20000 mehr Pflegekräfte = mehr Pflegequalität???

Mister Nurse

Mister Nurse

Neues Mitglied
Basis-Konto
0
38102
0
folgende News von bibliomed.de:



12.12.08: Nun doch weniger zusätzliche Pflegekräfte für Kliniken

Die Koalition ist sich bei der umstrittenen Finanzhilfe für die 2100 Krankenhäuser einig. Allerdings soll es beim Sonderprogramm zum Ausbau der Pflege Abstriche geben. Statt der geplanten 21 000 zusätzlichen Pflegekräfte sollen es nun 14 000 sein, sagte Gesundheits- Staatssekretärin Marion Caspers-Merk (SPD) nach einem Treffen mit den Fraktionsexperten von Union und SPD der dpa in Berlin. Grundsätzlich soll es für die Kliniken bei der Zusage bleiben, dass sie die vereinbarten 3,5 Milliarden Euro zusätzlich bekommen, sagte die SPD-Politikerin. Es sei nun sichergestellt, dass die Krankenhäuser nicht weniger, aber auch nicht mehr als die zugesagte Summe erhalten. Das zusätzliche Personal sollen die Krankenhäuser nun zu 90 statt zu 70 Prozent finanziert bekommen. „Wir wollen damit in Krisenzeiten einen Impuls für den Arbeitsmarkt geben“, sagte Caspers-Merk.
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
KH
N

Nephron

Im Gegentum: ich bin in meinem ersten Beitrag auf Ihren Beitrag, soweit es mir möglich ist, eingegangen. Sollte ich eine Frage in meiner Antwort übersehen haben, war sie für mich wohl zu versteckt.

Ulrich Fürst
:mad_2::mad_2::mad_2:Lass gut sein, Herr Fürst, konzentrieren wir uns wieder auf sachliche Themen:innocent:

Also, dann sinds jetzt 14000 neue Stellen, die geschaffen werden. Ich freue mich so, denn dann bekommen alle meine Schüler nach dem Examen auch einen Job!:spinner:
 
Allround

Allround

Aktives Mitglied
Basis-Konto
0
65779
0
By the way, wer verteilt eigentlich die 20000 neuen pflegekräfte und wo kommen die her? Vom Arbeitsamt?
Also, dann sinds jetzt 14000 neue Stellen, die geschaffen werden. Ich freue mich so, denn dann bekommen alle meine Schüler nach dem Examen auch einen Job!:spinner:
Hallo,

hat eigentlich einer von euch schon feststellen können, dass mehr Stellenanzeigen in den einschlägigen Tageszeitungen zu finden sind?
Ich kaufe regelmäßig die FR, habe aber noch keine Verbesserung feststellen können.
Ebenso kann ich mir nicht vorstellen, dass es gute Pflegefachkräfte über das
Arbeitsamt geben wird.
Setzt der, der sich verändern will, wohl am besten auf Initiativbewerbungen?
Wahrscheinlich gilt nach wie vor, wer gut ist, der findet auch.

aber keiner sieht die Notwendigkeit, dass auch eine Veränderung von unten entstehen muss; Reformgeist an der Basis ist gefragt, Abläufe müssen optimiert werden, die Effektivität muss gesteigert werden und Rituale überdacht werden, dann wird auch die Qualität erhalten!!!
Nephron, alles gut, schön und auch mit zutreffend! Aber es wird nicht zu einer durchgreifenden Qualitätsverbesserung von unten kommen. Warum sonst heißt es im QM, dass die Verantwortung bei der obersten Führungsebene liegt?

Das Management muss zuallererst stimmen! Das schafft die Motivation. Qualität wird nicht dauerhaft mit den erhobenen Zeigefinger enstehen. Ganz wichtig ist auch Bildung und die Bereitschaft dazu. Es gibt leider viele Dumme, die nur rummeckern, und in den obersten Etagen auch Klugschwätzer, die meinen man kann die Qualität von unten herbeifordern und dann klappt das schon! Und wenn nicht, na dann über's Personal herziehen. :nono:

Nora
 
Qualifikation
Stationsleitung Krankenschwester
Fachgebiet
Interdisziplinäre Station
jackdanielsx84x

jackdanielsx84x

Mitglied
Basis-Konto
2
56412
0
Danke Sigrid, es klingelt in meinen Ohren.
Natürlich verteidigen sich die Leute von der Basis, ist ja auch gut so. Mir war auch bewusst, dass ich hier als Lehrer verschrien werde bei derartigen Provokationen und Frechheiten, die ich mir da erlaubt habe.
Aber das hat meine Klischees auch mal wieder bestätigt: das Geschrei an der Basis wird größer und größer und Forderungen nach mehr Personal werden von 20000 auf 70000 erhöht; aber keiner sieht die Notwendigkeit, dass auch eine Veränderung von unten entstehen muss; Reformgeist an der Basis ist gefragt, Abläufe müssen optimiert werden, die Effektivität muss gesteigert werden und Rituale überdacht werden, dann wird auch die Qualität erhalten!!! Aber ich galube, ich wiederhole mich da...
Mit diesem Text setzt du dich schon selbst in die Rolle des Lehrers, niemand muss dich hier verschreien, da du dich ja offenkundig nicht mehr zur Basis zählst. :eek:riginal:

Reformgeist, ja dafür bin ich doch sehr, meine Chefin hat sich auch gestern mit der Geschäftsführung getroffen und wahrscheinlich, ich war ja nicht dabei, einiges erörtet. Was dabei herum kommt, warten wir es ab, ich denke, aus Erfahrung, nicht viel.
Jemand muss die Grundlagen für Reformen schaffen, für kleinere kann man das sicher stationsintern, größere müssen leider von anderer Stelle organisiert werden und danach unterstützt.

Natürlich sind 20.000 neue Kräfte nicht die Lösung aller Probleme und es sind ja auch allem Anschein nach nur noch 14.000. :eek:riginal:
Man muss jedoch an einer Stelle anfangen und eine 40 Betten Innere läuft eben nicht immer Rund, wenn nur 4 Leute im Dienst sind.
Leider bekommt man meist schon am nächsten Tag oder eher sogar schon in der folgenden Schicht ein Problem, wenn die Arbeit nicht zu schaffen ist.
Dort fehlt dann mal das, hier ist die Schublade mal leer, zufällig sind die Blutkulturen aus und aufnehmen kannste auch gleich noch jemanden, jenes wurde dann mal nicht desinfiziert. :eek:riginal: Alles Dinge die eigentlich zu Lasten des Patienten gehen und ich kann leider auch durch schnelleres arbeiten, das Auslassen meiner Pause oder mal eben noch ne Stunde an den Dienst hängen, nicht alles kompensieren. Die nächste Schicht schafft es vielleicht auch nicht und so trägt und trägt sich die Problematik bis die Belegung mal rückläufig wird, was ja selten geworden ist.

Was mir bei deinen Äußerungen doch etwas fehlt sind umsetzbare Vorschläge zu den genannten Reformen.....mal was werfen und zusehen wie der Rest sich darum fetzt kann eigentlich fast jeder....

Gruß
Dennis
 
Qualifikation
GuK, Rettungssanitäter
Fachgebiet
Intensiv
N

Nephron

Allround, was nutzt das beste QM, wenns die Basis nicht interessiert? Meistens wird doch der Sinn eines Qualitätsmanagemenst gar nicht rübergebracht, ich mach der Basis da gar keinen Vorwurf, wenn die das nur als Kontrolle und zusätzlichen Papierkram sehen.
Natürlich ist auch das Management gefragt, wenn es um veränderungen geht, aber guckt euch doch mal die meisten PDL`s an: Die haben sich im Laufe der jahre hochgearbeitet, haben meist schon in dem Haus gelernt, in dem sie nun Pflegedirektor sind und haben i.d.R. nicht studiert. Wie sollen die Veränderungen anstoßen???
Und im übrigen, Dennis et al., beinflusse ich die Basis ganz massiv: Die Schüler, die ich ausbilde, sind die, die zukünftige Veränderungen herbeibringen könnten und und tradierte Rituale aufbrechen könnten!
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass natürlcih die Rahmenbedingungen verbessert werden sollten; aber erst mal kann man sich auch an die eigene Nase fassen! Wie hoch ist denn die Bereitschaft für Fortbildungen und Weiterbildungen? Wer liest denn Fachzeitschriften (und damit meine ich nicht "Die Schwester der Pfleger") und ist freiwillig registriert? Was ist denn mit Transparenz im pflegerischen Handeln? Wer kann es denn wissenschaftlich begründen?
Einen besinnlichen 4. Advent,
Nephron
 
Allround

Allround

Aktives Mitglied
Basis-Konto
0
65779
0
Allround, was nutzt das beste QM, wenns die Basis nicht interessiert? Meistens wird doch der Sinn eines Qualitätsmanagemenst gar nicht rübergebracht, ich mach der Basis da gar keinen Vorwurf, wenn die das nur als Kontrolle und zusätzlichen Papierkram sehen.
Sorry, aber wenn der Sinn des QM nichr rübergebracht wird, dann heißt das nicht, dass er derhalb sich irgendwann von selbst erschließt! Dann eben muss da von oben nachgebessert werden. Und dafür gibt es durchaus geeignete Instrumente: z.B. FB.

Und das da, soll die Basis das nicht als Vorwurf verstehen:

aber erst mal kann man sich auch an die eigene Nase fassen! Wie hoch ist denn die Bereitschaft für Fortbildungen und Weiterbildungen? Wer liest denn Fachzeitschriften (und damit meine ich nicht "Die Schwester der Pfleger") und ist freiwillig registriert? Was ist denn mit Transparenz im pflegerischen Handeln? Wer kann es denn wissenschaftlich begründen?
Wie soll das denn deiner Meinung nach die Basis verstehen?
Natürlich ist auch das Management gefragt, wenn es um veränderungen geht, aber guckt euch doch mal die meisten PDL`s an: Die haben sich im Laufe der jahre hochgearbeitet, haben meist schon in dem Haus gelernt, in dem sie nun Pflegedirektor sind und haben i.d.R. nicht studiert. Wie sollen die Veränderungen anstoßen???
Tja, da ist ja wieder ein hübsches Beispiel gegeben, dass die oberste Führungsebene gefordert ist! Wie wäre es mit einer Planung, mit Terminen, mit Zielvereinbarungen, Nachweis von Schlechtleistung der PDL, verhaltensbedingter Abmahnung, Kündigung? Oder sind die auf Lebenszeit eingestellt? :vertrag:

Und im übrigen, Dennis et al., beinflusse ich die Basis ganz massiv: Die Schüler, die ich ausbilde, sind die, die zukünftige Veränderungen herbeibringen könnten und und tradierte Rituale aufbrechen könnten!
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass natürlcih die Rahmenbedingungen verbessert werden sollten
Dein Wunsch nach Veränderungen ist sehr deutlich zu erkennen. Aber deine Wut verleitet dich dazu, dass du wahllos die im KH angestellten Kräfte verurteilst. Dein Ärger hat aber nicht seine Ursache in den Fehlern der anderen. Sondern deine Bedürfnisse werden nicht von ihnen erfüllt. Vielleicht musst du diese mal dir selbst klar machen und dann in deinem KH zum Ausdruck bringen. In der Absicht, dass deine Bitten gehört werden. Nur dann kann Verbesserung entstehen.

Nora
 
Qualifikation
Stationsleitung Krankenschwester
Fachgebiet
Interdisziplinäre Station
anubis

anubis

Mitglied
Basis-Konto
1
99974
0
Hallo ,

Das Problem liegt meiner Meinung daran, das sich keiner einig ist und auch nicht einig werden wird wie die Geschichte Pflege eigentlich zu steuern ist.
Wenn ich in unsere Nachbarländer sehe kann man eigentlich nur neidisch werden kaum Papierkrieg oder Personalmangel.
Eines ist wirklich so, wenn ich kein gut funktonierendes
Qualitätsmanagement bzw. PDL bzw. Chef habe , dann kann man nichts machen und es wird sich auch nichts verändern.
Alte Gewohnheiten von Schwestern die schon seit 20 Jahren oder mehr an der Pflege beteiligt sind kann man und wird man auch nicht ändern auch nicht mit Ihren Schülern die Sie gerade Ausbilden.
Ich dachte auch das ich was ändern kann und bin nur vor Wände gelaufen (soll aber nicht heißen das ich aufgegeben habe ) .
Was Thema Weiter/Fortbildung betrifft kann man sagen das die Bereitschaft dazu da ist jedoch wann hat man Zeit nach 12 Std. oder mehr Dienst ????? man hat ja auch noch Familie und ein Leben. Ich denke man kann nicht die Schuld den Leuten an der Basis geben da die mehr als genug machen ( Hut ab das muß man mal sagen ) das Problem liegt in den oberen Strukturen.
Meiner Meinung nach müssten neue Gesetze mehr Finanzen her ein größerer Steureungapparat nur dann kann man was ändern .
Eines muß ich noch dazufügen , was nutzen Leute die studieren und nie an der Basis täig waren ????? mehr als dumm in die Welt reden können die auch nicht !!!!!!!!! die wissen doch nichts über Pflege als das was in Büchern steht und ich weiß nicht aber ich habe das Gefühl das Du glaubst das wir
( nicht studierte ) weniger intillegent sind.
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Pflegeheim :)
jackdanielsx84x

jackdanielsx84x

Mitglied
Basis-Konto
2
56412
0
Was mich immer sehr wundert ist das vielseitig genutzte Wort Ritual.......wo kommt das denn bitte vor?
Ich führe in 8 Stunden Dienst nicht eines durch und ich behaupte mal, ich bin da nicht der Einzige.
Wer Fachzeitschriften liest?
Nun, ich kaufe ca. drei Bücher im Jahr, nutze das Internet und spendiere mir mindestens ein Wochenende Fortbildung für ca. 300€. Mehr ist leider nicht drin. Jetzt kommt natürlich gleich wieder: JA! DU! Aber viele andere!!! Die machen sowas nicht!
Fortbildungen sind für mich mittlerweile ein Arbeitgeberproblem, da man ungern die Kosten trägt und ich mir ungern Fortbildungen vom Mund abspare.
Was uns wieder zu leistungsgerechter Bezahlung und Bezahlung nach Qualifikation führt, dies wäre wenigstens ein Anreiz sich fortzubilden.
Ich tue es, weil mich mein Beruf interessiert, finanziell hat niemand etwas von einer FB.....außer vielleicht er macht ne Fachweiterbildung A/I.
Du möchtest Reformen, ich weiß immer noch nicht welche und lese nur unausgesprochene Rituale. Irgendwie sind mir deine Wünsche doch sehr vernebelt und dein Ansatz ist meines erachtens, unter Berücksichtigung der akuten Probleme, einfach fehl am Platze.
Um etwas zu verändern muss ein Fundament mit ausreichenden Säulen geschaffen werden, leider bröckelt das Fundament und die Säulen liegen schon lange um.
So lange Pfleger und Pflegerinnen froh sind in ihrem Dienst mal alle Patienten gesehen zu haben, so lange Geld für Neuinvestitionen fehlt und vielleicht mit dem vorhandenen Geld noch geschlampt wird, sehe ich keine Möglichkeit bahnbrechender neuer Veränderungen.
2 kleine Beispiele:
Ein Thermometer ging verloren, .....tja, verloren....hm, schlecht....wenns kaputt wäre....okay, dann würden sie sofort ein neues bekommen, aber verloren, das kann ja wieder auftauchen.......5 Monate später.....ein neues Thermometer....wow, das ging schnell.
Man bestellt Doppel - O2 - Wandanschlüsse, bis die Anforderung genehmigt wird vergehen 2 Wochen......zur Lieferung noch einmal 1 Woche und dann....sind sie nicht auffindbar, man darf sowas ja nicht auf der Station abgeben....:spinner:.....nach weiteren 2 Wochen wird dann das Paket endlich gefunden....nach 3 Tagen erreicht es die Station und siehe da.....es sind einfach Wandanschlüsse drin....dumm nur, das Rückgaberecht lief nach der 2 wöchigen Suchaktion ab....

Das sind Probleme mit denen sich Pflegekräfte herumschlagen müssen und sich die Zeit vertreiben und da muss leider zu erst etwas passieren bevor man an der "Basis" herummäckeln will.


Gruß
Dennis
 
Qualifikation
GuK, Rettungssanitäter
Fachgebiet
Intensiv
N

Nephron

Eines muß ich noch dazufügen , was nutzen Leute die studieren und nie an der Basis täig waren ????? mehr als dumm in die Welt reden können die auch nicht !!!!!!!!! die wissen doch nichts über Pflege als das was in Büchern steht und ich weiß nicht aber ich habe das Gefühl das Du glaubst das wir
( nicht studierte ) weniger intillegent sind.
Na Potzblitz, da ist aber einer ein Schnellmerker:thumbsup2: Spaß beseite (Achtung das war ironisch)
Wenn du halbwegs clever wärst, dann wüsstest du, a) wie man intelligent richtig schreibt und b) dass man für ein Pflegepädagogik-Studium zumindest eine Pflegeausbildung braucht, um zugelassen zu werden. Ich bin nur deswegen nicht mehr an der Basis (also am Patientenbett) tätig, weil mich die Arbeitszeiten genervt haben und ich zuwenig verdient habe für zuviel Arbeit.

Die Diskussion hier geht im übrigen in eine Richtung, in die sie nicht gehen sollte; ich hab bisher niemanden hier persönlich beleidigt oder angegriffen (bis vielleicht auf anubis gerade, aber das hat sie auch provoziert), also ziehe ich mich hiermit raus aus der Diskussion.

Ihr hier im Forum macht bestimmt alle einen super Job an der Basis; gebt der Pflege weiter eine Stimme und meckert ruhig über die Rahmenbedingungen; nur denkt auch mal daran, dass ihr diejenigen seid, die letztendlich den Patienten/Bewohner unterstützen und damit die Pflegequalität hauptsächlich bestimmen, und nicht der Kaufmännische Direktor, PDL oder Lehrer oder die Rahmenbedingungen...
In diesem Sinne,
Nephron
 
N

Nephron

Ach, und Dennis, wenn du dir dieses Jahr erst zwei Bücher gekauft hast, dann überlege dir doch mal, ob du dir nicht diese hier noch anschaffen willst:
Mike Walsh/ Pauline Ford: Pflegerituale, übersetzt von Angelika Zegelin, Berlin/Wiesbaden 1996
Das würde deinen Horizont sicher ungemein erweitern!
Gruß Nephron
 
jackdanielsx84x

jackdanielsx84x

Mitglied
Basis-Konto
2
56412
0
Nun, ich war so frei und habe, bevor ich zum Kauf übergehe, mal diesen netten Artikel gefunden.

Evangelischer Diakonieverein Berlin Zehlendorf e.V.

Anhand der dort genannten Beispiele kann ich dein Ritualveruteilungstrieb verstehen, aber schon zu meiner Lehrzeit und in den mir bekannten Einrichtungen erachtet man das "sinnlose" tägliche Temperatur messen bei jeder man, als eben dieses, sinnlos.
Stecklaken und "Betten machen".....sorry, aber das ist schon vor meiner Ausbildung sowas von out gewesen, das ich es nur lachhaft finde.
Natürlich erkenne ich durch dieses Statement nicht den vollen Umfang des Buches, aber sollte sich der Inhalt des Buches weiterhin auf solche Dinge beziehen ist es wohl nicht sehr pädagogisch wertvoll, aber ich schaue doch mal wie viel es kosten soll.
Meine Patienten, die zwei gesunde Hände und Füße haben und sich damit auch noch fortbewegen, machen ihr Bett selbst. Stecklaken bei diesen Patienten? Mit täglichem Wechsel? Dafür hätte ich nicht mal Zeit. :rolleyes:
Ach ja, alle Patienten vor dem Frühstück waschen. :innocent: Ja, das hab ich schon ewig nicht mehr gemacht, selbst wenn ich wollte wäre es zeitlich nicht drin. :rolleyes:
Andererseits kann man auch des öfteren den Angehörigen erklären wieso ihr Vater/Mutter was auch immer um 14.00 noch nicht gewaschen ist...... man überlege sich, was weniger Zeit kostet. :rolleyes:

Weiterhin bin ich nicht der Ansicht, dass Anubis eine Beleidigung provoziert hat, noch ist dies hier ein Diskussionsforum und ich toleriere deine Meinung auch, vielleicht solltest du dich etwas darin üben.....wie du ja siehst teilt nicht jeder deine Ansicht und wird wahrscheinlich auch deine Basisbezeichung als abwerten empfinden.

Ich bin sehr für Reformen (erwähnte ich glaube ich schon) nur auf diese Weise findest du sicher am wenigsten Gehör für deine Sache.
Vor allem fehlen, von den Ritualen mal abgesehen, immer noch Informationen zu den Dingen, die du noch reformieren möchtest, sowie der Weg zu den Veränderungen und deren erfolgreicher Abschluß.

Es ist wahr, die Pflegequalität hängt von meinem Handeln ab, aber wie sehr wurde das zeitlich eingeschränkt, durch Ressourcenverminderung eingeschränkt und durch unausgebildetes Personal eingeschränkt? Dazu noch der allseits beliebte demographische Wandel und man hat auch noch mehr Arbeit als früher, da dein Klientel immer multimorbider wird.

Für mich lässt sich und das habe ich auch des öfteren schon erwähnt, eine Änderung nicht von einer Gruppe bewirken, sondern nur von den Gesamtbeteiligten.


Gruß
Dennis
 
Qualifikation
GuK, Rettungssanitäter
Fachgebiet
Intensiv
fampev

fampev

Mitglied
Basis-Konto
Hallo;

spannende Diskussion hier. Es spiegelt aber auch das ganze Problem der Pflege wieder. Uneinigkeit.

In Hamburg gibt es 42 Fortbildungen für Wunden und 35 für Portversorgung; alle in einem Rahmen von 45 Minuten und 3 Monaten. Alle Kurse sind gut besucht. Pflege läuft treu dorthin, entweder geschickt durch den AG oder aus Eigeninitiative.

Pflege muß sich professionalisieren und zwar muß jeder bei sich selbst anfangen. Angebote hinterfragen, Qualität fördern, Fachgesellschaften kontaktieren. In der letzten Umfrage beim ESI (European Surgical Institut) wurde festgestellt, dass nur 4 % der Pflege fachlich organisiert ist, aber dagegen 92% der Ärzte. Der Zeitaufwand hält sich dabei bei den Ärzten in Grenzen, aber sie lesen die Fachorgane.
Die AOK plus hat auf einem Symposium in Dresden deutlich gemacht:

"... solange Pflege sich nicht professionalisiert (z.B. leitlinienbasierte Qualifizierungen oder Hochschule), wird es auch keine angemessene Bezahlung geben."
 
Qualifikation
Berufspolitiker
Fachgebiet
Integrierte Versorgung und Qualifikation
jackdanielsx84x

jackdanielsx84x

Mitglied
Basis-Konto
2
56412
0
Das größere Problem ist es wohl, es gibt keinen Grund sich zu professionalisieren. :)
 
Qualifikation
GuK, Rettungssanitäter
Fachgebiet
Intensiv
fampev

fampev

Mitglied
Basis-Konto
Das stimmt nur eingeschränkt.

Stichwort: Integrierte Versorgung. In selektivvertraglichen Regelungen bekommen entsprechend professionalisierte Pflegekräfte, zumindest im ambulanten Bereich, bis zum dreifachen des üblichen Honorars. Auch "Kranke"nhäuser, die sich an solchen Verträgen beteiligen, erhalten für ihre Leistungen mehr Geld, wenn sie professionelles Personal vorhalten.

Die Frage ist nur, wer kennt sich in der Pflege dazu schon aus und wer fragt nach dem Geld. Es gibt Foren im Internet, die sich aus Sicht der Pflege damit beschäftigen, wie zum Beispiel "forum-pflegequalitaet.de", aber an den Fragen dort sieht man, wie schwierig die ganze Materie ist. Auch gibt es eine Ausbildung zum Gesundheitsmanager (DGIV) für selektivvertragliche Regelungen, aber die Teilnehmer kommen fast alle aus dem ärztlichen Bereich, obwohl die Qualifikation für Pflege gedacht ist.:angry:
 
Qualifikation
Berufspolitiker
Fachgebiet
Integrierte Versorgung und Qualifikation
Allround

Allround

Aktives Mitglied
Basis-Konto
0
65779
0
Auch gibt es eine Ausbildung zum Gesundheitsmanager (DGIV) für selektivvertragliche Regelungen, aber die Teilnehmer kommen fast alle aus dem ärztlichen Bereich, obwohl die Qualifikation für Pflege gedacht ist.:angry:
Klingt interessant.
Was lernt ein solcher Manager?
Welchen Rang hat er in einem KH? Ist er noch stationsgebunden als Pflegefachkraft mit Zusatzqualifikation? Oder ist das mehr eine Zusatzqualifikation für PDL's?
Welche Aufgabenstellung ergibt sich?
Oder, wo kann man darüber mehr lesen?
Wo wird man dazu ausgebildet?

Nora
 
Qualifikation
Stationsleitung Krankenschwester
Fachgebiet
Interdisziplinäre Station
U

UlrichFürst

Die Diskussion hier geht im übrigen in eine Richtung, in die sie nicht gehen sollte; ich hab bisher niemanden hier persönlich beleidigt oder angegriffen (bis vielleicht auf anubis gerade, aber das hat sie auch provoziert), also ziehe ich mich hiermit raus aus der Diskussion.
Gut das Du das Wort "persönlich" hier verwendest; ansonsten hätte ich Dich aufgefordert Dein Eingangsposting zu lesen.

Im übrigen kann man durchaus Pflege (und damit wohl auch Pflegepädagogik) studieren, ohne vorher eine Ausbildung in der Pflege gemacht zu haben. Das ist wohl nicht überall gleich.

Eigentlich wollte ich Dich auch noch fragen, was denn Deiner Meinung nach gute Fachzeitschriften für die Pflege sind, aber wenn Du Dich aus Deinem eigenen Thread zurückziehst bleibt das wahrscheinlich unbeantwortet. Ist ja aber sowieso Off-Topic.

Ulrich Fürst
 
fampev

fampev

Mitglied
Basis-Konto
Hallo Nora!

Die Qualifikation wird von der Deutschen Gesellschaft für integrierte Versorgung im Gesundheitswesen durchgeführt. Zunächst gibt es einen Lehrgang im Januar 09 in Hamburg über die Pfad-Akademie. PFAD Hamburg - Fortbildung, Weiterbildung, Qualifizierung, Akademie, Datenschutz, Projektmanagement, ETA, Wundmanager, Wundexperte

Im Januar laufen aber auch Gespräche mit 2 Hochschulen, die diese Ausbildung an ihre Fakultäten binden wollen.

Der Aufgabenbereich liegt im Management von integrierten Versorgungsverträgen und selektivvertraglichen Regelungen; d. h. im Controlling, in der Geschäftsführung oder in der Projektbegleitung und -entwicklung.
 
Qualifikation
Berufspolitiker
Fachgebiet
Integrierte Versorgung und Qualifikation
H

Hametum

Mitglied
Basis-Konto
0
23869
0
Muss heut abend weitertippen ;) und nochmal neu
 
Qualifikation
Krankenhausdirektor
Fachgebiet
Krankenhaus
Weiterbildungen
MBA Sozial- und Gesundheitsmanagement/Dipl-.Pflegewirt/ex.KP/OP-FKP/Rettsan/QM Auditor/EFQM Excellence Assessor/akkreditierter KTQ©-Visitor
N

Nephron

An den Herrn Fürst (wohl jetzt mit Kind? Hast du da noch überhaupt zeit für postings?):

In der Regel wird eine Ausbildung in der Pflege vorausgesetzt.
Fachzeitschriften: z.B. "Pflege", "Pflege und Gesellschaft", "PrInternet" .


Gesundheitsmanager find ich super, erinnert mich etwas an Case-Manager, nur noch besser bezeichnet (Gesundheit klingt immer gut, da wird auch der Focus nicht zu sehr auf Krankheit gelegt...)
Auf bald,
Nephron
 
U

UlrichFürst

Danke, für Deine Rückmeldung. Ich werde sie mir mal ansehen.

Ulrich
 
Die E-Mail-Adresse wird lediglich zur Versendung des Aktivierungslinks für diesen Beitrag verwendet.