Abrechnung häusliche Krankenpflege

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sputnick

Hallo Zusammen, ich hoffe es kann mir jemand helfen und zwar haben wir in unserem ambulante pflegedienst in nrw folgendes problem:

ich bin für die abrechnung am ende des monats zuständig. wir führen vor ort bei jedem patienten einen leistungsnachweis, hier müssen die entsprechenden mitarbeiter abhacken welche leistung sie ausgeführt haben, die uhrzeit notieren und ihr handzeichen machen. desweiteren haben die mitarbeiter einen memopen, wo sie die entsprechende leistung abscannen müssen. diese werden dann nach dienstschluss in unser eva/3 viva (opta data) programm eingelesen.

unser problem ist es, dass die leistungsnachweise vor ort nicht richtig geführt werden, d.h. die mitarbeiter vergessen ihre erbrachten leistungen abzuhacken und abzuzeichnen. das scannen vergessen sie dann auch öfter.

ich sitze daher meist 1 woche an der abrechnung :-( und schiebe jeden monat einen hals weil ich das kotzen kriege wenn ich die leistungsnachweise sehe und die hälfte bei einem patienten vergessen hat seine kürzel zu machen. mach dann auch keinen normalen 8 stunden tag bei der abrechnung sondern sitze an den tagen meist von 7.30 - 20/22Uhr dort.

wie ist das bei euch?

habt ihr für mich einen vorschlag wie man das in den griff bekommt?

haben die leute schon immer ins büro kommen lassen aber es hilft leider nix :-(

jetzt wurde festgelegt, dass ich 1x die woche alle ca. 100 patienten abfahre und die leistungsnachweise vor ort kontrolliere, was ich aber für ehrlich gesagt nicht realisierbar halte oder wie seht ihr das?

für vorschläge wäre ich sehr sehr dankbar.

sputnick
 
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ronja1

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Hallo Sputnik, ich verstehe den Sinn nicht. Warum sollst du rausfahren, um zu kontrollieren? Wenn Handzeichen fehlen, kannst du sie nicht nachmachen, tusts du es doch, ist es Betrug. Sollte ein MA Fehler beim scannen gemacht haben, kannst du es doch erst im Büro feststellen, da die Scanner dort eingelesen werden. Ich habe auch in einem Pflegedienst gearbeitet, bei dem weder die Leistungsnachweise schriftlich korrekt geführt wurden, noch richtig gescannt wurde. Die MA, die für die Abrechnung zuständig waren, arbeiteten genau wie du dann von morgens bis abends um alles nachzuprüfen und zu korrigieren. War übrigens auch von Opta data.
Soweit ich weiß, haben sie das Problem bis heute nicht in den Griff bekommen. Noch immer vergessen MA zu scannen bzw. scannen nicht die richtige Leistung und noch immer tragen sie sich nicht korrekt ein. ( Ich arbeite inzwischen nicht mehr dort) und noch immer machen die MA eine Menge Überstunde, wenn es an die Abrechnung geht. Eine Lösung wurde nicht gefunden. Man kann natürlich dem betreffenden MA eine Abmahnung schreiben, aber ob das die richtige Lösung ist?
Bin sehr gespannt auf weitere Antworten.
Ronja
 
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sputnick

also der sinn des rausfahrens zu den patienten liegt darin, das ich gucke ob alle leistungen abgezeichnet wurden, hat ein ma vor ort nicht abgezeichnet wird nachgefragt ob er die leistung nicht ausgeführt hat. hat er sie aber tatsächlich doch erbracht, so muss er sein handzeichen nachträglich machen, denn er hat die leistung ja tatsächlich erbracht.

aber ob das ein mittel ist, die mitarbeiter dahin zubringen die handzeichen zu machen das ist noch fraglich, man kann es halt nur mal ausprobieren und gucken was passiert.

es gibt aber pflegedienste, die das hinkriegen und ich frag mich täglich wie geht das. ich hab keine lust immer am anfang des monats eine woche so lange zu arbeiten macht mir ehrlich gesagt keinen spass und ich reg mich immer nur auf.

abmahnungen sind m.e. keine lösung denn dann is der ma schnell weg und wer sagt das es der andere besser macht?

haben schon überlegt den ma's die ihre handzeichen nicht korrekt machen, den dann nicht abrechenbaren umsatz vom gehalt abzuziehen denn ich denke dann denken die leute mal um aber das ist wohl leider nicht machbar oder?

hoffe auf weitere statements und evtl. lösungen. *diehoffnungstirbtzuletzt* ;-)
 
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stern3007

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Ich kenne das Problem auch aus einem Pflegedienst, in dem ich zur Aushilfe gearbeitet habe.
Auslöser für die vielen vergessenen Unterschriften waren:
1. zu enge Zeiten für die Pflege
2. Mappen nicht einheitlich
3. stark wechselnder Personaleinsatz

Für uns Pflegekräfte kommt IMMER erst der Patient und dann die bürokratischen Aufgaben. Wir sind diejenigen, die beim Patienten sind, eigentlich viel zuwenig Zeit haben, um uns wirklich auf den Patienten einzulassen und zudem auch gerade durch die Patienten oft in der Konzentration gestört werden. Tja manchmal können Patienten auch lästig sein ;-) nämlich dann, wenn man sich auf die Bürokratie konzentriert und unterbrochen wird.

Ständiger Mitarbeiterwechsel ist auch ein großes Problem. Fehler macht jeder. Vor allem dann, wenn man gestört wird im Ablauf. Im Büro korrigiert man halt den Tippfehler oder falsch eingetragenen Termin, in der ambulanten Pflege kann man nichts korrigieren, wenn man am nächsten Tag z.B. schon wieder eine ganz andere Tour fährt.

Ich gehöre zu den Leuten, die solche Arbeiten nur selten vergessen. Aber ganz frei von Vergessern bin ich nicht. Da wir aber regelmäßig immer dieselben Patienten anfahren, habe ich die Möglichkeit, am nächsten Tag meinen Fehler zu korrigieren. Endergebnis: In den von mir versorgten Patienten gibt es keine fehlenden Unterschriften von mir. Ausnahmen nur dann, wenn mir eine evtl. Korrektur nicht mehr möglich war, da Tourenumbesetzung oder z.B. der letzte Tag im Monat.

Druck ausüben nutzt überhaupt nicht. Im Gegenteil, die Mitarbeiter, die sich verunsichern lassen, machen noch mehr Fehler. Vielleicht mal anders herum denken? Bonus fürs Nichtvergessen? 1/2 Jahr keine Unterschriften vergessen ergibt ein schönes Buch aus dem Themenbereichen der Pflege.

Motivation ist hier für mich das Stichwort, nicht die Anwendung von Druckmitteln. Allerdings nützt die beste Motivation nichts, wenn die Leute zu sehr unter Zeitdruck stehen. Wenn man z.B. RR/Puls messen, BZ messen, Insulingabe, Kompressionsstrümpfe anziehen, sowie anschließende Dokumentation aller Werte und Abrechnungsdaten in 5 Minuten pressen will, ist das kein Wunder, wenn das in die Hose geht.

Das Ganze soll ein Gedankenanreiz sein. Ich will hier nicht unterstellen, dass die Mitarbeiter zuwenig Zeit haben.
 
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sputnick

ja das is schonmal n anreiz der bonus fürs nicht-vergessen.

nur muss ich mir dann hier wieder einen mechanismus einfallen lassen, wie ich die vergesser/nicht-vergesser notiere.

und ein tip das die leute immer dieselbe tour fahren ist auch nicht schlecht nur wenn mal einer ausfällt und der ma die tour eines anderen übernehmen muss is das wieder n prob weil er die patienten nicht kennt oder?

ich arbeite nur im büro also hab selber keine ahnung von pflege.
 
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stern3007

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und ein tip das die leute immer dieselbe tour fahren ist auch nicht schlecht nur wenn mal einer ausfällt und der ma die tour eines anderen übernehmen muss is das wieder n prob weil er die patienten nicht kennt oder?
Ja sicher ist das ein Problem. Idealzustand ist natürlich, dass nur die Freitage des AN durch eine andere Kraft besetzt werden. Das der Idealzustand nie zu erreichen ist, ist klar. Aber je beständiger das ganze ist, desto weniger Unterschriften werden fehlen.

Außerdem ist mir eins nicht klar. Wenn Tour 1 nicht besetzt ist, warum holt man jemanden aus Tour 3 und setzt da eine Aushilfe ein? Mit solch einem Verfahren störst du 2 Touren im Ablauf. Wenn Tour 1 nicht besetzt ist, sollte Tour 1 eine Aushilfe erhalten OHNE das die Besetzung der anderen Touren durcheinandergewirbelt wird. Gibt natürlich Tage wo man wirklich mal alles umwerfen muß. Nämlich dann, wenn es darum geht, dass eine Pflegekaft mit der passenden Qualifikation nicht anders greifbar ist. Solche Bedingungen treffen aber nicht so häufig zu. Wenn doch, dann sollte man sich mal gewaltig Gedanken machen wie man Ordnung in das Chaos bekommt.

Abgesehen davon kann eine eingearbeitete Kraft auch durchaus auf 2 - 3 Touren eingearbeitet sein. Das ist zu schaffen, sodaß sie auf jeden Fall im Arbeitsablauf sicher ist und die Fehler durch Unsicherheit reduziert werden.

Wichtig ist, dass die Arbeitskräfte die Möglichkeit haben, evtl. Fehler aus den letzten Tagen auch wieder aufarbeiten zu können. Wenn du mich im Monat 18 x auf Tour 3 schickst, 1x Tour 1, 2 Tour 2 und 2 x Tour 4, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich meine kleinen Patzer in den wenig gefahrenen Touren nicht ausbügeln kann.

Du kannst die Fehler nicht ausmerzen. Aber wichtig ist es, die Fehlerquote durch eine gute Unterstützung der Mitarbeiter zu verringern. Ein paar Nixraffis hat man meist unter dem Personal, aber die läd man sich dann am Monatsanfang ins Büro ein und läßt sie abzeichnen ;-)

Sollten die Fehlzeiten so groß sein, dass eine kontinuierliche Tourenbesetzung im Ansatz schon unmöglich ist, dann ist es höchste Zeit sich das gesame Konzept einmal zu überdenken. Große Fehlzeiten sind immer ein Alarmzeichen und führen letztendlich zur Überlastung des restlichen Personals. Als Langzeitwirkung gibts dann eine rege Personalfluktuation, die einen gescheiten Pflegeablauf massiv beeinträchtigen. Patienten werden immer unzufriedener .........

Ich denke du weißt was ich meine.
 
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Natürlich kann man im Nachhinein abzeichnen lassen, aber, nur mal so ganz nebenbei, auch dies ist Betrug, denn der MA soll seine Leistung vor Ort abzeichnen und nicht später, wenn nicht mehr nachvollzogen werden kann, ob er sie erbracht hat. Das Abzeichnen soll möglichst zeitnah erfolgen, sonst gilt die Leistung als nicht erbracht. Ein evtl. großer Verlust für den Pflegedienst, denn er darf die Leistung nicht abrechnen, die nicht abgezeichnet ist. Klar kann man mal was vergessen, davon kann sich wohl niemand freisprechen, aber eigentlich ist doch der Ablauf ganz einfach und vor allen Dingen immer gleich:
Ankunft; Mappe raus, einscannen der Zeit, schriftliches Eintragen mit Kürzel und Uhrzeit, Leistung erbringen, Leistung scannen, ausscannen der Zeit und weg. So war es bei uns. Bestenfalls ist auf den Leistungsnachweisen gemarkert, welche Leistung erbracht wird.
Mappe weg...
Warum klappts also nicht? Wie gesagt, wir hatten das gleiche Problem, und es ist noch immer nicht behoben.
Eigentlich dürfte es auch kein Problem sein, wenn ein MA eine fremde Tour fährt, denn der Ablauf ändert sich ja nicht.
 
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Lisy

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Hallo sputnick,
wir hatten das Problem auch bis wir per Betriebsvereinbarung festgelegt haben, das jedes vergessene Kürzel 1 € wert ist. Jeden Tag mußten die Mappen ins Büro gebracht werden, es wurde kontrolliert und den 1 € haben die Kollegen dann in die Kaffeekasse zahlen müßen.
Seither werden kaum noch Kürzel vergessen.
Gruß Lisy
 
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Auch eine Möglichkeit, nur was machst du mit den MA, die sich weigern, das Geld zu bezahlen. Auch wenn es eine Betriebsvereinbarung ist, zwingen kannst du sie wohl kaum, das Geld zu bezahlen oder irre ich mich??
Aber die Mappen täglich mit ins Büro zu bringen und mit dem MA zu kontrollieren, ob er korrekt abgezeichnet hat ist vielleicht sinnvoll, aber auch nur, wenn der Scanner direkt eingelesen wird um auch dort festzustellen, ob alles korrekt gescannt wurde. Zu überlegen ist, ob das Arbeitszeit oder Dienstzeit des MAs ist. Das geht natürlich auch nur vorrübergehend, da der Zeitaufwand ziemlich hoch ist, vor allen Dingen, wenn es viele Touren gibt.
 
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Hallo ronja,
nein zwingen kann man die Kollegen nicht, mußten wir auch nicht.
Allein schon die Tatsache, das es sehr umständlich und zeitaufwendig war hat ihre Konzentration wachsen lassen.
Außerdem haben wir auf jeder Dienstbesprechung das Thema angeschnitten und mitgeteilt um welche Summe es sich handelt.
Den Kollegen muß bewußt werden, das das Kürzel "ihr Gehalt" ist.
Gruß Lisy
 
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stern3007

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Warum klappts also nicht? Wie gesagt, wir hatten das gleiche Problem, und es ist noch immer nicht behoben.
Eigentlich dürfte es auch kein Problem sein, wenn ein MA eine fremde Tour fährt, denn der Ablauf ändert sich ja nicht.
Ist es so schwer zu verstehen, das Menschen keine Roboter sind die man anschaltet und losrennen läßt? Es gibt so viele Möglichkeiten in der ambulanten Pflege die auch nur kurz die Konzentration stören können.

Du im Büro hast kein Problem damit, du korrigierst deinen Fehler mal eben wenn es dir auffällt. Die armen Leute auf der Tour haben aber oft nicht die Möglichkeit.

Zudem was soll der Quark mit dem Betrug? Betrug ist für mich dann gegeben wenn der Mitarbeiter eine Leistung abzeichnet, sie aber nicht wirklich ausgeführt hat. Ich denke hier wird maßlos über das Ziel hinausgeschossen. Die bei den Kassen sollten erst einmal lernen ordentlich zu arbeiten bevor sie anderen Betrug unterstellen nur weil jemand etwas vergessen hat.

Bei Lisy kann ich mir gut vorstellen, dass wenige Mitarbeiter etwas vergessen. Wenn man ihre Beiträge hier regelmäßig liest, hat man auch den Eindruck, dass es sich um einen gut geführten Pflegedienst mit einem guten Betriebsklima handelt.

Wie ich schon schrieb, ich vergesse selten etwas. Aber wenn, dann meistens, weil ich durch irgendetwas abgelenkt wurde. Und was lenkt einen ab? Meist der Patient oder Angehörige. Für mich sind Patienten und Angehörige immer noch das wichtigste. Alles andere steht hinten an und wenn ich dadurch mal ein Kürzel vergesse ist trotzdem der Patient zufrieden, weil ich mich umgehend um ihn gekümmert habe.
 
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Hallo Stern,
erstmal Danke.
Und du hast durchaus Recht, der Patient/ Kunde ist das wichtigste.
Es gibt jedoch bei uns die Regel, erst dokumentieren, dann auf die Probleme eingehen. Das verstehen eigentlich alle.
Wir haben es aber auch ein bischen leichter, wir müßen keine Leistungen scannen. (Und die Kollegen haben genügend Zeit)
Gruß Lisy
 
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stern3007

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Das in der Klammer eingetragene "Die Kollegen haben genügend Zeit" ist das wichtigste. Wenn man schon mit 30 minütiger Verspätung beim Patienten ankommt und dieser auch noch schwierig ist, dann ist die Vergesserrate mit Sicherheit um ein Vielfaches höher als wenn man halbwegs entspannt arbeiten kann.
Natürlich kann man im Nachhinein abzeichnen lassen, aber, nur mal so ganz nebenbei, auch dies ist Betrug, denn der MA soll seine Leistung vor Ort abzeichnen und nicht später, wenn nicht mehr nachvollzogen werden kann, ob er sie erbracht hat.
Ist für mich Haarspalterei. Meistens kann erkannt werden, ob die Leistung erbracht wurde, weil in der Regel auch noch weitere Dokus notwendig ist. Eine stattgefundene, nachträglich abgezeichnete Leistung ist für mich kein Betrug. Nirgendwo ist wirklich definiert, dass dies definitiv verboten ist. Und abgesehen davon, haben die Krankenkassen eine Glaskugel wo gezeigt wird, was wir beim Patienten machen? Betrug ist für mich das Abzeichnen einer Leistung die wirklich nicht erbracht wurde. Wenn ich mir die Zeitengpässe bei vielen Pflegediensten anschaue, möchte ich nicht wissen, was alles dokumentiert, aber nicht gemacht wurde.
Klar kann man mal was vergessen, davon kann sich wohl niemand freisprechen, aber eigentlich ist doch der Ablauf ganz einfach und vor allen Dingen immer gleich:
Ankunft; Mappe raus, einscannen der Zeit, schriftliches Eintragen mit Kürzel und Uhrzeit, Leistung erbringen, Leistung scannen, ausscannen der Zeit und weg. So war es bei uns. Bestenfalls ist auf den Leistungsnachweisen gemarkert, welche Leistung erbracht wird.
Theorie und Praxis sind immer 2 verschiedene Paar Schuhe. Wer das so einfach sieht, weiß vermutlich in der Regel nicht, wieviele Störfaktoren es gibt. In solchen Fällen sage ich dann schonmal zu den betreffenden Leuten: Zeige es mir, mache es mir vor. 1 Woche Tour fahren und keine einzige Abzeichnung vergessen.

@Lisy:
Mit dem erst dokumentieren und dann auf Probleme eingehen gibt es leider in einigen Pflegediensten massive Probleme. Die schauen dann nämlich auf die gescannten bzw. dokumentierten Zeiten und dann auf den eigentlichen Verlauf der Tour und fragen sich, was der Mitarbeiter in der Zwischenzeit getrieben hat. Klingt makaber passiert aber wirklich.

Um nicht zu sehr in eine Routine zu verfallen, arbeite ich gerne zwischendurch mal als Aushilfe in anderen Pflegediensten. Und da hab ich schon die dollsten Dinger erlebt. Ein Beispiel aus Absurdisdan: In einem Pflegedienst sollte man morgens seine Uhr mit der Systemzeit des PC Systems abgleichen. Ist ja theoretisch auch kein Problem, nur wenn das System zeitlich schief hängt, haben die Leute massiven Ärger, die Uhren mit Zeitsynchronisation über Atomuhr besitzen. Anstatt das PC System auf Trab zu bringen immer die korrekte Zeit anzuzeigen wurden lieber die Mitarbeiter genervt. Bemängelt wurden sogar Abweichungen von 1-2 Minuten.
 
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ronja1

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Hallo Stern,
leider ist es den Kassen völlig egal, was DU für Betrug hälst und was nicht. Wenn du eine Leistung erbringst und vergisst abzuzeichnen und es im Nachhinein machst, ist es nicht korrekt, da dies nicht zeitnah geschieht. Sollte der Patient oder ein Angehöriger das mitbekommen und dem MDK melden, hast du auf jeden Fall ein Problem.
Ob die Krankenkassen eine Glaskugel haben oder nicht ist doch wurscht, oder bist du der Meinung, solange der MDK nichts sieht, kann man weniger korrekt arbeiten. Dass vieles Haarspalterei ist sehe ich auch so, aber wie gesagt, es gibt Gesetze und an die müssen wir uns eben halten.
Wie kommst du darauf, dass ich im Büro bin? Weder korrigiere ich die Leistungsnachweise, noch bin ich im Büro.
Warum sind die MA, die Tour fahren grundsätzlich arme Leute??? Es kommt doch wohl immer noch auf den Arbeitgeber an.
Dass Theorie und Praxis zwei Paar Schuhe sind, weiß wohl inzwischen jeder Depp, das lernt ja schon die Schülerin in der Ausbildung.
Ich bin viele Jahre mit Tour gefahren, 2 Jahre haben wir mit Scannern gearbeitet und zusätzlich unsere Kürzel mit Anfangszeit eingetragen. Selbstverständlich habe ich auch mal was vergessen. Wie gesagt, niemand kann sich wohl davon freisprechen.
Da ich selbst damit gearbeitet habe, weiß ich auch, von was ich rede. Und ich kann es dir vormachen: eine Woche Tour fahren und kein Kürzel vergessen, und da bin ich wohl nicht die einzige, wär ja furchtbar, wenn das keinem MA gelingen würde.
 
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stern3007

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Ich habe deine Fähigkeiten nicht in Frage gestellt. Aber eine Erfahrung habe ich gemacht. Gerade die die am meisten meckern können es am wenigsten ;-) Deshalb das mit dem zeigen, da kann man vielen schonmal den Wind aus den Segeln nehmen.

Ich finde es nur unfair wenn immer wieder auf dem Personal herumgehackt wird warum die es nicht hinbekommen. Nicht jeder hat die Fähigkeit, stundenlang unter dem Tourenstress immer gleich gut konzentriert zu sein. Das sollte immer berücksichtigt werden. Druck ausüben führt in der Regel zum Gegenteil.

Zum Betrug: Die Kassen übertreiben eindeutig. Man könnte sich jetzt hier darüber streiten was Betrug ist. Da gibt es genaue Definitionen. Die sind aber sicher nicht im Einklang mit den Vorstellungen der Kassen.
Man sollte den Terror den die Kassen machen nicht immer an die Mitarbeiter weitergeben. Man kann sich dagegen auch durchaus mal wehren. Ist doch mal was anderes als immer nur Mitarbeiter unter Druck zu setzen. Außerdem gibt es doch genug Verbände. Warum klären die diese unsäglichen Vorschriften nicht mal?

Man möge sich daran erinnern, was alles so bei den Kassen schief läuft und wie träge die arbeiten. Ich denke da nur an unser aller Lieblingskasse die ewig braucht bis dringend benötigte Hilfsmittel genehmigt sind.
 
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ronja1

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Was die Krankenkassen betrifft, magst du recht haben, aber die Frage war ja, um beim Thema zu bleiben, wie bekommt man die MA dazu, sich korrekt einzuscannen bzw. einzutragen. Wir haben geschult, wir haben geredet und erklärt und bis zum Schluss hat es nicht geklappt. Und das lag nicht immer nur am Stress.
Sputnik, ich habe leider nicht DIE Lösung für dich. Aber wenn ich hier eine höre, werde ich sie mit Freuden an meinen früheren Arbeitgeber weiter geben.
Das erspart den Kollegen, die die Abrechnung machen, viel Zeit und Frust.
 
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stern3007

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Wir haben geschult, wir haben geredet und erklärt und bis zum Schluss hat es nicht geklappt. Und das lag nicht immer nur am Stress.
Das muß doch zu denken geben. Man kann diese Fehler nur beschränkt eingrenzen. Sie werden immer wieder passieren und je mehr man sich darüber aufregt, desto schlimmer wird es, weil man die Mitarbeiter verunsichert. Zumindest einen Teil der Mitarbeiter.

Die Leute in der Abrechnung sind dazu da, dass die Abrechnung korrekt erfolgt, nicht die Mitarbeiter die vor Ort am Patienten arbeiten. Menschen machen nunmal Fehler. Das ist schon immer so gewesen. Besser die Fehler geschehen in diesen Bereichen als anderswo, z.B. falsche Medikamente gestellt oder so. Mittlerweile schaut das so aus, als sollte die Pflege auch noch die Abrechnung mit übernehmen ;-)
 
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Die Leute in der Abrechnung sind dazu da, die Abrechnungen korrekt zu schreiben, damit die MA ihre Gehälter bekommen. Die MA vor Ort sind sehr wohl dazu da, die Vorarbeit zu leisten, damit die Abrechnungen geschrieben werden können und die können eben nur dann korrekt geschrieben werden, wenn korrekt gescannt bzw. abgezeichnet wurde.
Woraus schließt du. dass die Pflege die Abrechnung übernehmen soll?
Natürlich sind die MA vor Ort nicht dazu da, die Abrechnungen zu schreiben.
Was hast du für eine Meinung über die MA an der Front?? Ich kenn viele, die kompetent, konzentriert, und nicht verunsichert sind. Sie sind weder Roboter, noch fühlen sie sich unter Druck gesetzt. Natürlich gibt es mir zu denken, wenn ich einem MA zu hundertsten Mal erklären muss, dass er sich eintragen muss. Allerdings muss ich gestehen, dass ich durchaus nicht immer die Schuld beim AG sehe.
Vielleicht solltest du mal einige Zeit in einem Büro eines gut organisierten Pflegedienstes arbeiten, damit du merkst, wie wichtig es ist korrekte Leistungsnachweise zu schreiben.
Sorry, nichts für ungut, aber ich habe den Eindruck, du siehst das Ganze sehr einseitig.
 
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naisa

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@sputnik
Ich verstehe dein Problem, Leistungsnachweise abgleichen ist wirklich keine Freude. Leider kann ich dir auch keine Lösung anbieten. Ich teile regelmäßig mit was die vergessenen Kürzel in Euro wert sind und hoffe, dass es was bringt ;-) .
@stern
Natürlich hat es auch was mit Stress zu tun, in besonders stressigen Zeiten werden mehr Kürzel vergessen, aber es gibt auch Mitarbeiter, die jeden Monat unglaublich viele Kürzel vergessen (auch in absolut unstressigen Zeiten) und es Mitarbeiter, die nie Kürzel vergessen. Wenn jemand ab und zu Kürzel vergisst ist das total in Ordnung. Wie du so schön sagst, wir machen alle mal Fehler. Über Monate hinweg eine staatliche Anzahl finde ich allerdings wenig erfreulich.
Die Leute in der Abrechnung sind dazu da, dass die Abrechnung korrekt erfolgt, nicht die Mitarbeiter die vor Ort am Patienten arbeiten. Menschen machen nunmal Fehler. Das ist schon immer so gewesen. Besser die Fehler geschehen in diesen Bereichen als anderswo, z.B. falsche Medikamente gestellt oder so. Mittlerweile schaut das so aus, als sollte die Pflege auch noch die Abrechnung mit übernehmen ;-)
Das finde ich schon fast frech (nein, der Smiley reißt es nicht raus). Kürzel sind Dokumentation und Dokumentation gehört zu deinen Aufgaben. Davon mal ganz abgesehen verstehen wir uns als Team, Büro kann nicht ohne Pflegemitarbeiter, aber Pflegemitarbeiter auch nicht ohne Büro. Deine Denkweise ist da eher kontraproduktiv. Unterstützt ihr euch nicht gegenseitig?

Und wo ich gerade so schön dabei bin, würde ich gern noch klarstellen, dass die "Büromannschaft" nicht den ganzen Tag auf die nächste Tasse Kaffee wartet und dabei Zeitung liest. Ständig klingelt das Telefon, Mitarbeiter haben Gesprächsbedarf, Anträge müssen gestellt werden, man muss sich zum hundertsten Mal mit der Krankenkassen-Tante absappeln, Änderungen an den Touren, hier noch ein Sonderwunsch u.s.w.
 
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ronja1

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Genau so ist es :thumbsup2:
 
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