1-Euro-Jobs im Altenheim / Pflegeausbildung

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TheEssener

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Bin leider mit der Struktur dieses Forums noch nicht so vertraut, also verfasse ich jetzt mal hier meinen Beitrag:


15 Monate Tätigkeit in der Seniorenbetreuung im Nachtcafe eines Essener Altenheimes im Rahmen von Gemeinwohlarbeit (Arbeitszeit von 18.30-23.00 Uhr / 22,5 Std. Woche) sind nicht so ohne weiteres spurlos an mir vorbei gegangen. Oft besuche ich nach meinem Ausscheiden im Februar 2008 ein- bis zweimal pro Monat für ca. zwei Stunden die abendliche Gesellschaftsrunde. Beruflich habe ich, aus dem kaufmännisch-verwaltenden Bereich kommend, noch keine reguläre Arbeit gefunden. Vom Job-Center kann in meinem Falle ein Arbeitgeber im Rahmen des Programms „Job-Perspektive“ einen Zuschuss von
75 % zu den Personalkosten für zunächst 24 Monate erhalten. In der Regel werden Vollzeitstellen gefördert, jedoch ist auch bei Teilzeitstellen eine Förderung möglich.


[FONT=Arial, sans-serif]Im Nachtcafe ist durch den Weggang einer regulär (wenn auch als Studentin, aber sozialversicherungspflichtig) beschäftigten Mitarbeiterin, welche selbst kündigte, nur noch eine hauptamtliche Kraft angestellt. Neue Leute sind aus der Gemeinwohlarbeit nur sehr schwer zu bekommen. Die Anzahl der Schließungstage hat in den vergangenen Monaten zugenommen.[/FONT]


Eine Kollegin und noch jemand aus meinem Bekanntenkreis machte mir Mut, es dort im Rahmen der Job-Perspektive zu versuchen. In Schreiben an die Pflegedienstleitung gab ich die Telefonnummern von den zuständigen Ansprechpartnern der ARGE Job-Center an. Doch nichts geschah. Man scheint man offenbar nur halbherzig, also nicht wirklich interessiert, damit umzugehen. Die 1-Euro-Jobs sind nun mal eben für viele Arbeitgeber lukrativer!


[FONT=Arial, sans-serif]Durch die personelle Unterbesetzung sind in erster Linie die Bewohnerinnen und Bewohner die Leidtragenden. Bleibt dieses Situation unverändert, dürften die Monate des Nachtcafes in der jetzigen Form gezählt sein. Aus meiner Sicht könnte man schon jemanden einstellen, wenn sich für das Haus entweder keine Mehrkosten zu der bisherigen Stelle ergeben oder die Kosten deutlich geringer als bisher sind.[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]Vor kurzem bin ich von der für die Leitung des Nachtcafes zuständigen Person gefragt worden, ob ich im September an ungefähr 5 Tagen bereit wäre, dort ehrenamtlich zu arbeiten, wenn ich noch keine Stelle habe. Ich sagte spontan zu. Es wurde vereinbart, dass [/FONT]
[FONT=Arial, sans-serif]ich zunächst „ehrenamtlich auf Probe“ dort arbeite, um mir den Aufwand zu ersparen, mich im Haus der Kirche zu melden.[/FONT]


[FONT=Times New Roman, serif][FONT=Arial, sans-serif]Anfangs tat es mir leid, dort sofort zugesagt zu haben. Ich bin jedoch ein gewissenhafter Mensch und halte meine Zusagen ein. Eine Absage wäre unfair gegenüber den anderen Kolleginnen und Kollegen. Ich habe dort in diesen ganzen Monaten sehr viele nette Leute kennen gelernt. Ob aus der Gemeinwohlarbeit, Hauswirtschaft, Cafeteria, Betreuung oder auch Pflege. [/FONT][/FONT]

[FONT=Arial, sans-serif]Ohne Beziehungen ist es schwer, heutzutage ne gute Stelle zu finden. Ich werde mich nicht entmutigen lassen. Vielleicht mache ich auch was in der Pflege (evtl. Krankenpflegehelfer nach erfolgten Schnuppertagen und betrieblicher Trainingsmaßnahme). Dies kann durch das Job-Center gefördert werden, ebenso auch die dreijährige Ausbildung im Rahmen des „Individualprojektes Arbeitsgelegenheiten Entgeltvariante“. Momentan beschäftige ich mich allerdings noch nicht so intensiv damit, es wird frühestens Anfang kommenden Jahres der Fall sein.[/FONT]


[FONT=Arial, sans-serif]Vielleicht hat jemand trotzdem schon ein paar gute Tipps für mich oder teilt mir seine Meinung zu der anderen Sache mit. Bedanke mich schon einmal im Voraus.[/FONT]
 
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Ellyrobby

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Hallo, theEssener,
so richtig habe ich nicht verstanden, was du eigentlich wissen möchtest.
Das es dir leid tut, das dieses Nachtcafe nun wahrscheinlich so langsam den Bach runter geht, kann ich verstehen. Aber wenn du nun dort auch noch ehrenamtlich arbeitest, warum sollen sie dann jemanden einstellen. Auch wenn du deine Zusage gerne einhalten möchtest, versuche dann wenigstens die Zeiten zu begrenzen und selber zu bestimmen, wann und wie oft. Du bist ehrenamtlich (zusätzlich) und nicht als Lückenbüßer tätig.
Du hast recht, jetzt sollte eigentlich genug Geld für die Betreuung Dementer da sein, aber das wurde ja gerade erst beschlossen. Richtlinien für die Umsetzung liegen meines Wissens noch garnicht vor.
Andererseits und wenn ich dich richtig verstanden habe, hättest du auch Lust auf mehr Pflege, vielleicht sogar einer Umschulung zur Altenpflege. Da du aber erst einen ganz kleinen Überblick über die dort anfallende Arbeit haben kannst, würde ich dir raten mal im Tagdienst zu hospitieren oder ein Praktikum. Da man dich ja gerne als Ehrenamtlicher haben will, sollte man dir das eigentlich nicht verwehren. Es kann natürlich auch übers Arbeitsamt gehen.
Wenn du dann immer noch Lust hast, warum nicht. Habe auch mit 34 Jahren erst zur Krankenschwester umgeschult mit 2 Schulkindern, die ältesten in unserem Kurs waren 45 Jahre. Aber es ist verdammt schwer die 3 Jahre durch zuhalten. Die Abbrecherquote war auch bei uns verdammt hoch. Aber die es geschafft haben, arbeiten heute noch in diesem Beruf, obwohl auch das am Anfang sehr schwer war (so alt und keine Berufserfahrung)
Grüße Ellyrobby
 
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Mitteldeutschland
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Wundberaterin
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TheEssener

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Danke für die Antwort. Hinsichtlich einer möglichen Pflegeausbildung ist es noch weit hin. Ich werde mich für eine einjährige Ausbildung zum Krankenpflegehelfer interessieren, vorher noch eine betriebliche TM mit Praktikum.

Zu der Tätigkeit im Nachtcafe: Ich gehe hin und halte Wort.

Wenn mich das Haus im Rahmen der Job-Perspektive mit 75 % Zuschuss von sich aus einstellen würde, dann würde dieses in meinem Falle nicht durch das Job-Center genehmigt werden, da der Verdienst zu gering ist. Und Voraussetzung bei Genehmigung einer Stelle ist nun mal eben: Keine weiteren Hartz IV Leistungen!
 
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romana

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Ostrach
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Hallo TheEssener !

Wenn Du Dir vorstellen kannst, eine Krankenpflegehelferausbildung zu machen, warum schließt Du dann eine dreijährige Ausbildung aus ?Die eröffnet Dir viel mehr berufliche Perspektiven.
Ich finde es toll, dass Du zu Deinem Engagement stehst und die MA im Nachtcafe unterstützt.
Der Umgang mit hilfsbedürftigen Menschen ist oft sehr anstrengend, aber man bekommt auch sehr viel zurück.

Alles Gute für Dich

LG
Romana
 
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Bin Praxisanleiterin und MAV
Weiterbildung Stationsleitung mit Zusatzqualif. QMB
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TheEssener

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Anstrengender ist der Umgang mit Demenz- und Alzheimerkranken ,finde ich ,auf jeden Falle für das Pflegepersonal. Ich selbst spürte und spüre auch jetzt noch, dass man sehr viel zurückbekommt.

Zu einer möglichen Ausbildung: Ich habe das so verstanden, dass durch die ARGE Job-Center erst die einjährige Ausbildung gefördert wird und man dann noch Optionen hat, z.B. die dreijährige im Rahmen einer Arbeitsgelegenheit Entgeltvariante.

Schönes WE!
 
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stinkfisch

stinkfisch

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hallo the essener,

Zu einer möglichen Ausbildung: Ich habe das so verstanden, dass durch die ARGE Job-Center erst die einjährige Ausbildung gefördert wird und man dann noch Optionen hat, z.B. die dreijährige im Rahmen einer Arbeitsgelegenheit Entgeltvariante.
...allerdings wirst du nach abschluß der 1-jährigen wahrscheinlich sofort vermittelt- leute mit pflegerischer ausbildung, die billiger sind,als ex. kräfte sind auf dem arbeitsmarkt heiß begehrt.

und dann wird es wahrscheinlich schwer das examen noch zu machen:sick:

wenn du wirklich interesse an der pflege hast, würde ich dir empfehlen mich von der arge nicht mit der 1-jährigen "abspeisen" lassen, sondern auf eine vernünftige umschulung bestehen.

ich kann mich da romanas aussage nur anschließen- vom verdienst mal ganz abgesehen.....:wink:


was ist denn eine arbeitsgelegenheit entgeltvariante????


fragt sich der stinkfisch :kopfkratz:
 
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ambulante sozialpsychiatrische fachpflege
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TheEssener

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was ist denn eine arbeitsgelegenheit entgeltvariante????


fragt sich der stinkfisch :kopfkratz:
Also: Das mit den Entgeltvarianten wird hier in Essen so geregelt: Die TN werden 11,5 Monate sozialversicherungspflichtig (mit ALV) beschäftigt, die Voraussetzung ist ALG II und in den letzten 2 Jahren keine sozialvers. Arbeit. Es gibt Entgeltstellen bei den Trägern von Gemeinwohlarbeit (z.B. Neue Arbeit der Diakonie im Dienstleistungsbereich) sowie auch Stellen im Individualprojekt Entgeltvariante, d.h. bei Arbeitgebern des ersten Arbeitsmarktes. Hier kann die Förderung auch länger dauern.
 
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Seniorenbetreuung
Fachgebiet
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