Abrechnungsprobleme mit dem Pflegedienst

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eisi123

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Hallo,
ich möchte mich erstmal vorstellen:
Ich bin der Ingo aus Remscheid, 38 Jahre alt und meine Frau und ich kümmern uns um meine 95 jährige Tante.
Wir haben ein erhebliches Problem mit dem häuslichen Pflegedienst meiner Tante.
Im vor 3 Jahren abgeschlossenen Pflegevertrag war, damals noch Pflegestufe 1, vereinbart,
dass der Pflegedienst 6 kleine Grundpflegen und 1 große Grundpflege in der Woche zu erbringen hat. Ebenfalls das Zu Bett bringen Abend sollte der Pflegedienst übernehmen.
Seit Sep.09 hat meine Tante nun Pflegestufe2. Am Pflegevertrag wurde nichts geändert!!
Nun bekam meine Frau, die sich mit um die Versorgung kümmert, einen Pflegegeldanteil von 250 Euro. Anfang letzten Monats kam ein Brief von der Pflegekasse, dass meine Tante das "zuviel" erhaltene Pflegegeld zurückzahlen soll. Auf Nachfrage bei der PK erhielten wir die Antwort, dass der Pflegedienst rückwärtig 980Euro/Monat seit Sep09 abgerechnet habe. Damit ist natürlich kein Pflegegeld mehr übrig.
Ich habe mir dann die Rechnungskopien des Pflegedienstes der letzen 2 Monate kommen lassen und gesehen, dass sie was komplett Anderes abrechnen, als im Pflegevertrag vereinbart ist. Jeden Morgen eine große Grundpflege und jeden Abend eine kleine Grundpflege. Danach habe ich mich mit der Chefin des Unternehmens unterhalten und die legte mir einen von meiner Tante (95 Jahre und fast blind) unterschriebenen Kostenvoranschlag vor.
Meine Fragen nun:
1. Gilt eine Unterschrift auf einem Kostenvoranschlag als Pflegevertragsänderung?
2. Meine Frau hat die monatilichen Besuchsprotokolle des Pflegedienstes unterschrieben. Auch in diesen stehen nicht die Leistungen drin, die im Pflegevertrag vereinbart sind. Aus den Nummern davor, wird ja eh keiner Schlau, der sich nicht mit dem Pflegekatalog beruflich auskennt. Kann man hier evtl noch was machen?

Danke im voraus, Ingo
 
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stern3007

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AW: Abrechnungsprobleme mit dem Pflegedienst

1. Gilt eine Unterschrift auf einem Kostenvoranschlag als Pflegevertragsänderung? Mit der Unterschrift hat deine Tante vermutlich einer Vertragsänderung zugestimmt.

2. das hätte deiner Frau aber auffallen müssen. Es wird immerhin die doppelte Anzahl an Einsätzen gefahren und das erkennt man auch. Du hast ja auch gesehen das ganz anders abgerechnet wurde als im Pflegevertrag steht. Gibt es bei euch in der Dokumappe eine Kopie des neuen Pflegevertrages?

Es ist natürlich eine Absolute Schweinerei einer alten Frau einfach eine Unterschrift zu entlocken. Wer weiß was deiner Tante da erzählt wurde. Bringe ihr bitte bei, dass sie nichts unterschreiben soll und dies sollte auch beim Pflegedienst hinterlegt werden. So etwas kann man in die Mappe legen für die Angehörigen und dann wieder mitnehmen, wenn die Angehörigen unterschrieben haben. Überlegt aber bitte, ob eure Tante die zusätzlichen Einsätze wirklich nicht braucht. In der Regel ist es meist notwendig. Ihr müßtest dann die Leistungen selbst erbringen anstatt sie vom Pflegedienst machen zu lassen. Ansonsten würde ich einfach mal bei der Pflegekasse nachhaken. Wenn ihr etwas erreichen wollt, dann wirds sehr schwer und vermutlich nur mit Anwalt klappen.
 
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Angie42

Angie42

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Hallo Ingo,

warum bekommt ihr keine Kopie der Abrechnung mit der Pflegekasse? Verstehe ich nicht so ganz.
Unsere Tagesgäste bekommen jeden Monat von uns aus eine Abrechnungskopie was wir mit der Pflegekasse und was wir mit Ihnen abrechnen. Und dies auch ohne Aufforderung.
Einen Kostenvoranschlag ist nie eine neuer Pflegevertrag.
Dann würden ja sämtliche Handwerker für jeden Kostenvoranschlag auch den Betrag bekommen.

Stern muss ich in einer Hinsicht recht geben, deine Frau hat die Leistungen unterschrieben, warum hat sie sich das nicht genauer erklären lassen was dies alles bedeutet?

Ich denke da nun was zu machen wird schwer werden. Redet noch mal mit dem Pflegedienst wie das genauer gelaufen ist und wie sie einer Frau die fast blind ist sowas ohne euch unterschreiben zu lassen.

LG Angie
 
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Lisy

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AW: Abrechnungsprobleme mit dem Pflegedienst

Hallo eisi,
nun, ich kann meinen Kollegen nur bedingt Recht geben.
Eventuell ist es deiner Frau nicht aufgefallen, das Sie was anderes als im Pflegevertrag unterschrieben hat, weil zu dem Zeitpunkt, als Sie (deine Frau) unterschrieb, noch alles in Ordnung war.
Das eine Leistung später noch hin zu gefügt wird, kommt bei nicht ganz so seriösen Pflegediensten leider immer wieder vor. Da hilft nur der Gang zur Pflegekasse um sich dort den Orginalleistungsnachweis an zu sehen.
Der Kostenvoranschlag kann durchaus ein Bestandteil des Pflegevertrages sein. Wenn man bei jeder Leistungsänderung einen neuen Pflegevertrag bräuchte, könnte das sehr umständlich und verwirrend werden.
Wenn die Pflegebedürftige nicht unter Betreuung steht, ist ihre Unterschrift rechtsgültig.
Ob diese Vorgehensweise "redlich" ist, steht auf einem anderen "Blatt". Es bleibt euch jedoch immer die Möglichkeit den Pflegedienst zu wechseln.
Allerdings, wie stern schon schrieb, schaut euch genau an, ob die zusätzlich abgerechneten Leistungen erbracht wurden und ob sie nötig waren.
Wenn ja, belasst es bei einer Beschwerde und schaut ob ihr die Komunikation mit dem Pflegedienst nicht besser hin bekommt.
Wenn nein, dan ist der Wechsel des Pflegedienstes und im schlimmsten Fall eine Anzeige wegen Betrugs sinnvoll.
Grüßle Lisy
 
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ELiasS

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AW: Abrechnungsprobleme mit dem Pflegedienst

Hallo eisi,
ich fürchte ich muss mich meinen Vorrednern anschließen. Wahrscheinlich müsst ihr das Geld an die Pflegekasse zurück erstatten.
Redet mit dem Pflegedienst, ist hier ein Kommunikationsfehler passiert, der sich nicht wiederholen wird? Oder habt ihr aber das Gefühl, dass eure Tante über den Tisch gezogen werden soll? Wenn ihr das Gefühl habt dem Pflegedienst nach einem klärenden Gespäch (wieder) vertrauen zu können, sind die zusätzlichen Leistungen wahrscheinlich auch notwendig und sinnvoll gewesen. Wenn ihr nach dem Gespräch Zweifel habt, was die Vertrauenswürdigkeit des Pflegedienstes angeht, würde ich mir einen anderen Pflegedienst suchen. Die werden die nötigen Leistungen für eure Tante bei einem Gespräch dann neu festlegen - und auch hoffentlich in Zukunft offener mit euch kommunizieren.
Für die Zukunft solltet ihr auf jeden Fall festlegen, dass es bei einer Vertragsänderung oder der Genehmigung zusätzlicher Leistungen auch eurer Unterschrift bedarf.

Alles Gute,
ELiasS
 
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eisi123

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AW: Abrechnungsprobleme mit dem Pflegedienst

Hallo,

erstmal Danke für eure Antworten!
Das mit der Unterschrift auf den Leistungsnachweisen war nicht gut, das sehen wir ja dann auch ein, aber eine Unterschrift auf einem Kostenvoranschlag kann, meines Wissens nach, keinen Vertrag ändern. Vorallem, wenn meine Tante den unterschrieben hat. Sie kann nachweislich definitiv nicht mehr lesen.
Ich habe dem Pflegedienst, der jetzt von sich aus zum Ende des Monats gekündigt hat, noch eine Mail geschrieben. Ich habe sie aufgefordert, die Abrechnungen so zu ändern, wie sie im Vertrag vereinbart sind, ansonsten werde ich den kompletten Fall, inklusive der Namen des PD und dessen Mitarbeitern, die an der ganzen Sache beteiligt waren, zu veröffentlichen. Aussderdem habe ich die Pflegekasse angewiesen, den Monat September, der von meiner Tante unterschrieben werden musste, nicht auszuzahlen.
Die PK nummt sich der Sache nicht an. Wäre es möglich noch etwas über den MDK zu machen?
Gruß,
Ingo
 
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Lisy

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AW: Abrechnungsprobleme mit dem Pflegedienst

Hallo eisi,
ich kann deine Verärgerung durchaus verstehen. Pass trotzdem auf, was du in deinem Zorn machst. An die Öffentlichkeit gehen, könnte zur Folge haben, das du eine Anzeige wegen Rufmord bekommst. Wenn du dir sicher bist, das du übers Ohr gehauen wurdest, dann nimm dir einen Anwalt für Sozialrecht.
Gruß Lisy
 
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