20000 mehr Pflegekräfte = mehr Pflegequalität???

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Nephron

Ich verfolge schon seit längererm die Professionalisierungsbemühungen deutscher Pflegekräfte. Da wird lauthals mehr Personal gefordert, mehr Geld soll in die Krankenhäuser gepumpt werden, der Deckel soll weg und all solche Geschichten (siehe jüngst Berlin oder gestern die Aktion" es ist 5 nach 12).
Angenommen, das Krankenhaus xy stellt 10 Pflegekräfte zusätzlich ein; glaubt hier einer dann wirklich, es werden zukünftig wieder Pflegeplanungen geschrieben, Gespräche mit Patienten geführt und tausend anderer Dinge, wofür die Pflegekräfte lt. eigener Aussage keine Zeit mehr finden? Anstatt mal Prozesse zu optimieren, Aufgaben besser zu verteilen und mit anderen Professionen zusammenzuarbeiten, Herarchien aufzulösen und zu kooperieren, wird nur nach mehr Personal und mehr Geld gerufen!
Wieso müssen alle Patienten morgens Temperatur (am besten noch rektal) und Blutdruck gemessen bekommen, die Betten komplett bezogen werden und alle Patienten bis 8.00 Uhr gewaschen sein? Würde man viele Rituale, die sich seit Jahrzehnten noch hartnäckig halten, mal überdenken, hätten Pflegekräfte auch noch mal mehr Zeit für Ihre Patienten!

Ich hab vor zehn Jahren noch selbst in der Pflege gearbeitet und wir hatten noch genug Personal auf Station. Da war sicherlich auch mal Zeit und Luft, um sich mehr um die Patienten und ihre Bedürfnisse zu kümmern; aber was haben wir gemacht: In der Küche gesessen und Kaffee getrunken! Wir hatten uns schließlich auch mal eine Pause verdient! Dass eine 8 Stunden-Schicht auch acht Stunden Arbeit bedeutet, hat uns doch nicht interessiert! Das Bild eines/einer kaffetrinkenden Krankenpflegers/ Krankenpflegerin hält sich hartnäckig, aber zu Recht!
Grüße,
Nephron
 
Allround

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Wieso müssen alle Patienten morgens Temperatur (am besten noch rektal) und Blutdruck gemessen bekommen, die Betten komplett bezogen werden und alle Patienten bis 8.00 Uhr gewaschen sein? Würde man viele Rituale, die sich seit Jahrzehnten noch hartnäckig halten, mal überdenken, hätten Pflegekräfte auch noch mal mehr Zeit für Ihre Patienten!
Huhu Nephron,

du bist im falschen Jahrzehnt!

Heutzutage waschen wir auch kurz vorm Mittagessen und geben erstmals Gelegenheit zum Zähneputzen! :laughing:

Ich hab vor zehn Jahren noch selbst in der Pflege gearbeitet und wir hatten noch genug Personal auf Station. Da war sicherlich auch mal Zeit und Luft, um sich mehr um die Patienten und ihre Bedürfnisse zu kümmern; aber was haben wir gemacht: In der Küche gesessen und Kaffee getrunken! Wir hatten uns schließlich auch mal eine Pause verdient! Dass eine 8 Stunden-Schicht auch acht Stunden Arbeit bedeutet, hat uns doch nicht interessiert!
Ihr faulen Säcke! :w00t:

Das Bild eines/einer kaffetrinkenden Krankenpflegers/ Krankenpflegerin hält sich hartnäckig, aber zu Recht!
Na ja, vielleicht nur bei Anachronisten. Sollte dir der Kaffee mal in der Schule ausgehen, weißt du wenigstens, wo du hingehen kannst. Auch nicht schlecht, oder? :tanz:

Wir hätten gar keine Zeit, mal neuen kaufen zu gehen. :cry: Da bist du jetzt eindeutig im Vorteil, finde ich.

:coff: Allround
 
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Allround

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Na ja, vielleicht nur bei Anachronisten. Sollte dir der Kaffee mal in der Schule ausgehen, weißt du wenigstens, wo du hingehen kannst. Auch nicht schlecht, oder? :tanz:

Wir hätten gar keine Zeit, mal neuen kaufen zu gehen. :cry: Da bist du jetzt eindeutig im Vorteil, finde ich.
Oh Mist, wo kriegst du denn eigentlich noch die Zeitmaschine her? :suche:

Das Problem hatte ich leider nicht bedacht! Sorry! :troest:
 
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Nephron

Huhu Nephron,

du bist im falschen Jahrzehnt!

Heutzutage waschen wir auch kurz vorm Mittagessen und geben erstmals Gelegenheit zum Zähneputzen! :laughing:
Weisst du Allround, ich höre tagtäglich von Schülern solche Dinge - ich bilde mir das nicht ein und hab auch keine Zeitmaschine. Leider ist das die Realität, gerade in kleinen Krankenhäusern der Grund- und Regelversorgung sind die Strukturen noch sehr verkrustet und viele Rituale halten sich hartnäckig.
Wenn das auf deiner Station nicht so ist - Glückwunsch!
 
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Nephron

Sollte dir der Kaffee mal in der Schule ausgehen, weißt du wenigstens, wo du hingehen kannst. Auch nicht schlecht, oder? :tanz:

Wir hätten gar keine Zeit, mal neuen kaufen zu gehen. :cry: Da bist du jetzt eindeutig im Vorteil, finde ich.
kannst auch gerne mal vorbeikommen, zum Kaffee trinken- aber bitte erst nach deinem Dienst (wenn ich dann noch in der Schule bin :heul:)
 
anubis

anubis

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Hallo ,

Hast Du nur Schüler aus dem Krankenhaus ???? Also in den meißten Pflegeheimen ist es so das z.B. Waschen individuell ausgeführt ,das die Zeitspanne der Nahrungs/Flüssigkeitsaufnahme deutlich größer geworden ist, das ja man sollte es nicht glaube sogar Bew./Klienten oder Patienten die im Bett auf Grund Ihrer Erkrankung verbleiben müssen normale Bekleidung bekommen ( weg vom OP - Hemd ) , das wenn es mit den Arzt besprochen sogar dieZeit der Med - Gabe gestreckt werden kann ( Immer auf Berücksichtungen der jeweiligen Erkrankungen usw. ). Das , die Zeit der dokumentation festgelegt wurde dadurch auch mehr Zeit für den Bew......
Also ich glaube schon das sich was in den letzten Jahren getan hat den wenn nicht frage ich mich warum haben wir den MDS , MDK , oder andere Institute .

Mfg
anubis
 
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Nephron

Anubis, das mit den Pflegeheimen hab ich in der tat auch schon gehört - da wird in der Tat mehr auf die Wünsche des Bewohners eingegangen. Und gerade deshalb finde ich es dort auch gerechtfertigt, wenn mehr Personal gefordert wird -was da z.T. abgeht, da stellen sich mir die Nackenhaare - da arbeitet eine Examinierte mit einem Zivi und ner Praktikantin für 40 Bewohner!
 
anubis

anubis

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Hallo ,

Nun , das Problem in den Heimen ist das die meißten Pivat sind und da fehlen schon mal ein paa Euro.
Der gute alte Staat hat ja fast alle abgestoßen und die Mittel lieber in Projekte gesteckt die naja etwas Fragwürdig sind.
Nein trotz aller Kritiken bin ich fest der Meinung das die Pflege sich immer positiver entwickel wird.

Mfg
anubis
 
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Amarillo

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:rotwerd:Ja so isses,eine examinierte und eine Hauswirtschaftskraft im Pflegeheim,bis 8 Uhr dann kommt noch eine Pflegehilfe ohne Examen,und das für 25 Leute die unterschiedlich gepflegt werden,einzelne Bedürfnisse gehen vor!:heul::heul: Hier brennt man aus und nach vier Jahren bist du fertig:spinner:
 
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Würde gerne mehr über Demenz wissen,und der Zwischenmenschliche Umgang pflegebedürftiger Personen,Ho
Allround

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Hallo!

Die Eingangsfrage lautete:

20000 mehr Pflegekräfte = mehr Pflegequalität???

In den Bibliomed-News von heute bekam ich die Antwort:

21.11.08: 70.000 Pflegekräfte zu wenig in Krankenhäusern

Der steigenden Zahl an Patienten in deutschen Kliniken stehen immer weniger Pflegekräfte gegenüber - so die Ergebnisse einer aktuellen Studie aus der Fakultät V - Diakonie, Gesundheit und Soziales der Fachhochschule Hannover (FHH).
In den deutschen Krankenhäusern fehlen zirka 70.000 Vollzeitkräfte im Pflegedienst. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Fachhochschule Hannover (FHH). Obwohl die Zahl der Krankenhauspatienten seit Jahrzehnten kontinuierlich steigt, wurden seit Mitte der 1990er Jahre in erheblichem Umfang Stellen im Pflegedienst der Krankenhäuser abgebaut. Immer weniger Pflegekräfte müssen immer mehr Patienten versorgen. In einer Modellrechnung errechnete der Gesundheitswissenschaftler Professor Michael Simon aus der Fakultät V - Diakonie, Gesundheit und Soziales der FHH, dass angesichts der gestiegenen Leistungszahlen gegenwärtig zirka 70.000 mehr Pflegekräfte in Krankenhäusern erforderlich wären, um den gleichen Versorgungsstandard wie Mitte der 1990er wieder zu erreichen.
Das gegenwärtig von der Bundesregierung in Aussicht gestellte Sonderprogramm zur Finanzierung von 21.000 zusätzlichen Stellen im Pflegedienst der Krankenhäuser ist darum nach Auffassung von Professor Simon nicht ausreichend.
Durch Überlastung der Pflegekräfte bleibt nicht nur weniger Zeit für menschliche Zuwendung. Wie der Autor der Studie betont, belegen zahlreiche internationale Studien, dass eine Unterbesetzung im Pflegedienst das Risiko für Krankenhauspatienten erhöht, eine schwere Komplikation zu erleiden und daran unter Umständen sogar zu sterben.
Im internationalen Vergleich zeigt sich eine deutliche Unterbesetzung der deutschen Kliniken. So liegt laut OECD die Zahl des Krankenhauspersonals je 1.000 Einwohner in Finnland, Frankreich, Irland, Österreich, der Schweiz und den USA um 50 bis 60 Prozent über der in Deutschland. Würde man diese Relationen auf den Pflegedienst übertragen, müssten in deutschen Krankenhäusern zirka 150.000 zusätzliche Stellen in der Pflege eingerichtet werden.
Die vollständige Studie kann im Internet unter FHH - Start herunter geladen werden.

21.11.2008
Man kann es also auch so sehen, dass noch 50.000 bis 130.000 Stellen fehlen!

Lieben Gruß von Nora
 
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mary_jane

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Das Bild eines/einer kaffetrinkenden Krankenpflegers/ Krankenpflegerin hält sich hartnäckig, aber zu Recht!
Hallo Nephron,

Ich finde es sehr traurig und schade was du für ein Bild von deinen Kollegen hast.
Ich find deine Ausführungen wie zu dieser Annahme kommst aber ganz und gar nicht representativ.
Es mag solche Kollegen geben, keine Frage aber so wie du es darstellst ist es ganz und gar nicht.
Viele Pflegekräfte opfern sich regelrecht auf um Allen gerecht zu werden.

lg mary
 
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anubis

anubis

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Hallo ,

Danke für Deine Antwort.
Da ist es dann auch nicht verwunderlich das der Staat auf Gedanken kommt
langzeit Arbeitslose/ 1 Euro Kräfte / Harz 4 Leute / Zivi / FSJ in die Pflege zu nehmen. Menschen die vieleicht noch nie mit Pflege zu tun hatten , Menschen die leider mit Ihren eigenen Leben kämpfen müssen die eigentlich dafür dann auch nicht geschaffen sind . ( Nicht persönlich aber es ist so )
Außerdem entwickelt sich der Trend wieder in die Häusliche Pflege da die Kosten einfach nur zu teuer sind. ( Ich rede hier nur über Pflegeheime ).
Das eigenartike ist aber das überall wo ich bisher war immer ein positiver Trend festzustellen war das sagen auch die MDK Prüfungen aus.

Mfg
anubis
 
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romana

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Ostrach
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Hallo zusammen !

Vor 10-20 Jahren waren die Schwestern mehr oder weniger Hilfskräfte der Ärzte. Ein Bewusstsein dafür, dass auch Pflegekräfte selbstständig denken und handeln können entwickelt sich seitdem immer mehr, durch die ganze öffentliche Diskussionen um Mißstände reagieren auch die Pat. und Angehörigen sensibler. Nur ,dass wir normale Arbeitsbedingungen einfordern müssen, ist nicht jedem klar. Sicher gibt es noch verkrustete Strukturen und die "Ewig-Gestrigen", aber es hat sich ganz viel getan in den letzten Jahren. Wir mussten immer mehr Verantwortung übernehmen und sind uns dieser Verantwortung mehr bewusst !Es liegt an jedem Einzelnen, solche MA anzustoßen und nicht zuzulassen, dass sich jemand davon ausnimmt. Je mehr wir auf's Auge gedrückt kriegen in Form von Vorschriften, zusätzlicher Arbeit, desto mehr sehen wir, dass das gar nicht funktionieren kann !Aber immer noch zu wenig kennen Ihre Rechte (auf unsere Pflichten werden wir sowieso täglich hingewiesen) und fordern sie ein.
Z.B. das Gesetz schreibt Einführung von Standards vor. Wir sagen o.k. machen wir, aber lieber AG, das kostet Zeit und Geld ! Erst das Equipment bereitstellen, dann kann er nach ausführlicher Schulung das Umsetzen des Standards verlangen. Wer macht das ? Nein, die meisten jammern über das zusätzliche Lesen eines Papiers, was vom AG fertig zur Verfügung gestellt wird und das wars!
Genauso fehlende Zeit für Schüleranleitung. AG möchte, dass ich ohne zusatzliches Gehalt meine Mentorentätigkeit ausübe ?Klar, mach ich, aber nur, wenn ich Zeit dafür bekomme und auch meine Vorbereitungszeit zu Hause angerechnet wird. Sonst verzichte ich dankend für die ehrenvolle Ernennung zum PA.
Wir sollen Blut abnehmen, weil der Doc. es zeitlich nicht hinbekommt ? Bitte, welche Arbeit darf ich dafür liegen lassen ?
Keine Zeit für Dokumentation ? Mache gern eine Stunde länger, möchte die aber auch aufgeschrieben haben !
Das alles setzt voraus, dass man sein Tun begründen kann und natürlich muss der Arbeitsablauf strukturiert und immer wieder überprüft werden, dem stimme ich voll zu !
Aber gegen das Bild der stets kaffeetrinkenden Schwester (obwohl ich bekennender Coffein-Junkie bin) wehre ich mich entschieden! Wir müssen ja schauen, dass wir unsere Pause überhaupt bekommen ! Im KKH ist es eben auch so, dass mittags Besuchszeit ist und dann die Schwestern Pause machen. Das sehen die Angehörigen und meinen dann, das geht den ganzen Tag so. Wenn Schüler berichten, dass das normal sei, fordere ich sie auf, diese Kollegen in der ruhigen Zeit doch mal zu bitten, Verschiedenes zu erklären, zu zeigen, Hilfe bei Pflegeplanung, oder sich einfach mal zu einem Pat. zu setzen, Mobilisation zu machen,.....
Wenn die Schüler so empört sind und es besser machen wollen, müssen sie lernen, selbst aktiv zu werden und an dem Prozess vom Umwandeln der kopfnickenden Hilfsschwester zu einem eigenständig handelnden Berufsbild teil zu haben.
Vom Jammern ist noch nie was besser geworden !

Habe fertig !

LG
Romana
 
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Bin Praxisanleiterin und MAV
Weiterbildung Stationsleitung mit Zusatzqualif. QMB
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romana

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Ach so, zurück zur eigentlichen Frage :
Ja, mehr Personal tut Not um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden und die hohe Belastung der Einzelnen zu verteilen !
Der AG wird sowieso darauf achten, so wenig wie möglich Personal einzustellen, aber letztlich sind wir Menschen und arbeiten mit eben Solchen. Die Schraube kann nicht weiter nach unten gedreht werden, das Limit ist erreicht ! Bevor etwas Neues eingeführt wird, muss auch gesagt und nachgefragt werden, wie das gehen soll ! Dann wird schnell klar, dass das nur über personelle Aufstockung bewältigt werden kann !

Ach, ich könnte mir bei dem Thema die Finger wund schreiben, höre aber jetzt auf..............

obwohl.........

Also, macht's gut, lasst Euch nicht unterkriegen !
(in ein paar Jahren werden wir hochgefrage Spezialkräfte sein, die wie Manager ihr Gehalt selbst bestimmen können, Ärzte werden um uns betteln, den Kaffee reichen, wir bekommen eigene Aufenthaltsräume, Supervision, eine Stechuhr, jede Woche Teamsitzung, zur Gesunderhaltung regelmässige Massagen, Kaffee umsonst........)

LG
Romana
 
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anubis

anubis

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Hallo ,

Ich arbeite selber in der Pflege und nun schon geschlagene 10 Jahre.
Ich verstehe was Du meint und stimme Dir da zu 100% zu.
Da sieht man doch wieder das Bild was wir in dieser Geschellschaft eigentlich
haben

Mfg
anubis
 
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jackdanielsx84x

jackdanielsx84x

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Hallöle,

ich bin ganz ehrlich, wenn wir morgen zu acht in der Schicht wären statt zu dritt, ja, ja...dann würde ich mich und das, man stelle sich vor, gänzlichst und abgrundtiefst verdorben...mal ne Runde ausruhen.

Dazu kommt auch noch....ich bin der festen, unerschütterlichen Überzeugung das verdient zu haben.

Nun, noch einmal ganz ehrlich: Wo steht geschrieben, das ich die ganzen 8 Stunden im Schweiß stehen muss?

Hast du in einem Pflegeheim als examinierte Pflegekraft mit einer einzigen unexaminierten Kraft Dienst, hast du MAXIMAL eine Bereitschaftspause und eben genau diese ist in vollem UMFANG zu vergüten.
Es soll, obwohl sehr, sehr selten geworden Zeiten geben an denen tatsächlich jeder Patient versorgt ist und zufrieden, jeder Schrank gefüllt ist und für einen kurzen Zeitraum alles erledigt ist. Eben dann...bin ich anwesend und stehe parat falls jemand etwas von mir möchte und da ich in dieser Zeit weder schlafen, spazieren gehen oder im Keller häckeln gehen kann ist diese Zeit voll zu bezahlen.
Das es solche Zustände nicht in anderen Betrieben gibt ist einfach nicht meine Schuld und auch nicht mein Problem.

Wann ein Patient von mir gewaschen wird ist mir völlig egal, was mir nicht egal ist, ich muss die Uhr zwangsläufig im Blick haben, denn sonst kann ich terminierte Dinge nicht erledigen oder auch meine Pause, man sehe mir nach, das ich auf etwas, das man mir abzieht Anspruch erhebe, nicht machen.

Arbeite ich im Spätdienst zu zweit mit einem Schüler und ein Patient beschäftigt mich eine Stunde, wer macht meine restliche Arbeit?
Der Hans guck mal in die Luft vielleicht?

Für mich ist das Kaffeeimage eine bodenlose Frechheit und es bezeichnet mal wieder wie man mit unserem Berufsstand umzuspringen verstanden hat.
Es gibt ja nirgends etwas zentrales, das mal die Stimme erheben könnte.

Meine Erkenntnisse habe ich aus 8 Jahren gewonnen und ich finde es sehr merkwürdig wie sich unsere Ansichten unterscheiden.

Ich kenne zufällig jemanden, der auch in einem Dreischichtsystem mit Wochenendarbeit, arbeitet. Das ganze in einem Betrieb, der Lebensmittelfolien und ähnliches herstellt.
Er sitzt vor der Maschine, die von selbst arbeitet, einmal in der Stunde steht er auf, kontrolliert 3 Folien, ersetzt den Lagerungsbehälter und fährt den vollen weg. Dauer 20 Minuten. Bei seinem Gehalt kommen mir die Tränen.......was sage ich nun? Kaffeetrinker?

Gruß
Dennis
 
Qualifikation
GuK, Rettungssanitäter
Fachgebiet
Intensiv
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UlrichFürst

Nein, ich glaube nicht, dass 10 Pflegekräfte in einem mittelgroßen Krankenhaus die Qualität verbessern würden. Die würden auf die Stationen kommen, die vorher unterbesetzt waren und dort dafür sorgen, dass die Qualität gehalten werden kann.

Bist Du eigentlich mit Methode provokant, Nephron oder nehmen dass hier nur viele unbegründet war?

Ulrich Fürst
 
nachteule44

nachteule44

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Also, macht's gut, lasst Euch nicht unterkriegen !
(in ein paar Jahren werden wir hochgefrage Spezialkräfte sein, die wie Manager ihr Gehalt selbst bestimmen können, Ärzte werden um uns betteln, den Kaffee reichen, wir bekommen eigene Aufenthaltsräume, Supervision, eine Stechuhr, jede Woche Teamsitzung, zur Gesunderhaltung regelmässige Massagen, Kaffee umsonst........)

LG
Romana
Super, Romana, das hört sich doch mal nach einer supertollen Zukunftsperspektive an.
Ich mußte so darüber lachen das es mir gleich sehr viel besser geht. :laughing:

liebe Grüße, nachteule
 
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stat. Pflegeeinrichtung
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Chef de Saucier

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Hallo Nephron,

Ich habe Deine Meinung sehr gerne zur Kenntniss genommen. Natürlich liegt es an der Organisation. Auch mir sind diese faulen Pflegekräfte - kurz: meine Kollegen - ein Dorn im Auge. Ich kriege so`n Hals :mad_2: wenn ich sehe das eine Pflegekraft einmal in der Woche vielleicht Ihre gesetzliche Pause in Anspruch nimmt. Die Zeit wäre bei den Patienten doch viel besser aufgehoben. Ausruhen soll sich dieser schlecht organisierte Haufen doch Zuhause. Die arbeiten mit einer vollen Stelle doch nur elf Tage am Stück und können sich dann zwei Tage ausruhen - wenn keiner krank wird.

Ich sage immer:" Ein Lehrer würde sich selbst so gut organisieren das er problemlos ein Dutzend Pflegekräfte ersetzen könnte". Dann würde sich aber niemand mehr das jammern der Schüler anhören.

Gruß Zelig
 
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PFK
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chrodechilde

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vielleicht gibt es das ja wirklich noch irgendwo das noch zeit ist um rum zu sitzen und kaffee zu trinken.

ich kann dazu nur sagen, ich hab schon tage erlebt, da ist man noch nicht mal zum pissen gekommen.
 
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