Diagnostik und Therapie der Essstörungen

Leitlinie S3 Diagnostik und Therapie der Essstörungen 051-026

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Evidenzbasierte Leitlinien sind das Ergebnis eines systematischen Entwicklungsprozesses und stellen sowohl wissenschaftliche (empirische) als auch praxisorientierte Handlungsempfehlungen dar. Diese Leitlinie verfolgt das Ziel, die Versorger und die Patientinnen bei ihren Entscheidungen in Fragen der Diagnostik und der Behandlung Essstörungen zu unterstützen. Von daher dienen Leitlinien der Qualitätsentwicklung im Gesundheitssystem. Leitlinien zeichnen sich durch Handlungsempfehlungen aus, die das Resultat einer eingehenden wissenschaftlichen und damit transparenten Analyse des aktuellen Erkenntnisstands sind. Gleichzeitig beinhalten sie aber auch Wertungen von Studienergebnissen im Hinblick auf ihre klinische Relevanz und Anwendbarkeit (Muche-Borowski und Kopp 2011; Qaseem et al. 2012). Die Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Medizinischer Fachgesellschaften (AWMF) spricht von „Handlungs- und Entscheidungskorridoren“, innerhalb derer sich die Diagnostik und insbesondere die Therapie der individuellen Patientin bewegt, innerhalb derer aber auch ihre Präferenzen ermittelt und im Rahmen einer partizipativen Entscheidungsfindung berücksichtigt werden müssen. Seit der 1. Fassung der Leitlinie (Lit. bis 2006) wurde eine größere Anzahl neuer Studien veröffentlicht, u.a. Ergebnisse der größten Therapiestudie von ambulant behandelten Patientinnen mit Anorexia nervosa (ANTOP) und es erfolgte auch eine zusätzliche Festlegung von Entitäten (Binge Eating Störung (BES) sowie Night Eating Syndrom als vorläufige Störung) im DSM-V. Für diese Leitlinie wurden weiterhin neue Metaanalysen erstellt.

Konkret verfolgt die Leitlinie das Ziel, Ärzte und Ärztinnen, PsychologInnen, PsychotherapeutInnen und Patientinnen bei der Entscheidung über angemessene Maßnahmen der Patientinnenversorgung (Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge) zu unterstützen, zur Verbesserung der Versorgungsergebnisse beizutragen, Risiken zu minimieren, Therapiesicherheit und Wirtschaftlichkeit zu erhöhen sowie nicht-indizierte Diagnose- und Behandlungsmethode zu vermeiden.

Im Hinblick auf die Qualitätsentwicklung von Diagnostik und Therapie der Essstörungen hoffen wir, mit dieser zweiten, überarbeiteten Leitlinie zu Essstörungen einen sinnvollen Beitrag zu leisten, der helfen wird, den Heilungserfolg und die Lebensqualität bei unseren Patientinnen zu verbessern.
Autor
Christian Kröhl
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