Arbeitsrecht Abmahnung in der Altenpflege

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foenigin

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trier
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Hallo
Heute war nicht mein Tag ...2 Abmahnungen eine weil ich erbrochenes einer Bewohnerin im Flur gegen 19.00 Uhr bei Dämmerlicht nicht gesehen un beseitigt habe ...die 2. weil ich eine Pflegeplannung die meine Vorgängerin im PC geschrieben hat ..es gibt genau einen im Moment im Heim der mit der Stationsleitung zusammen benutzt werden darf wenn die zufällig den selben Dienst hat...nicht Fristgerecht bearbeitet habe...
wie bitte soll das gehen ohne Schulung ...ohne PC ...hallo
 
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SchwesterWolfgang

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AW: Abmahnung in der Altenpflege

. . . nu, nu beruhig Dich erst mal, trink ne Tasse Tee und atme mal gaaaanz tief durch! Und dann, ehe wir uns wieder alle auf das Gebiet der Spekulationen begeben, beantworte mal folgende Zusatzfragen:
- wann und in welcher Form (schriftlich, mündlich) wurden die Abmahnungen erteilt ?
- wie war der zeitliche Ablauf (wann war das Ereignis und wann wurde abgemahnt)?
- wer hat sie erteilt?
- was ist der Inhalt - ich meine: wird für den Wiederholungsfall tatsächlich die Kündigung angedroht (sonst ist es nämlich keine Abmahnung)
- gibt es einen Betriebsrat, oder MAV?
- bist Du in der Gewerkschaft, oder hast Du eine Rechtsschutzversicherung?
Die letzte Frage nur der Vollständigkeit halber.
Strahle Ruhe aus und beantworte erst mal die Fragen, denn nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wurde . . .
 
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Tilidin

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AW: Abmahnung in der Altenpflege

Hallo foenigin
Zu Abmahnung Nr. 1 kann niemannd etwas sagen, außer das es passieren kann, sollte aber nicht. Hier sofort mit einer Abmahnung zu reagieren ist schon seltsam.
Zu Abmahnung Nr. 2 Da du ja examiniert bist, solltes Du eine Pflegeplanung schreiben können. Hier steht wohl eher ein Versäumnis des Arbeitgebers im Raum, denn er muss dir ja Zeit u. Arbeitsmaterial zur Verfügung stellen.
So wie ich deinen Beitrag verstehe, stimmt hier die Verhältnismäßigkeit nicht, wenn die Abmahnung in schriftlicher Form erstellt wurde, dann aber sofort schriftlich Wiederspruch einlegen.
Ansonsten sollte man bei euch vieleicht mal die Kommunikation reflektieren. da scheint es im Dachstuhl zu knacken.
Leider ist deiner Ausführung nicht zu entnehmen, ob das schreiben einer Abmahnung zum allgemeinen Führungsstiel des Hauses gehört.
Was bleibt: 1 Wiederspruch, 2 langsam umschauen, ob es in den Nachbar- Häusern genau so ist.
 
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foenigin

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AW: Abmahnung in der Altenpflege

lieben dank für deinen kommentar..ich bin schon etwas ruhiger und hab frei heute ..ok
beide Abmahnungen schriftlich
erteilt von unserer PDL
ja im Wiederholungsfall droht die Kündigung
MAV gibt es aber übergeordnet für die gesammte Trägerschaft das heißt ca 20 Einrichtungen
ich bin im Deutschen Pflegeverband mit Rechtsschutz
 
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SchwesterWolfgang

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AW: Abmahnung in der Altenpflege

. . . "im Wiederholungsfall droht die Kündigung" - genau das ist der springende Punkt! Es muss also der gleiche Vorwurf wieder im Raum stehen, das heißt:
1. Es muss also wieder jemand im Dunkel auf dem Flur erbrochen haben und Du das wieder nicht gesehen haben. Ist doch eher unwahrscheinlich, oder? Vorgeschlagene Vosichtsmaßnahme: schaff Dir eine Stirnlampe an (wie die Bergleute) und gehe damit abends über den Flur :whistling

2. Für Abmahnung 2 würde ich die Initiative ergreifen und in etwa so an die Geschäftsleitung schreiben:
Sehr geehrte Frau/Herr Abmahner,
bezogen auf die mir erteilte Abmahnung vom . . . hätte ich folgende Vorschläge zu unterbreiten, damit eine ähnliche Situation nicht wieder eintreten kann:
- Ich bekomme eine ordentliche Einweisung in die computergestützte Erstellung von Pflegeplanungen in Höhe von ca. 10 Stunden. Sie werden verstehen, dass ich während meiner Ausbildung zwar die Erstellung von solchen Planungen erlernt habe, jedoch ist es den Ausbildungsträgern bei der Vielzahl von Pflege-Computerprogrammen nicht möglich, auf jedes Programm einzugehen. Das sollte ein Punkt im Einarbeitungskonzept der Einrichtung sein.
- Es wird ein zweiter Computerarbeitsplatz eingerichtet, so dass die Möglichkeit besteht, dass zwei Pflegekräfte gleichzeitig am Programm arbeiten können.
Mit Gruß und Kuss
Schwester foenigin


Das Schreiben darfst Du gern abändern - ich erhebe keinen Urheberrechtsanspruch darauf ;-)
Und dann würde ich es in Kopie, zusammen mit der Kopie der Abmahnung an die MAV schicken, mit der dringenden Bitte, das Problem im Auge zu behalten.

Zusätzlich dazu würde ich Dir empfehlen, für Dich selbst eine detaillierte Darstellung der Situation bei beiden Abmahnungen aufzuschreiben (mit eventuellen Zeugen - wer noch im Dienst war, eventuell eine Abschrift des Dienstplanes - noch besser eine Kopie) und die gut aufzubewahren, denn:
wie Tilidin schon richtig schreibt, riecht das etwas eigenartig und es ist nicht klar, worauf das hinauslaufen soll:
- entweder hat da jemand ein lockeres Händchen betreffs Abmahnungen,
- oder Du bist aus irgendwelchen Gründen in Ungnade gefallen
- oder es will Dich jemand aus irgendwelchen Gründen loswerden und sucht nach einer billigen Möglichkeit.
Der Ratschlag von Tilidin, Dich schon mal sicherheitshalber nach einem anderen Arbeitgeber umzusehen, ist also nicht so verkehrt, denn egal, was davon zutriffft - in jedem Fall ist für die Zukunft nichts Gutes zu erwarten.

Auf keinen Fall würde ich versuchen, die Abmahnungen rauszuklagen - das bringt nix. Lass ihnen das erhebende Gefühl, dass sie Dir gezeigt haben, was eine Harke ist und vielleicht hast Du ja danach etwas Ruhe. Versuchst Du hingegen den Rechtsweg und gewinnst sogar noch - dann werden sie alles dran setzen, Dir das nächste Ding reinzuwürgen, nur um Dir zu zeigen, dass Du der Dödel bist und sie die Kings sind.
Du kannst Dich eh entspannt zurück lehnen, denn wie schon beschrieben, braucht es zu einer nachfolgenden Kündigung genau des gleichen Sachverhalts und sollte es dazu kommen, wird auf Antrag eh vom Arbeitsgericht die Berechtigung der vorangegangenen Abmahnung überprüft. Wenn diese nicht rechtens war, dann ist damit automatisch die Kündigung auch hinfällig. Und bei Abmahnung 2 sehe ich das so, dass der Arbeitgeber seine Versäumnisse Dir zur Last legt . . .
 
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thorstein

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AW: Abmahnung in der Altenpflege

Auf keinen Fall würde ich versuchen, die Abmahnungen rauszuklagen - das bringt nix. Lass ihnen das erhebende Gefühl, dass sie Dir gezeigt haben, was eine Harke ist und vielleicht hast Du ja danach etwas Ruhe. Versuchst Du hingegen den Rechtsweg und gewinnst sogar noch - dann werden sie alles dran setzen, Dir das nächste Ding reinzuwürgen, nur um Dir zu zeigen, dass Du der Dödel bist und sie die Kings sind.
Du kannst Dich eh entspannt zurück lehnen, denn wie schon beschrieben, braucht es zu einer nachfolgenden Kündigung genau des gleichen Sachverhalts und sollte es dazu kommen, wird auf Antrag eh vom Arbeitsgericht die Berechtigung der vorangegangenen Abmahnung überprüft.
Hallo Wolfgang,

dieser Argumentation möchte ich ganz eindeutig widersprechen.

Welche Funktion die Abmahnungen hier haben, darf als offene Frage gelten. Berechtigt sond sie in keinem Fall. Leider bin ich mir aber fast sicher, dass die lieben Kollegen davon auch etwas mitbekommen. Damit führen solche Abmahnungen auch schnell zu einer Rufschädigung. Ausserdem ist damit zu rechnen, dass, falls man nicht konsequent dagegen vorgeht, diese Abmahnungen Eingang in das Zeugnis finden. Natürlich weiss ich was jetzt kommt: wehrt man sich, wird das Zeugnis nicht noch schlechter?
Ich war selbst viele Jahre MAV-Mitglied und habe bei solchen völlig schwachsinnigen Abmahnungen immer dafür plädiert, Widerspruch einzulegen und die Rücknahme einzufordern. Wenn schon eine MAV vorhanden ist, sollte sie eigentlich solch einem Treiben entgegenwirken.
"Genau der gleiche Sachverhalt" ist übrigens etwas irreführend. Verletzungen der Dokumentationspflichten oder Hygienemängel müssen nicht absolut identisch sein, um in der Summe eine Kündigung zu rechtfertigen.
Grüsse
 
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SchwesterWolfgang

SchwesterWolfgang

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AW: Abmahnung in der Altenpflege

. . . thorstein, okay - über die MAV sich gegen die Abmahnungen zu wehren - das halte ich noch für angebracht (deswegen ja auch mein Hinweis, das Anschreiben zusammen mit der Abmahnung an die MAV zu senden). Nur auf dem Rechtsweg - sprich übers Gericht rausklagen - davon halte ich nicht viel. Aber das ist meine persönliche Meinung, resultierend aus eigener Erfahrung und der von anderen Kolleginnen. Leider ist mir in den letzten 21 Jahren erst ein Arbeitgeber begegnet, der wirklich ehrlich gesagt hat - okay, da habe ich wohl etwas überreagiert und hat die Abmahnung zurück genommen. Alle anderen Arbeitgeber sind so von sich überzeugt, dass sie alles richtig machen, dass es kaum noch auszuhalten ist. Und dann weise mal einem solchen Menschen nach, dass er/sie einen Fehler gemacht hat! Da stehst Du aber bis zum Hals im Fettnapf ;-)
Und was die Außenwirkung auf die anderen MA anbetrifft: entweder kennen die mich als korrekt arbeitenden Menschen, dem mal ein Fehler unterlaufen ist (Erbrochenes) oder der unberechtigt abgemahnt wurde (Pflegeplanung), dann schadet das meinem Ruf in der Firma überhaupt nichts - im Gegentum - die Kolleginnen werden mich höchstens bedauern. Oder ich bin ein Wackelkandidat, auf dessen Arbeitsweise man sich nicht so recht verlassen kann - dann poliert mein einsamer Kampf gegen die Abmahnungen mein Image auch nicht auf, oder? Und mit Aufregung ist so was allemal verbunden und da muss man abwägen, ob man sich das antun will.
Hinzu kommt: auch wenn ein Arbeitsrichter sagt, dass die Abmahnungen ungerechtfertigt sind und raus müssen - wer garantiert mir, dass die auch tatsächlich aus der Akte genommen werden? Das hat mir vor 12 Jahren ein Arbeitsrichter so gesagt! "Sie können zwar Einsicht in die Personalakte nehmen, aber man kann die Abmahnungen vorher rausnehmen und danach wieder hineingeben". Bezeichnend, was dieser Richter für ein "Vertrauen" in die Handlungsweisen der bundesdeutschen Arbeitgeber hat, oder?

Und letztlich kommt noch hinzu, dass man vor Gericht und auf hoher See in Gottes Hand ist , bzw. abhängig von regionalen und allen möglichen anderen Faktoren und ein verlorener Prozess ist noch rufschädigender als ein Schulterzucken und zur Tagesordnung übergehen . . .
 
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Tilidin

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AW: Abmahnung in der Altenpflege

Moin Moin
Mittlerweile denke ich, das wir nicht mehr über die Abmahnung als solches reden sollten, wir alle können die Verknüpfungen u. Strukturen dieses großen AG ( vieleicht mehrere Bundesländer) nicht beurteilen.
foenegin: könnte auch gut mit einer Abmahnung in den Personalakten leben.( Sie selber u. die Kollegen des Hauses wissen u. die Unsinnigkeit.)
Die Frage ist doch:

wie Schwester Wolfgang richtigerweise schrieb: Warum Warum wird so verfahren oder gehandelt.
Da das Verhalten des AG in keinerweise als normal zu bezeichnen ist, müssen in irgendeiner Form, andere Gründe eine entscheidende Rolle spielen.

Ich glaube das foenegin sich im Kollegenkreis erstmal Feedback holen sollte, schon um die eigene Seele zu beruhigen u. mit dem Hintergedanken sich zu solidarisieren.
Denn je mehr Zuspruch sie im Kollegenkreis hat, um so einfacher u. begründbarer wird das formulieren des Wiederspruches sein.

Denn "Alleine" wird sie den Kampf nicht bestehen können, mit viel Glück werden beide Seiten verlieren, ist es die Sache wert, soviel Zeit u. Energie vieleicht noch Geld zu investieren.???????
Die Antwort kennt nur foenegin
 
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AW: Abmahnung in der Altenpflege

Nur wenige Worte,
such Dir einen neuen Arbeitgeber.
Dürfte einfach werden.
Viel Glück
 
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foenigin

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AW: Abmahnung in der Altenpflege

klar in einer erz katholischen stadt wie trier ist ein arbeitgeber auch dein nächster und hast du bei einem verspielt dann bei allen.....keine gute idee
 
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Maarek

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AW: Abmahnung in der Altenpflege

Na dann bleib und setzt dich mit Ihm(Arbeitgeber) auseinander,
Wenn diese Art des Umgangs mit Angestellten keine Konsequenz für den Arbeitgeber hat wird er mit dieser Methode
immer weiter machen(Einschüchterung). Wo bleibt dein Stolz.
Und Übrigens sind nicht alle Arbeitgeber solidarisch miteinander(wie bei Pflegekräfte) und da bin ich mir sicher, findest du sofort einen neuen Job.
Ist es nicht so aus, dass es noch nie so einfach war einen neue Stelle zu finden!! Du kannst es dir quasi aussuchen. Auch in Trier.
Mann/Frau muß sich seinen Stellenwert bewusst werden, erst dann ändert sich der Umgang mit dem Arbeitgeber.
Denn sie sind von uns Abhängig.
 
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AW: Abmahnung in der Altenpflege

Finde es schon erstaunlich, mit wie wenig Informationen hier einige gleich und sofort den AG als den Bösen und alleinig Schuldigen ausmachen und ihr Feindbild pflegen.

Wir wissen alle nicht, was vorher evtl. schon gelaufen ist, ob und wenn ja wieviele Gespräche stattgefunden haben etc., etc., etc.

Ohne die andere Seite zu hören, möchte ich mir kein Urteil bilden, alles anderes sind Vorurteile und mit denen sollte man sehr, sehr vorsichtig umgehen.

Es soll Abmahnungen geben, die durchaus Gerechtfertigt sind - habe ich mir sagen lassen.

Eine Abmahnung ist ein Schuss vor den Bug, des AG gegenüber dem AN und nichts anderes.

Wenn AG und AN sehr unterschiedliche Auffassungen haben über die Erbringung der Leistung, hat der AG zunächst das Direktionsrecht und kann einfordern, dass es so gemacht wie er es sich vorstellt.

Dem sind Grenzen gesetzt - klar - die MAV muss informiert werden und ich kann das Ganze durch das Agericht überprüfen lassen.

Bei unüberbrückbaren Differenzen wird man sich trennen müssen, wie im richtigen Leben.
 
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AW: Abmahnung in der Altenpflege

. . . renje, wenn Du auch mit einigen Aussagen in Deinem Beitrag Recht hast - in einem möchte ich Dich berichtigen: dieses ist, wenn ich mich nicht irre, ein Forum und kein Gerichtssaal. Wir sind auch keine Anwälte und keine Richter, sondern Menschen, die in der Pflege oder rundherum arbeiten und lediglich eigene Erfahrungen oder Interesse am Thema haben und wir sind als Klolleg/innen in der komfortablen Funktion, eine Situation nicht auf ihren Wahrheitsgehalt hin abklopfen zu müssen, oder gar die Gegenseite noch anhören zu müssen um uns ein Urteil bilden zu können.
In einem anderen Forum steht oben drüber, dass die hier gegebenen Antworten im Ernstfall keinesfalls den Gang zum Rechtsanwalt oder zur Gewerkschaft erspart. Und das sollte eigentlich über jedem solchen Forum stehen, denn in die hier gegebenen Anworten fließen auch stets die persönlichen Befindlichkeiten und Erfahrungen des Antworters ein. Und hinzu kommt der Umstand, dass bestimmte Begriffe automatisch positive oder negative Vorstellungen auslösen. Der Begriff Abmahnung löst bei den wenigsten das Gefühl aus, dass es sich eigentlich um eine arbeitsplatzerhaltende Maßnahme handelt, weil: wenn man demjenigen nicht sagt, dass es aus Sicht des Arbeitgebers ein Fehler war und dass man künftig für den gezahlten Lohn ein anderes Verhalten erwartet, dann kann er sein Verhalten auch nicht ändern.
Aber wie geschrieben: diese Logik löst der Begriff bei den wenigsten aus, zumal der Ton im Arbeits- und Berufsleben in den letzen 20 Jahre deutlich härter geworden ist.
Als eine Ursache für den härteren Umgang wird unter anderem einerseits die ungezügelte Gier nach noch höheren Gewinnen und andererseits dadurch ausgelöst ein Preis- Druck auf die anderen benannt. Die "Geiz-ist-geil"-Bewegung, ausgelöst von einer Werbekampagne hat ihr übriges dazu getan, dass die Leute mehrheitlich nicht mehr auf Qualität, sondern auf den Preis schauen, bzw. meinen, dass sie für wenig Geld viel Leistung bekommen können. Die Folge: ähnlich wie in Wirtschaft und Politik zählen nicht mehr gute Arbeit in der Führungsebene, sondern allein die Zahlen. Also sind HL und PDL gefragt, die mit möglichst wenig Personal (weil:größter Kostenfaktor) so viel Leistung herausholen, wie nur irgend möglich. Und das sind dann wiederum nicht die besten Führungskräfte, denn die geben einfach den Druck, den sie selber haben an die schwächsten Glieder der Kette weiter.
Und um den Kreis zu schließen: diese miserable Unternehmenskultur bleibt nicht verborgen, sondern geht dank der Medien durch Presse, Funk und Fernsehen und nun darfst Du dreimal raten, weshalb das Wort "Abmahnung" eher negative Vorstellungen auslöst . . .
Und dann finde ich es super, dass es ein Forum gibt, in dem jemand erst mal Trost und erste Hilfe findet, ohne dass man sagt: "heule Du erst mal im stillen kämmerlein weiter - ich will erst mal, ehe ich mich äußere, die Gegenseite hören, auch wenn ich kein Richter bin und eigentlich gar nicht über Berechtigung oder Nichtberechtigung zu befinden habe. . . "
 
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thorstein

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AW: Abmahnung in der Altenpflege

Erstens wurden hier die Abmahnungsgründe genannt, und auch wenn man immer nur die eine Seite der Medaille hört, habe ich keine Zweifel, dass dies auch die Gründe für die Abmahnungen waren.
Eine nicht aktualisierte Pflegeplanung oder übersehenes Erbrochenes rechtfertigen keine Abmahnung. Punkt.
Wenn ich ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber Fragestellern in einem Forum propagiere, kann ich natürlich vermuten, dass schon mehrfach eine Planung nicht aktualisiert wurde und es schon mehrfach Hygienemängel gab und deshalb die Abmahnungen auch sicher gerechtfertigt waren. Ich tue das nicht. Wozu auch? Um den armen AG, der hier eventuell fälschlicherweise an den Pranger gestellt wurde, zu schützen? Dafür scheinen mir die Berichte anonym genug zu sein.
Mir geht es grundsätzlich um die Frage, wann ich mir als AN eine Abmahnung gefallen lassen muss, und wann ich mich dagegen wehren sollte. Hier haben wir wohl wieder einmal ein Beispiel, wo sich jemand gegen unberechtigte Abmahnungen nicht wehrt. Das finde ich tatsächlich beunruhigend.
 
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AW: Abmahnung in der Altenpflege

@schwester Wolfgang:

ein Forum und kein Gerichtssaal. Wir sind auch keine Anwälte und keine Richter, sondern Menschen,
Genau so ist es.


ich will erst mal, ehe ich mich äußere, die Gegenseite hören, auch wenn ich kein Richter bin und eigentlich gar nicht über Berechtigung oder Nichtberechtigung zu befinden habe. . . "
Nein, um das gehts nicht.

Ich brauche weder Anwalt noch Richter zu sein, um im zwischenmenschlichen Umgang zu Wissen, dass es immer zwei Seiten einer Medaillie gibt und wie man Miteinander umgehen sollte.

Als Mensch bilde ich mir erst ein Urteil, im Sinne von Richtig oder Falsch, wenn ich mehr über die Situation weiß und wenn möglich die andere Seite auch höre.

Das gilt im Umgang mit allen Menschen, egal in welcher Situation oder Stellung.

Das ist jedenfalls mein Anspruch.

Sonst haben wir ganz schnell die Situation der Gerüchteküche, die unter Umständen in Mobbing oder Bossing münden könnte.
Man redet sich die Köpfe heiss, ohne zu Wissen um was es eigentlich wirklich geht.
Manchmal habe ich den Eindruck, man will es eigentlich nicht so wirklich Wissen, mit schimpfen und jammern haben wir ne Gemeinsamkeit, konstruktiv sich Einzubringen ist so mühsam.


Mein persönlicher Rat wäre, ohne gleich in Richtig oder Falsch einzuteilen, sich mit Fragen der Situation zu Nähern:
Gehe in dich und Frage dich ob da nicht vorher schon was vorgefallen ist?
War es der vorläufige Höhepunkt einer Entwicklung oder kam das aus heiterem Himmel?
Hast du keine Warnzeichen wahrgenommen oder wahrnehmen wollen?
Gabs, gibts Ärger mit einigen, mehreren Kollegen, SL, WBL?
Wie ist deine Stellung im Team?
Wer hat das überhaupt gemeldet?
Mit welchem Hintergrund/Motivation?
usw.

Schreibe eine Darstellung aus deiner Sicht und bitte den Abmahner um ein Gespräch.

Gibt es die Möglichkeit einer "Kollengenberatung" oder nimm 1/2/3 Stunden Supervision um deine Anteile zu erkennen.

Arbeitsrechtlich:
MAV, Gewerkschaft, Anwalt überprüfen lassen auf die Formalien.

MAV evtl. als Vermittler noch zustätzlich einbinden.


off topic
Und das sind dann wiederum nicht die besten Führungskräfte,
Woher sollten die denn kommen?
Die bisherige Ausbildung war mehr als dürftig. Die sollten ja auch nicht so ganz viel Wissen.
Und jetzt schimpfen wieder viele auf die akademische Ausbildung.

zumal der Ton im Arbeits- und Berufsleben in den letzen 20 Jahre deutlich härter geworden ist.
Willkommen im Arbeitsleben.
Wie in anderen Berufen auch.
Anstatt sich dem zu Stellen, jammern wir lieber, da sind wir geübt.
Stichwort: Organisationsgrad oder Kammer

Ich befürchte es wird niemand kommen und uns in den Arm nehmen und das Köpfchen streicheln und sagen:
Ihr Armen und Beladenen, wir machen das für euch.
 
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thorstein

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AW: Abmahnung in der Altenpflege

Mein persönlicher Rat wäre, ohne gleich in Richtig oder Falsch einzuteilen, sich mit Fragen der Situation zu Nähern:
Gehe in dich und Frage dich ob da nicht vorher schon was vorgefallen ist?
War es der vorläufige Höhepunkt einer Entwicklung oder kam das aus heiterem Himmel?
Hast du keine Warnzeichen wahrgenommen oder wahrnehmen wollen?
Gabs, gibts Ärger mit einigen, mehreren Kollegen, SL, WBL?
Wie ist deine Stellung im Team?
Wer hat das überhaupt gemeldet?
Mit welchem Hintergrund/Motivation?
usw.
Und diese Fragen hat sich der Fragesteller nicht längst schon selbst gestellt?
Darum stellt er eine Frage in einem Forum für Arbeitsrecht, damit man ihn zu einer Reflektion auffordert, ob er nicht doch Schuld auf sich geladen hat oder wo seine Anteile liegen? Ist ehrlich gesagt nicht mein Weg.
 
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traveler

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AW: Abmahnung in der Altenpflege

@thorstein:

Und diese Fragen hat sich der Fragesteller nicht längst schon selbst gestellt?
Darum stellt er eine Frage in einem Forum für Arbeitsrecht, damit man ihn zu einer Reflektion auffordert, ob er nicht doch Schuld auf sich geladen hat oder wo seine Anteile liegen?
Jetzt befinden wir uns im Bereich der Spekulation.

NUR auf das RECHT zu Beharren führt meist zu einem Machtkampf, den meist der in der Hierarchie niederstehendere verliert, zumindest Längerfristig.

Wenn eine Entwicklung gewünscht wird muss man miteinander Reden.
 
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foenigin

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AW: Abmahnung in der Altenpflege

Fortsetzung folgt.....
meine 3 Abmahnung wurde mir angekündigt.. wegen ...haltet euch fest............
ich habe im Dienst ....................................gehäkelt ......ist das nicht furchterregend?????
es war in meiner Pause aber jemand sagte ich hätte über meine Pause hinaus gehäkelt ....werde ich nun an meinen Häkelsachen aufgehänkt oder stellt sich die Frage wo ist den hier in Deutschland der Pflegenotstand wo es angeblich keine leute mehr gibt und ich soll wegen häkeln in meiner Pause gekündigt werden.....das ist so lächerlich das es schon fast wieder weh tut
 
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AW: Abmahnung in der Altenpflege

OMG es ist echt ne Schande,wie mit dir umgegangen wird, such dir bitte was neues, sowas habe ich überhaupt noch ne gehört!
 
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AW: Abmahnung in der Altenpflege

Das sieht für mich danach aus, als wäre bei dem AG kein Fuß mehr auf den Boden zu bekommen. Man will dich offensichtlich nicht haben. Vielleicht wollen auch Kollegen dich nicht mehr haben, aber der Dienstherr macht mit.
Ich habe in den letzten Diensten mit dem Handy gespielt, war sogar mit meinem Lappi im Internet unterwegs und hab mich mit Kollegen unterhalten. Ja, es waren ruhige Dienste, in der Klinik gibt es eher mal laue Zeiten als im Altenpflegebereich. Einfach keine Patienten auf Intensiv.
Häkeln über das Ende der Pause hinaus das ist echt ein Witz, zumal die Pausen meist sowieso nicht eingehalten werden können, weil irgendjemand stört. Meist gibt es ja keinen Gong wie in der fertigenden Industrie z.B. - das ist echt der Hammer und an den Haaren herbeigezogen.

Ich wünsch dir viel Glück - wie auch immer du das angehen willst.
 
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