Arbeitsrecht Abmahnung wg. Flüssigkeitsbilanzierung

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reinemargot

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mein stationsleiter hat mir (altenpflegerin) gestern nachdem er seinerseits vom heimleiter eins auf den deckel bekommen hat (nicht wegen mir, allgemein) mir vor versammelter manschaft damit gedroht das er mir eine abmahnung verpasst wenn ich wieder vergesse in der dokumentation etwas abzuzeichnen (es ging um flüssigkeitsbilanzierungen). nun trage ich wenn einfach zu viel los ist tatsächlich oft nach (spätestens am nächsten tag) und mir ist auch klar das das verbesserungswürdig ist, aber muss / darf man deshalb tatsächlich gleich mit einer abmahnung drohen? darf der das?
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Gerontopsychiatrie
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romana

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Ostrach
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Hallo reinemargot !

Drohen darf er immer ,ob die Drohung wahrgemacht wird und berechtigt ist, muss im Einzelfall geprüft werden. Zu beanstanden ist sicher die Tatsache, dass er das vor dem Team gemacht hat, außerdem bedarf eine Abmahnung der Schriftform und sie muss in kurzem zeitlichem Abstand des beanstandeten Verhaltens stehen.
Bist Du die Einzige ,die nachlässig mit der Dokumentation ist oder hat er halt grad Dich erwischt ?
Tatsache ist, dass jeder verpflichtet ist, die Pflegehandlung zeitnah zu dokumentieren. Machst Du das nicht, und es kommt ein Prüfer, können Leistungen verkürzt werden .
Hast Du keine Zeit zur Dokumentation, bist Du verpflichtet, den Vorgesetzten darauf aufmerksam zu machen und er muss Abhilfe schaffen .
So sieht es so aus, dass Du Deinen Dienstpflichten nicht nachkommst und das kann eine Abmahnung zur Folge haben. In der Regel wird aber ein Fehlverhalten erst gerügt und die Konsequenz einer Abmahnung dann angesprochen und im Wiederholungsfall auch gemacht.
Auf jeden Fall würde ich jetzt nicht eingeschnappt oder empört schmollen, sondern auf die Leitung zugehen und darüber reden, dass eben manchmal Zeit fehlt und wie Du Dich dann verhalten sollst.

LG
Romana
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
QMB
Weiterbildungen
Bin Praxisanleiterin und MAV
Weiterbildung Stationsleitung mit Zusatzqualif. QMB
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jackylein

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hi

also leider kann ich dir nicht sagen, ob er dir mit einer abmahnung drohen darf.
ich für meinen teil denke, dass man immer so zeitnah wie möglich dokumentieren sollte! Eingentlich ist es meines wissens sogar verboten, später also wie du beschrieben hast aus zeitmängeln erst am nächsten tag zu dokumentieren! das ist meiner meinung nach nicht zugelassen.
ich perönlich würde dir nahelegen, das du immer sehr zeitnah dokumentierst, denn dadurch kann dein chef dir auf jeden fall dann keine abmahnung mehr geben! außerdem bist du dann bei evt. rechtlichen sachen schön aus dem schneider! wenn mal angehörige klagen sollten wegen evt. pflegefehlern o.ä. dann hat der rechtsanwalt das recht sofort die bewohnerkurven einzusichten. das bedeutet du musst dir so schnell wie möglich dann ne kopie abziehen, damit irgendwas noch in den händen hast und alles nachvollziehen kannst!
lg jacky
 
Qualifikation
gesundheits- und krankenpflegerin
Fachgebiet
Intensivstaion
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Suseline

Hallo!
Natürlich sollen wir zeitnah dokumentieren.
Wir haben ein Computerprogramm, das nachträgliche Abzeichnungen von mehr als 12 Stunden ohne Nachfragen nicht zulässt. Man wird dann gefragt, warum nicht dokumentiert wurde, trägt das ein und der med. Dienst kann dann sehen, warum es eben so war. Allerdings sollen wir als Grund nicht "Personalmangel" eintragen oder "wir hatten Dokustau, für 4 Pflegekräfte gibts nur zwei Terminals". Der beste Grund fürs Nachtragen ist immer noch "Vergessen" und wenn das nicht regelmässig ist, sagt auch keiner was. Ansonsten fände ich es nicht schlimm, wenn z.B. tatsächlich eine Pflegekraft ausgefallen ist, wenn man echt einfach keine Zeit hatte.
In der Nacht haken wir die Leistungen meistens nur einmal ab, weil es bei über 30 Bewohnern nicht immer möglich ist, genau nach der Leistung an den PC zu rennen und zu dokumentieren. So arbeite ich meine Versorgungen meistens in der Zeit zwischen zwei und drei Uhr ab, weil ich da einfach am meisten Zeit habe. Dabei hake ich auch den letzten Rundgang am Morgen ab - auch wenn ich den noch nicht gemacht habe. Da gabs auch schon Gezacker, aber wir morgens so viel zu tun haben, wird das von der PDL akzeptiert und diesbzüglich gabs auch bei Kontrollen noch keinen Ärger.
Aussergewöhnliche Vorfälle oder Notfälle werden selbstverständlich und unbedingt zeitnah dokumentiert.
Ich denke, man sollte schon versuchen so zeitnah wie möglich zu dokumentieren und wenn man grundsätzlich ein Problem damit hat, vielleicht mal die eigene Organisation zu überdenken. (ist nicht böse gemeint)
Gruss
Susi
 
jackdanielsx84x

jackdanielsx84x

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Tachchen,

wenn der wahrhaftige Grund Personal-, Zeitmangel oder "Dokustau ist würde das bei mir mit Sicherheit da stehen. Mir ist auch keine Rechtsgrundlage bekannt, die deinem Arbeitgeber ein deratiges Verbot einräumt.


Gruß
Dennis
 
Qualifikation
GuK, Rettungssanitäter
Fachgebiet
Intensiv
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