Arbeitsrecht §12 Gesetz über Teilzeitarbeit und befr. Arbeitsverträge

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Teetrinkerin

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N´ Abend!
Sicher kennen viele hier oben genanntes Gesetz. :devil:
Kann mir jemand (möglich schnell) sagen, ob das auch für stinknormale Arbeitsverträge gilt, die beispielsweise die 5 Tage Woche haben und 8 Std. am Tag arbeiten.
Also keine Befristung von irgendwas, einfach Vollzeit.
Kann der AG am Donnerstag sagen, dass jemand am Freitag die Schicht tauschen muss oder länger arbeiten? Also zwei Tage vorher?
Ich verstehe den §12 so, dass er das nicht darf.

Wie seht ihr das?
 
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Angie42

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AW: §12 Gesetz über Teilzeitarbeit und befr. Arbeitsverträge

Hallo Teetrinkerin

Hält der Arbeitgeber diese Frist nicht ein, so ist der Arbeitnehmer nicht verpflichtet, die Arbeit aufzunehmen.
Üblicherweise wird die Frist für diese Ankündigung aber vertraglich verkürzt..
Praxistipp:


Soll die Arbeit an einem Montag aufgenommen werden, so muss dies spätestens am Mittwoch durch den Arbeitgeber angekündigt werden. Auch eine telefonische Ankündigung ist wirksam.


LG Angie
 
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SchwesterWolfgang

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AW: §12 Gesetz über Teilzeitarbeit und befr. Arbeitsverträge

Hallo Teetrinkerin, wie in über diesem Paragrafen schön drübersteht, betrifft er zwar die Arbeit auf Abruf (wenn eine solche vereinbart ist), aber es gibt ein Urteil, in welchem genau darauf abgestellt wird:
Annahmeverzug des Arbeitgebers bei kurzfristiger Dienstplanänderung
ArbG Frankfurt am Main, Urteil vom 12.10.2005, Az. 22 Ca 3276/05 (Will ein Arbeitgeber ohne konkrete Notlage den Dienstplan ändern, so muss er eine angemessene Ankündigungsfrist von mindestens vier Tagen einhalten, anderenfalls befindet er sich im Annahmeverzug). BGB § 315 Abs. 1, BGB § 615, GewO § 106, TZBfG § 12 Abs. 2
Für den Fall, dass es bei Euch einen Betriebsrat gibt, könnte auch folgendes Urteil interessant sein:
Kurzfristige zusätzliche Dienstschichten gehen nicht. Der AN muss planen können
Leitsatz: Die Mitbestimmung nach § 87 Abs 1 Nr 2 BetrVG bei der Erstellung von Schichtplänen schützt das Interesse der Arbeitnehmer an einer sinnvollen Abgrenzung zwischen Arbeitszeit und der für die Gestaltung des Privatlebens verfügbaren Zeit. (BAG Beschluss vom 28.5.2002, 1 ABR 40/01)
Hat Dir hoffentlich geholfen?
Gruß
Schwester Wolfgang
 
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