Christian Kröhl

Der Fachkräftemangel in der Pflege

  • Christian Kröhl
N
Solange die Pflegeeinrichtungen die Gewinnmaximierung des Heimes an erste Stelle steht und sie alles dafür tun, wird sich die Lage nicht ändern. Fachkräfte gibt es genug. Es wird nur zuviel Schund betrieben mit ihnen. Es ist nicht nur dass sie unterbezahlt sind sondern oft werden Fachkräfte als Allround-Mädchen für alles eingesetzt. Dass dann irgendwann es zuviel wird und sie ausbrennen ist nicht besonders wunderlich. Kann aus eigene Erfahrung sprechen. Eine Pflegefachkraft ist keine Hauswirtschaftskraft, keine Reinigungskraft, kein Koch und kein ARZT! Doch wenn man Pech hat wird man zu all dem wenn der Arbeitgeber nur noch Zahlen im Sinn hat. Und jeder der den Spiel nicht mitmacht oder nicht so funktioniert wie er soll wird eiskalt auf die Straße gesetzt. Es ist so extrem schizoid. Auf der einen Seite schreien sie dass sie Fachkraftmangel haben auf der anderen Seite aber werden gnadenlos die Fachkräfte verheizt. Jede Betrieb in der Alten sowie Krankenpflege missachtet das Arbeitszeitgesetz. Und es gibt keinerlei Konsequenzen! Die Arbeitgeber in der Altenpflege suchen billige Sklaven und hochqualifizierte Bedienstete. Grundsätzlich müsste schonmal da besser kontrolliert werden und für Missbrauch von Personal höhere Strafen oder überhaupt Strafen geben. Am Endeffekt verliert immer die Fachkraft da sie am kürzeren Hebel sitzt. Es herrschen unmögliche Zustände bundesweit in den Pflegeeinrichtungen! Es fehlt vorn und hinten! Ich war in Arbeitsplätzen wo stinknormale Arbeitsmaterialien fehlten. Können sie sich das mal bitte vorstellen? Bei jeden anderen Beruf würden die Leute die Arbeit niederlegen und auf die Barrikaden gehen. Ein Bäcker kann ohne das Mehl nicht backen, ein Holzfäller kann ohne Bäume das Holz nicht fällen. Aber eine Pflegefachkraft oder Altenpfleger kann nicht die Arbeit niederlegen. Das kann der Altenpfleger nicht den der Altenpfleger würde dann auf Anklagebank sitzen wegen unterlassener Hilfe. Und das bleibt so da der Gesetzgeber nichts tut.
 
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Hallo Nemononame,

ich empfinde ähnlich und frage mich wie so manches Unternehmen die MDK Prüfung dennoch schafft. Solche Prüfungen ändern meiner Meinung nach nichts an den Missständen in der Pflege.
 
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"Jede Betrieb in der Alten sowie Krankenpflege missachtet das Arbeitszeitgesetz."

Ich möchte doch sehr bitten! Woher stammt Deine (Un)kenntnis? Es gibt immer solche und sone ...
 
N
@johannes2017
Woher meine (Un)kenntnis stammt? Jahrelange Berufserfahrung nennt sich das. Kennen Sie es? Nach über 10 Jahren am Bett bei verschiedenster Träger und Arbeitgeber Vollzeit und unbezahlte Überstunden Krankenhäuser sowie Pflegeheime und es wird von Jahr zu Jahr schlimmer.
Bürohengste aus der Pflege können das nicht nachvollziehen. Und was machen Sie so?
 
N
Ich entschuldige mich öffentlich wegen unangebrachte Sprache oder überhaupt Sprache. Ich danke Pflegeboard.de dass ich hier überhaupt was schreiben darf. Ich vergesse immer wieder unter welche Auflagen eigentlich die Internetseiten oder die Portale stehen. Ich vergesse immer wieder wieviel Macht Geld hat und wie schnell sie auch alles und jeden bezwingen kann. Ich vergesse immer wieder wie eingeschränkt die Redefreiheit ist und möchte mich entschuldigen. Ich bin eine kleine Pflegefachkraft mit einem großen Mundwerk. Und leider hatte ich es bis jetzt nicht verstanden dass ich eigentlich mit meinem großen Mundwerk, außer mich selbst in Schwierigkeiten zu bringen nichts erreiche. Die Situation wird sich so nicht ändern.
Fakt ist dass ich selbst bald wegen meinem Ex-Arbeitgeber vor Gericht ziehen werde. Fakt ist dass ich ab sofort nicht mehr als Vollzeitkraft in der Pflege arbeiten gehen werde und ich mir zu Ziel genommen habe in den nächsten Jahren soweit es geht nicht mehr in der Pflege tätig zu sein. Mein Ziel ist es wieder mein Leben zurückzuerobern was derzeit in der Altenpflege als Vollzeitkraft nicht funktioniert.
Familie und Bekannte kehren inzwischen einem den Rücken da man einfach nur noch für die Arbeit da ist.
Es ist nicht schön überall eine ablehnende Haltung zu erleben. Es ist nicht schön nicht anerkannt zu sein und die Menschen haben absolut keinerlei Verständnis darüber wie es ist wenn das eigene Leben den man hat nur noch von der Arbeit beherrscht wird. Und in dem wenigen Freizeit wird man von Kollegen oder dem Vorgesetzten angerufen ob man den nicht einspringen könnte. Und es ist jetzt Schluss, einfach so weitermachen ist keine Option. Ich kann nicht mehr.
Es ist derzeit alles sehr traurig um mich herum. Ich erlebe tagtäglich Ablehnung von Nachbarn, ich erlebe Ablehnung von der Familie die darauf bestehen mehr Zeit mit mir zu verbringen und mein Märtyrerleben in der Altenpflege nicht nachvollziehen können.
Ich weiß nicht. Von meinem Freundeskreis war jede zweite Pflegefachkraft in der Altenpflege sowie Krankenpflege bisher mit dem Arbeitgeber entweder wegen der Arbeitszeit oder anderweitige Sachen wie z.B. Gehalt, Urlaubstage etc. vor Gericht. Natürlich möchte ich hiermit nichts pauschalisieren. In der Tat müssen nicht alle Einrichtungen schlecht sein wenn nur von 16 Bundesländer bei 3 Bundesländer ich schlechte Erfahrungen gemacht habe.
Immerhin bleiben mir noch 13 Bundesländer um meine Meinung umzuändern. Ich war in den letzten Jahren in den Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein in verschiedenen Altenpflege Einrichtungen sowie Krankenhäuser tätig und habe leider sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Und ich bin so müde dass ich im einzelnen diese Erfahrungen nicht mehr aufzählen möchte. Ich habe genügend in der Vergangenheit zusammengeschrieben und es wird Zeit zu schweigen. Den ich habe es jetzt verstanden und kann es gut nachvollziehen warum es den Fachkraftmangel gibt, es ist eine endlos Schleife die sich immer wieder wiederholt.
Die Definition von Wahnsinn ist etwas immer wieder zu wiederholen, und dabei ein anderes Ergebnis zu erwarten als das was dabei rauskommt.
Ich bedanke mich erneut für die Möglichkeit hier schreiben zu dürfen.
 
Christian Kröhl
@Nemononame , die Verwarnung bezieht sich ausschließlich auf den Satz "Bürohengste aus der Pflege können das nicht nachvollziehen. Und was machen Sie so?", der von Dir offensichtlich auf den User Johannes2017 gemünzt war. Diskussionen funktionieren auch gänzlich ohne persönliche Animositäten oder Beleidigungen. Für so etwas gibt es hier keinen Platz.
 
N
Es tut mir leid aber ich empfinde den oben angegebenen Satz weder als Beleidigung noch Animosität. Wenn, dann ist es höchstens Polemik. Herr Kröhl, ich habe mich bereits entschuldigt und habe auch meine Meinung zu dem oben genannten Thema geschrieben, verstehe jetzt ihre Reaktion nicht.
 
J
Nun, Nemononame, ich kenne zumindest eine Einrichtung, in der das Arbeitszeitgesetz nicht missachtet wird. Ich stehe übrigens auch immer noch am Bett, rede von derzeit 30 Jahren Berufserfahrung.

Nein, ich halte nichts davon dass man nur noch für die Arbeit da sein soll. Darum habe ich bereits vor 25 Jahren entsprechend gehandelt und die Rahmenbedingungen verändert. Es ist richtig, dass man Zeit benötigt, um zu arbeiten - aber man benötigt auch Zeit zum Leben. Das habe ich für alle mir anvertrauten umgesetzt.

Ein Arbeitsjahr teilt sich auf in 23 Arbeitswochen (die Arbeit steht im Vordergrund) und 23 Freiwochen (das Leben steht im Vordergrund). Hinzu kommen 6 Wochen Urlaub. So haben Familie und Bekannte wieder einen hohen Stellenwert. Ich denke, 29 Wochen Freizeit im Jahr (ohne Arbeit) sind nicht wirklich wenig Freizeit.

Wenn Du sagst, dass Du nicht pauschalisieren willst, nehme ich dies so zur Kenntnis. Dann hat sich mein obiger Post ja erledigt. Ich arbeite übrigens ebenfalls in Baden-Württemberg. Ja, ich kann verstehen, dass Du müde bist. Es ist auch sehr ermüdende, wenn man einfach nicht weiter kommt. Aber Du kannst Dein Problem ja in die Hände desjenigen legen, der alle Probleme lösen kann und will. Ich mach das seit Jahrzehnten und kann mich nicht beklagen.

Ich wünsche Dir trotz aller Widerwärtigkeiten einen positiven Blick und den Mut, selbst das Positive zu tun.

Für das Gute muss man kämpfen, jeden Tag aufs neue von morgens bis abends. Nur das Schlechte kommt immer von ganz alleine. Aber ich kann Dir versichern - es lohnt sich, für das Gute zu kämpfen.
 

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Pflege Kraft
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Christian Kröhl
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