnummern und Betriebsstättennummern. Für ein Belegkrankenhaus eine umfangreiche Herausforderung ohne PC.

Meine Befürchtung: Irgendwann wird ein KH, das nicht in diesem Jahrtausend ankommt, handschriftlich nicht mehr mithalten können und einfach abserviert.

:teergrube Allround
 
Qualifikation
Stationsleitung Krankenschwester
Fachgebiet
Interdisziplinäre Station
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