7/7 Arbeitszeitmodell

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Tatifü

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Hallo,

Kennt jemand von euch das 7/7 Arbeitszeitmodell oder hat schon Erfahrungen damit gemacht?

liebe Grüße
Tati
 
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Altenpflegerin
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Tagespflege
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Pevaueff

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Ich finde diese Modell extrem attraktiv, der User Johannes hat dies in seiner Einrichtung wohl auch erfolgreich umgesetzt, ein bisschen googeln bringt weitere Erkenntnisse. Zumindest in der ambulanten Pflege ist es schwierig umzusetzen, meine Mitarbeiter haben es dann auch rigoros abgelehnt.
 
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PDL
Fachgebiet
ambulant
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Menschenkind

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Krankenpfleger, Pflegefachmann
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Heimaufsicht/WTG-Behörde
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Pflegedienstleitung, Qualitätsbeauftragter, Algesiologischer Fachassistent (DGSS)
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johannes2017

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Dieses Arbeitszeitmodell wurde von mir im Jahre 1992 erstmalig im Bereich Pflege erprobt und ist bis heute gelebte Wirklichkeit. Auch wenn die DSG dies vor ein paar Jahren kopiert hat, freut mich, das sie dort zu ähnlichen Ergebnissen kommen, die ich jetzt seit 27 Jahren habe. Übrigens - die Krankheitsquote liegt in diesem Jahr bei uns bei 0,85 % auf die Jahresarbeitszeit aller Mitarbeiter im Bereich Pflege. Ausführliche Infos erhalten Sie unter Arbeitszeitmodelle . Sollten die Infos nicht ausreichen, kann man mich auch direkt kontaktieren.
 
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Altenpfleger
Fachgebiet
stationär
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Tatifü

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Hallo Johannes,

Ich denke ich habe dir gerade eine unabhängig über deine Hp gerade eine Mail geschickt. Freut mich dass du auch hier angemeldet bist. Man liest ja sehr über dieses Modell. Mich würde interessieren wie viele Pflegeheime dieses Modell schon umgesetzt haben.

Vielen Dank für deine Antwort.
lG
 
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Altenpflegerin
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Tagespflege
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mohrruebe

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Ich habe großes Interesse, das Arbeitszeitmodell auch bei uns einzuführen und verspreche mir viele positive Effekte. Allein der komplizierte Prozeß der Umstellung hält mich noch etwas ab, hier konkreter zu werden.

Im Nachtdienst ist ja für die (einzige) Fachkraft keine Pause möglich. Wie wird das gelöst? Kann ich einfach einen Zeitraum von 2,5 Stunden als Bereitschaftszeit deklarieren? Muß man das irgendwo genehmigen lassen oder anmelden? Wie wird die Bereitschaftszeit dann letztlich abgerechnet?

Das wäre für mich die erste zu nehmende gedankliche Hürde in der Umsetzung.
 
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Heimleiter
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Stationäre Langzeitpflege
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johannes2017

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Hallo Johannes,

Ich denke ich habe dir gerade eine unabhängig über deine Hp gerade eine Mail geschickt. Freut mich dass du auch hier angemeldet bist. Man liest ja sehr über dieses Modell. Mich würde interessieren wie viele Pflegeheime dieses Modell schon umgesetzt haben.

Vielen Dank für deine Antwort.
lG
komme erst jetzt dazu, zu antworten. Mir ist konkret eine große Einrichtung in Ostdeutschland bekannt. Die haben auch ein Prospekt dazu rausgebracht und verkaufen es als ihre Innovation. Wenn ich alles richtig gelesen habe, kommen sie zu ähnlichen Ergebnissen wie wir, auch was die Reduzierung der Erkrankungen betrifft. Weiter oben habe ich den Link zu ihnen entdeckt!
 
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Altenpfleger
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stationär
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mohrruebe

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Wir haben bei Vollbelegung ca. 90 Plätze.
 
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Heimleiter
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Stationäre Langzeitpflege
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Menschenkind

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OK, dann müssten sowieso 2 Nachtwachen im Dienst sein (je 45 Bewohner). Dann ist es kein Problem mit den Pausen!
Wieso "kein Problem"? Ständige Anwesenheitspflicht mindestens einer Fachkraft - welche Einrichtung leistet sich denn tatsächlich eine zweite examinierte Nachtwache, damit die Pause der ersten fachgerecht abgedeckt ist???
 
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Krankenpfleger, Pflegefachmann
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Heimaufsicht/WTG-Behörde
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Pflegedienstleitung, Qualitätsbeauftragter, Algesiologischer Fachassistent (DGSS)
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mohrruebe

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Mein Gedankengang ist entsprechend: Pause der einzigen Fachkraft ist heimrechtlich nachts nicht möglich. Darum der Weg über eine (wie auch immer vergütete) Bereitschaftszeit. Wie wird die aber arbeitsvertraglich abgebildet? Anwesenheit 12,5 Std., also z.B. von 19 Uhr bis 7:30 Uhr, davon 10 Std. Arbeitszeit und 2,5 Std. Bereitschaft, ohne Anrechnung auf das Arbeitszeitkonto? Und wenn tatsächlich Arbeit anfällt, dann als Arbeitszeit werten?

Oder kann man nicht wie bei Ärzten und Rettungsdienst sich auf die Regelung berufen, daß auch mehr als 10 Std. tägliche Arbeitszeit möglich ist, wenn ein erheblicher Teil auf die Arbeitsbereitschaft entfällt. Wie hast Du das vertraglich/abrechnungsmäßig gelöst?

Wir haben zwischen Mitternacht und Morgen tatsächlich nur 1 FK und 1 HK im Haus.
 
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johannes2017

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Wieso "kein Problem"? Ständige Anwesenheitspflicht mindestens einer Fachkraft - welche Einrichtung leistet sich denn tatsächlich eine zweite examinierte Nachtwache, damit die Pause der ersten fachgerecht abgedeckt ist???
Was ist das für eine Frage? In einer Einrichtung, die "über Leichen geht", also nicht für ausreichend Personal mit entsprechender Qualifikation sorgt, würde ich nicht arbeiten! Ich leiste mir für 15 Pflegebedürftige 7 Fachkräfte plus Pflegehelfer. Warum sollte also eine Einrichtung mit 90 Pflegebedürftigen sich nicht je 2 Nachtwachen leisten können? Ist mir absolut unverständlich!
 
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johannes2017

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Pause der einzigen Fachkraft ist heimrechtlich nachts nicht möglich.
Eine Fachkraft in der Nacht würde ich niemals dulden bei dieser Hausgröße. Die paar Euro, die eine zweite Fachkraft mehr kostet, zahlt ein Haus in dieser Größe aus der Portokasse!
Darum der Weg über eine (wie auch immer vergütete) Bereitschaftszeit. Wie wird die aber arbeitsvertraglich abgebildet? Anwesenheit 12,5 Std., also z.B. von 19 Uhr bis 7:30 Uhr, davon 10 Std. Arbeitszeit und 2,5 Std. Bereitschaft, ohne Anrechnung auf das Arbeitszeitkonto? Und wenn tatsächlich Arbeit anfällt, dann als Arbeitszeit werten?
Bei unseren 15 Pflegebedürftigen fällt in der Nacht gerade mal 2 - 2,5 Std. regelrechte Arbeit an, in Ausnahmefällen bis 4 Stunden. Darum sind arbeitsvertraglich 50 % als Arbeitszeit und 50 % als Bereitschaftszeit vereinbart. Die Bereitschaftszeit wird selbstverständlich wie Arbeitszeit vergütet mit allen Zuschlägen! Etwas anderes wurde nicht mal angedacht!

In einem Haus mit 90 Bewohnern würde ich sogar 3 Mitarbeiter in der Nacht beschäftigen, wenn sich ein entsprechender Arbeitsaufwand ergeben sollte. Damit sind in jedem Fall auch ungestörte Pausen realisierbar.Im Übrigen geht unsere Nachtwache von 18:55 Uhr bis 7:00 Uhr.

Oder kann man nicht wie bei Ärzten und Rettungsdienst sich auf die Regelung berufen, daß auch mehr als 10 Std. tägliche Arbeitszeit möglich ist, wenn ein erheblicher Teil auf die Arbeitsbereitschaft entfällt. Wie hast Du das vertraglich/abrechnungsmäßig gelöst?
Ich würde die Arbeitszeit auf keinen Fall über 10 Stunden ausweiten, weil dies nicht erforderlich ist - auch bei euch nicht! Mir ist die Gesundheit meiner Mitarbeiter mehr wert. Nur gesunde Mitarbeiter sind in der Lage und auch bereit, volle Leistung zu bringen. Darauf solle Rücksicht genommen werden.
 
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mohrruebe

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Das Problem ist nicht so sehr ein ökonomisches. Setze ich zwei Fachkräfte nachts ein, so fehlen mir diese tagsüber. Man könnte natürlich darauf spekulieren, daß das Arbeitszeitmodell, wenn man es offensiv bewirbt, Interessenten anlockt, die sich sonst bei uns nicht beworben hätten.

Wobei die Vorteile von 7/7 für unsere Dauernachtwachen jetzt nicht ganz so gravierend sind, wie das bei den Tagdienstlern zu Buche schlagen würde, mit einer Schicht statt 12 Tage F/S und dann nur das Wochenende frei. Unsere Nachtwachen arbeiten 8/6 und 10,5 Stunden.

Rechnerisch benötige ich bei zwei FK-Nachtwachen ca. 4,3 VZK und 5 Personen. Die habe ich aktuell ganz einfach nicht.
 
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johannes2017

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Setze ich zwei Fachkräfte nachts ein, so fehlen mir diese tagsüber.
Kann es sein, dass da noch mehr fehlt? Warum also nicht Werbung machen für 2 zusätzliche Nachtwachen, damit diese nicht aus dem Tagdienst abgezogen werden müssen? Sobald dann die Nachtwachen gut besetzt sind, kann doch der 2. Schritt angegangen werden, die Arbeitsweise auch auf den Tagdienst zu übernehmen. Die Umstellung muss ja nicht bei ungenügender Personalausstattung in einem Schritt erfolgen.
 
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mohrruebe

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Ja, die Umsetzung kann nur schrittweise erfolgen, so daß sich das neue System in das bisherige "einschleicht". Der Ansatz, es über die Nacht anzufangen, könnte tatsächlich funktionieren! Danke für die Anregung! :)

Ich muß jetzt mal intensiv nachdenken. Wenn ich nicht weiterkomme, dann melde ich mich wieder.
 
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Eine Fachkraft in der Nacht würde ich niemals dulden bei dieser Hausgröße. Die paar Euro, die eine zweite Fachkraft mehr kostet, zahlt ein Haus in dieser Größe aus der Portokasse!

Bei unseren 15 Pflegebedürftigen fällt in der Nacht gerade mal 2 - 2,5 Std. regelrechte Arbeit an, in Ausnahmefällen bis 4 Stunden. Darum sind arbeitsvertraglich 50 % als Arbeitszeit und 50 % als Bereitschaftszeit vereinbart. Die Bereitschaftszeit wird selbstverständlich wie Arbeitszeit vergütet mit allen Zuschlägen! Etwas anderes wurde nicht mal angedacht!
Wenn du 15 Pflegebedürftige hast, dann gehe ich davon aus, dass du nicht in einer Einrichtung mit umfasssendem Leistungsangebot (Stationäres Pflegeheim) arbeitest, sondern in einer Wohngruppe, die nach den Regeln einer ambulanten Versorgung vergütet wird.

Dann nämlich vergleichst du Äpfel mit Birnen. Und deshalb sind die Vergütungen und Personalsituationen nicht vergleichbar...aber auch nicht der Arbeitsaufwand! In einer stationären Einrichtung kannst du nicht mit Bereitschaftsdiensten arbeiten, wie in einer ambulanten Wohngruppe!
 
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johannes2017

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Wenn du 15 Pflegebedürftige hast, dann gehe ich davon aus, dass du nicht in einer Einrichtung mit umfasssendem Leistungsangebot (Stationäres Pflegeheim) arbeitest, sondern in einer Wohngruppe, die nach den Regeln einer ambulanten Versorgung vergütet wird.

Dann nämlich vergleichst du Äpfel mit Birnen. Und deshalb sind die Vergütungen und Personalsituationen nicht vergleichbar...aber auch nicht der Arbeitsaufwand! In einer stationären Einrichtung kannst du nicht mit Bereitschaftsdiensten arbeiten, wie in einer ambulanten Wohngruppe!
Es wäre nett, wenn Du Dich zuerst sachlich informierst und erst danach Deine Statements abgibst. Es handelt sich tatsächlich um eine vollstationäre Pflegeeinrichtung. Über den aok-pflegeheimnavigator ließe sich das auch für Dich schnell feststellen.

Die aktuellen Heimentgelte findest Du auf unserer Homepage! Wohngruppen arbeiten meines Wissens in der Regel auf anderer Geschäftsgrundlage, werden nicht systematisch von den Kontrollbehörden überwacht und bieten damit mehr Spielraum auch für Wildwuchs.

Ich lege allerdings Wert auch auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte. Darum leitste ich mir eine Personalausstattung, die diesen Anspruch berücksichtigt! Selbstverständlich kann ich auch mit Bereitschaftsdiensten arbeiten, gerade was die Nachtversorgung betrifft.

Übrigens: Was ich kann, kann jeder andere auch, wenn er will. Dann arbeiten die Pflegekräfte auch gern in ihrem Beruf
 
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Oh ja stimmt...du hast ja in deinem Profil groß und breit stehen, in welcher Einrichtung du arbeitest...oh...hoppla...in dein Profil kann ich gar nicht reinschauen.

So, und jetzt mal zu sachlicher Information: Ja, Wohngruppen arbeiten auf anderer Geschäftsgrundlage und werden von Kontrollbehörden sehr wohl überwacht! "Wildwuchs" wie du es nennst hat da in der Regel genauso wenig Spielraum, wie in einem Pflegeheim. Und eine 50/50-Bereitschaft wirst du never ever in NRW in einer EULA durchbekommen!

In BW scheint ihr ja ganz schön Freiheiten zu haben!

By the way: Kunststück, mit Personal zu jonglieren, wenn die Personalschlüssel so gut wie in BW sind!
 
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